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Man muss für alles immer selbst die Verantwortung übernehmen

Geschrieben von Shrike , 25 Juli 2012 · 104 Aufrufe

Die letzten Monate waren ein wenig frustrierend und daran ist in erster Linie mein Broker, also ich, schuld.

Man kennt ja die alte Börsenregel das man immer Verantwortung für den eigenen Handel übernehmen soll und wenn man so weit ist das dies auch gelingt, dann hat man einen grossen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Ich kann das voll und ganz unterschreiben, nur manchmal ist es wirklich schwierig für alles die Verantwortung zu übernehmen. Dafür die Verantwortung zu übernehmen das mein Broker die Margin für den eur/chf innerhalb von 2 Wochen von 400 auf 25 senkt (übrigens ein guter Punkt für den Notfallplan im Businessplan, von allein kommt man ja nicht auf so etwas), oder dafür das er nach einiger Zeit einfach keinen positiven Swap in den offenen Positionen mehr zahlen möchte. So kann man nicht arbeiten und verliert darüber hinaus noch die Lust am Traden im allgemeinen. Ein Trade folgt einem Plan und natürlich hat man auch verschiedene Szenarien durchgespielt und dementsprechend vorgesorgt. Allerdings muss man trotzdem auf die korrekte Arbeitsweise des Brokers vertrauen können. Solche Eventualitäten sollten nicht auch noch Einzug in den Tradingplan finden müssen. Wenn man eine Margin von 400 zur Verfügung hat, dann plant man auch mit dieser, wenn diese kurzfristig in bestehenden Positionen gekürzt wird, ist das schlichtweg und ergreifend ein Ereignis das normales Trading unmöglich macht.

Trotzdem bin ich dazu bereit die Fehler bei mir zu suchen. Und tatsächlich werde ich auch hier fündig. Ich hielt den Trade im eur/chf lange Zeit für eine todsichere Wette und habe deshalb, für meine Verhältnisse, sehr grosse Positionen gehalten. Positionen, deren Grösse nicht im Verhältnis zu einem vernünftigen Risikomanagement stand. Merke, sieht etwas zu gut aus um wahr zu sein, dann ist es auch so. Diese grossen Positionen banden mir die Hände um weitere normale Trades durchzuführen. Ich war zum Investor/Zuschauer geworden. Genau aus diesem Grund bin ich eigentlich aus dem Aktiengeschäft ausgestiegen. Wäre der Trade einer unter vielen, mit normalen Risk to Reward Bediengungen gewessen, hätte mich die Marginänderung nicht sonderlich tangiert und der Handel in den vergangenen 3 Monaten wäre nicht fast völlig zum Stillstand gekommen.

Letztendlich war ich aber auch derjenige der sich für Activtrades entschieden hatte und mich hat niemand dazu gezwungen diesen Broker zu wählen. Auch wenn ich sagen muss, das dieser Bucketshop auf den ersten Blick einen recht seriösen Eindruck macht und sich damit auch ein wenig von der Konkurrenz abhebt. Auch der Service, vor allem die Auszahlungen sind schnell, billig und gut. Trotzdem kann ich im Moment keine Empfehlung für diesen Broker aussprechen.

Nur wenn man sich die Bewertungen bei z. B. ForexPeaceArmy ansieht, schneidet fast keiner der typischen MT4 Broker wessentlich besser oder völlig überzeugend ab. Das verhagelt mir im Moment ein wenig die Lust, bzw. stürzt mich fast schon in eine Glaubenskrise.

Ich bin nicht sklavisch an MT4 gebunden, ein Konto bei Dukascopy wurde bereits eröffnet (aber auch hier ist offensichtlich nicht alles Gold was glänzt), aber es gibt halt schon ein bis zwei EA's die ich weiter handeln möchte. Nun muss also auch noch ein neuer Broker für MT4 her. Für Tipp's diesbezüglich bin ich gerne offen.

Ansonsten bin ich nach wie vor dabei mein Büro umzugestalten. Ich möchte mich in meiner Tradingumgebung wohl fühlen. Dibs habe ich bereits vorgestellt und diese Strategie werde ich in Verbindung mit Pinbars bei Dukas handeln. Werde dann auch einige Beispieltrades im Dibsthread posten.

So viel erst mal von mir.







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Rainbowtrader
25.07.2012 - 21:48 Uhr
Hallo Shrike,

die Verantwortung zu übernehmen dürfte der wichtigste Schritt sein. Ist man dazu bereit, tut man dies, dann kann man so ziemlich jedes Problem überwinden. Bis dahin jedoch ist das nicht nur im Trading, sondern auch im Leben ein echter Krampf.

So ein Brokerwechsel ist eben auch so ein Thema: entweder man hat von Anfang an klug gewählt, weil man sich auf die richtige Art und Weise mit diesem Thema beschäftigt hat und entsprechend reif sein Entscheidungen getroffen hat - oder man eiert eine Zeit lang herum und landet beim zweiten, beim dritten, beim hundertsten Broker. ich selbst bin bei Broker Nummer 3. Habe also keine so glanzvollen Entscheidungsqualitäten hingelegt.

Ich denke, mein erster Broker "Activtrades", den ich in erster Linie wegen der Kosten verlassen habe, doch auch deswegen, weil ich nicht über den MT4 handeln wollte (nur Analyse), ist einer von den Guten dieser Art. Auch Oanda. Doch sie sind halt Marketmaker, zumindest in der kleinen Version bei AT.

Du handelst eben ganz anders als ich, darum kann ich Dir dazu nichts sagen. Doch sich darüber Gedanken zu machen, wie Du es tust, dürfte der richtige Schritt sein.

Viele Grüße,
Rainbowtrader :)
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Es ist immer gut und wichtig, selbst die Verantwortung zu übernehmen und bevor man die Schuld bei anderen sucht, sollte man sich überlegen, ob es für das Verhalten anderer evtl. sinnvolle Hintergründe gibt, auch wenn sie meinem eigenen Nachteil gereichen. Wenn dem nämlich so ist, dann kann ich die Schuld beim anderen nicht als Grundlage für meinen Misserfolg nehmen, wenn ich an seiner Stelle selbst so handeln würde.

Das bringt mich zu den beiden von Dir angesprochenen "Fehlverhalten" des Brokers:

Änderung der Marginanforderung:

Du selbst hast geschrieben, dass der EUR/CHF lange Zeit für Dich eine todsichere Wette gewesen ist, weshalb Du enorm hohe Positionen gefahren hast. Wenn man davon ausgeht, dass viele das ebenso sehen, dann kannst Du Dir vorstellen, wieviele der Kunden dieses Brokers im EUR/CHF die gleiche Positionieren hatten und welche Positionsgrößen sie dabei gefahren haben. Und wenn Du Dir das vorstellen kannst und Dich dann in die Rolle Deines Brokers versetzt, dann wirst Du verstehen, warum dieser so handeln musste. Wenn alle im EURCHF long sind und der Broker sich über den Markt in Futures gehedged hat, dann fährt der Broker selbst große Longpositionen, wie wahrscheinlich auch viele andere, deren Kunden ebenso handeln und die sich auch entsprechend absichern müssen. Welches Risiko hat dieser Broker? Steigende Kurse? Nein. Das Risiko des Brokers ist, dass die SNB ihre Politik der EUR-Käufe nicht aufrechterhalten kann und bei einem Fallen unter 1.2000 nicht mehr intervenieren kann. Die Bank of Japan hat diesen Kampf gegen den Markt auch verloren. Oft interveniert, aber das Level nie halten können. Jetzt ist die SNB konsequenter als die BoJ, aber wie lange können sie das durchhalten?

Die Gefahr für den Broker ist also, dass der Kurs unter 1.2000 rutscht, die SNB nicht interveniert und die SL seiner Kunden gegriffen werden. Wenn das passiert, muss er um seinen Hedge aufzulösen, auch seine Future-Long-Positionen auflösen und gleiches gilt für die vielen anderen Broker ebenso, die ein seriöses Geschäftsmodell fahren und ihr Risiko am Markt hedgen und nicht gegen ihre Kunden spekulieren. Ergebnis am Future-Markt ist, dass es viele Verkäufer gibt, aber der einzige potente Käufer (die SNB) weggefallen ist. Und wenn alle diese Positionen in der gleichen Handelsrichtung aufgelöst werden ohne dass eine entsprechende Nachfrage entgegensteht, die diese Positionen aufnehmen kann, dann kannst Du Dir ausmalen, was passieren wird. Richtig, riesige Slippage und enorme Verluste für den Broker bzw. Marketmaker, die seine Existenz bedrohen können.

Der Marketmaker hat nun mehrere Möglichkeiten, sich dagegen abzusichern. Zum einen gibt er die Slippage 1:1 an seine Kunden weiter. Da kann man die Uhr danach stellen, bis die Aufschreie der Kunden kommen, weil sie 100 Pips unter ihrem SL ausgeführt wurden. Betrug - Totalverlust - Klage. Das blöde ist, dass es selbst dann dazu kommen kann, dass der Marketmaker auf den Verlusten sitzenbleibt, wenn die Kundenkonten platt sind und die Gelder nicht ausgereicht haben, um die Verluste des Marketmakers zu deckeln. Das ist also aus mehreren Gründen keine wirkliche Option. Die andere Möglichkeit ist, den Kunden dazu zu bringen, seine Position dramatisch zu verringern oder aber eine höhere Margin zu hinterlegen, wenn er die Positionen weiter halten will. In meinen Augen die einzig sinnvolle Alternative. Gibt zwar trotzdem einen Aufschrei, sichert aber das Fortbestehen der eigenen Existenz und auch das der Kundenkonten.

Fazit - die Entscheidung ist mit ein bisserl Nachdenken durchaus sinnvoll und nachvollziehbar. Steht freilich der Gier des einzelnen Traders entgegen, aber so ist das nunmal im Leben. Der Broker bzw. Marketmaker hat nichts zu verschenken.

Kommen wir zum zweiten Punkt.

Der Broker zahlt keinen positiven Swap mehr:

Hier muss man sich mal anschauen, wie der Swap ermittelt wird und was die Grundlage für den positiven Swap ist. Im Prinzip liegt den Swap der Fakt zu Grunde, dass eine Währung ge- und eine andere verkauft wird, wobei die Währung, die gekauft wird, dabei einen höheren Guthabenzins abwerfen sollte, als die Leihe der verkauften Währung kostet. Habe ich also eine Währung, die 8% Zinsen zahlt und eine Währung, wo ich mir für 2% Geld leihen kann, dann hab ich einen Spread von 6%. Selbst wenn der Marketmaker davon noch 2% einbehält, dann verdiene ich 4% an Zinsen und erziele evtl. sogar noch Kursgewinne, wenn genügend andere Marktteilnehmer nach mir das gleiche tun und damit sogar einen Trend auslösen. Das nennt man dann Carry-Trade. Carry wie Tragen, weil der Trade sich von alleine trägt. In der aktuellen Situation der Niedrigzinsen wird es allerdings schwierig, eine Kombination zu finden, wo es einen Basissatz gibt, der mehr als 2% höher ist, als der einer anderen Währung. Somit ist es momentan häufig so, dass nach Einbehalten der Marge durch den Broker auch hier ein negativer Betrag entsteht, obwohl die Grundlage des Geschäfts eigentlich ein positives Ergebnis hat erwarten lassen können. Bevor also hier nun der Marketmaker verteufelt wird, sollte man sich erst einmal schlau machen, wie der Marketmaker den Swap für seine Kunden ermittelt und dann prüfen, ob er hier eine Änderung vorgenommen hat, indem er seine Marge erhöht hat oder ob es bei den zugrundeliegenden Währungen eine Zinsänderung gegeben hat, die dazu geführt haben könnte, dass der Swap vom positiven Bereich in den negativen rutscht, nachdem der Marketmaker seine Marge abgezogen hat. Da fällt mir spontan die Senkung der Zinsen im EZB-Raum ein, wo der Leitzins erst kürzlich von 100 Basispunkten auf 75 Basispunkte gesenkt wurde. Hängt der nun negative Swap evtl. damit zusammen, dass EZB-Präsident Draghi hier tätig geworden ist?

Verantwortung zu übernehmen heißt auch, seine Nachforschungen derart zu betreiben, dass man eine Situation auf Fakten basierend beurteilen kann und erst dann sollte man auch ein Urteil treffen. Auch wenn Du hier nach schnellen Überlegungen wie - mein Broker hat etwas zu meinem Nachteil geändert, also muss er schuld sein - gefällt hast, dann solltest Du Dir die Frage stellen, was Dir lieber ist

- ist es ein Marketmaker, der alles macht, um seine Kunden glücklich zu machen, aber irgendwann pleite ist und somit auch die Kundengelder vollkommen verloren sind

oder

- ist es ein Marketmaker, der sein eigenes Überleben sicherstellt und damit eine Grundlage für die guten Trader schafft, damit die Guthaben dieser Trader gesichert werden, weil Verluste des Marketmakers nicht daraus bedient werden müssen

Die Entscheidung liegt bei Dir. Und auch musst Du Dir die Frage stellen, ob Du bei anderen Marketmakern wirklich besser aufgehoben bist.

Deshalb Deine Grundeinstellung zur Übernahme von Verantwortung in allen Ehren, aber ich lese aus Deinem Beitrag immer noch zu viele Anschuldigungen an den Marketmaker heraus und die Hauptschuld bei Dir scheint nur zu sein, den falschen Marketmaker gewählt zu haben, während ich die Hauptursache einfach nur in mangelnder Recherche sehe.

Bitte nicht persönlich nehmen, aber viele unwissende Retail-Trader vermitteln genau durch solche Beiträge, dass ein Marketmaker oder Broker sich unseriös verhält, obwohl dem bei genauen Betrachten eigentlich gar nicht so ist. Da der Großteil der im Internet agierenden aber nunmal unwissend ist, werden hier "falsche Wahrheiten" geboren. Ich bin übrigens für solcherlei Dinge genauso anfällig, wie jeder andere, da es unzählige Bereich gibt, wo ich kein Fachmann bin und mich deshalb von einfachen Kausalketten ebenso leicht überzeugen lasse und dies auch glaube, weil ich es einfach nicht besser weiß. Richtig ist es deswegen aber dennoch nicht.

Viele Grüße
DaBuschi
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@Dabuschi: Da magst du durchaus Recht haben. Nur warum erklärt Activtrades das nicht so toll? Ich denke solch ein Statement würde sie deutlich besser dastehen lassen als es jetzt der Fall ist.
Ich habe in den letzten Tagen ein wenig nach ihnen und anderen Brokern gegoogelt. Diverse Reviewseiten durchforstet, wie z. B. Forexpeacearmy, und da schneidet AT im Moment halt nicht gut ab. Unter anderem wegen dieser Geschichte. Ich habe allerdings auch erkannt das viele andere Broker nicht wesentlich besser abschneiden. Und mir ist schon bewusst das viele ihr eigenes Versagen viel zu oft auf den Broker schieben. Du hast mit dem was du rausgehört hast schon richtig gelegen. Liegt aber daran das ich in diesem Blog eben meinen momentanen Gefühlszustand wiedergebe. So viel dazu wie es sein sollte und es letztendlich wirklich ist.
AT war mein erster Broker und bisher war ich auch sehr zufrieden. Ich habe ja auch ihre Stärken hervorgehoben. Letztendlich sehe ich AT nach wie vor als einen der besseren Marketmaker, es gibt definitiv schlechtere. Ob es bessere gibt weiss ich nicht. Wahrscheinlich wäre es wirklich am besten gleich zu einem "richtigen" Broker zu wechseln. Aber auch das ist nicht die Lizens zum Geld drucken. Am Ende liegt es an jedem selbst (und auch ein ganz klein wenig daran einen zumindest halbwegs vernünftigen Broker zu haben).
Für meinen aktuellen Handelsansatz ist AT eigentlich ok. Andere, vergleichbare, wahrscheinlich auch. 

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@Rainbowtrader:

Ja, mein Handel ist eher längerfristig und da tangieren mich die Macken des MT4 nicht so sehr. Die sogenannten "Dirty Tricks" der Broker, mögen diese nun bei AT existieren, (Freezing der Plattform hatte ich zu meinen Scalpingzeiten mal erlebt, wurde aber nach Protest meinerseits nachträglich wieder gutgeschrieben) oder nicht, betreffen meinen jetzigen Handel eher weniger.
AT war wie schon gesagt mein erster Broker und da der direkte Einstieg in den Futureshandel nun mal nicht möglich war, denke ich schon das die Wahl nicht die schlechteste war. Schritt für Schritt sozusagen.
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Schöne Theorie, die die Jungs und Mädels dort aber vermutlich nicht einmal kennen, oder begreifen. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Kontos hat 3 Monate und um in dieser Zeit den maximalen Erfolg als Broker zu haben reicht man die Order nicht durch, sondern handelt gegen den Kunden und kassiert doppelt. Der von dir beschriebenen Verlust ist nicht der des Brokers, sondern der den der Kunde nachschießen muss. Notfalls wird gegen den Kunden geklagt und der Broker gewinnt, schließlich hat der Kunde dafür ja unterschrieben.
Der SL, oder Margin Call is nur ein theoretischer Anker um eine Nachschusspflicht zu verhindern, greift es auf Grund der Marktverhältnisse nicht, zahlt der Kunde und sonst keiner.
Das Problem beim CHF war, dass der Broker mit der Zeit nun sehr viele Short Order offen hat und dieses Volumen, sollten die Order der Kunden in den TP laufen zu groß wäre. Vermutlich so groß, dass die Existenz des Brokers bedroht war. Lösung, die Kunden zum Schließen zwingen um die eignen Positionen abbauen zu können.

DaBuschi´s Lösung funktioniert im theoretischen Modell und hat wie üblich nur wenig mit der Realität zu tun. Als AN bei einer Bank sollte man es eigentlich besser wissen *




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