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Rückblick auf die letzten 4 Monate

Geschrieben von DaBuschi , in Wochenrückblick 15 September 2011 · 260 Aufrufe

Wo ich grad in Schreibwut bin und grad einen langen Beitrag im Forum geschrieben hab, will ich auch hier mal wieder was zum Besten geben.

Mein letzter Beitrag im Mai sah so aus, dass ich einen ordentlichen Verlust hinnehmen musste, den ich dann jedoch wieder wettgemacht hatte. Dadurch war ich der Meinung, jetzt das Tief gesehen zu haben und wieder besseren Zeiten entgegenzusegeln. Weit gefehlt. Hier mal die Statistik meiner Trades vom 10.05.2011 (Tag nach dem Beitrag) bis zum 02.06.2011 (Tag des aktuellen Tiefststandes).



Die Zahlen sind ernüchternd und dieser Monat war es auch. Ich habe in dieser Zeit knapp 1.200 € vernichtet. Immerhin knapp 35% meines noch verbliebenen Tradingaccounts. Und mit dieser Phase kam wieder die Unsicherheit und die Zweifel und ganz zum Ende die Leck-Mich-Am-hinterteil-Stimmung, die darin gipfelte, dass ich mich schon mein Konto auf 0 traden sah und dann hätte ich die Sache an den Nagel gehängt.

Nun, wie es immer so ist, ging es danach wieder bergauf. Wenn einem das Konto egal ist, ist einem auch der einzelne Trade egal und das endet dann darin, dass man Gewinne laufen lässt und Verluste begrenzt und das führt zu steigenden Kontoständen. Wer den sechsten Band vom Voigt gelesen hat, wird feststellen, dass Erfolg im Trading ein widerspenstiges Ziel ist - soll heißen, je mehr man es zu erreichen versucht, umso unerreichbarer wird es und wenn man aufhört es erreichen zu wollen, hat man gute Chancen es zu schaffen. Wie Recht er doch hat und wenn man so eine Phase des Drawdowns hat, muss man sich immer vor Augen führen, dass der einzelne Trade nicht wichtig ist. Man darf halt mit einem einzelnen Trade nicht so viel riskieren, dass man sein Konto plättet.

Hier also die Stats:



Ich hab seit dem Low 821€ gewinnen können. Ein Plus von 36,75%. Dafür habe ich 203 Trades gebraucht, während ich für 1.200€ Verlust nur 38 Trades brauchte. Dolle Wurst. Hier mal der Gesamtverlauf als Chart:



Da ich ja ein lernfähiger Bursche bin, werde ich hier diesmal nicht ausrufen, endlich die Wende geschafft zu haben. Das war letztes Mal ein schlechtes Omen. Ich kann aber sagen, dass ich meinen Handelsstil geändert habe. Genaugenommen habe ich meinen Handelsstil komplett gedreht. Ich mache immer noch das gleiche wie früher, vom reinen Handel her, aber während ich in der Vergangenheit immer eine Position geöffnet habe, bei der ich Teilgewinnmitnahmen realisierte, also Teile als Gewinn realisiert und damit Gewinne beschnitten, dafür aber die Gesamtposition in den Verlust hab laufen lassen, öffne ich nun gestaffelte Orders in den Trend hinein, stocke also auf, wenn der Trade in meine gewünschte Richtung geht und versehe meine Einzeltrades mit einem TrailingSL.

Der Ansatz ist im EURUSD grad wie folgt:

Ich öffne eine Position (meist an einem Punkt 2 im kleinen TF) mit einem initial SL von 40 Pips und auch einem Trailing-SL von 40 Pips. 20 Pips später öffne ich eine zweite Position mit den gleichen Details und weitere 20 Pips später eine dritte. Die Idee setzt darauf, dass es eine Trendbewegung von 100 Pips oder mehr gibt, ohne dass der Kurs mehr als 40 Pips korrigiert. In starken Trendbewegungen ist das gar nicht so untypisch.

Mein maximaler Verlust pro Trade beträgt 1,5R. Wird die erste Position geöffnet, kann ich maximal 1R verlieren. Sobald die zweite getriggert wird, kann ich maximal 1,5R verlieren (1R mit der zweiten Posi und 0,5R mit der ersten, weil der Trailingstop hier bei -20 Pips für den ersten Trade liegt). Wird auch die dritte Order getroffen, so kann ich wieder maximal 1,5R verlieren (1R mit der dritten Posi, 0,5R mit der zweiten und die erste Posi ist auf BE).

Ich kann also zu jeder Zeit maximal 1,5R verlieren. Jeder Pip, den der Kurs weiter steigt verringert meinen möglichen Verlust. Steigt der Kurs nach dem öffnen aller Orders um weitere 20 Pips, bin ich bereits mit allen Positionen BE, wenn der Kurs dann um 40 Pips fällt. Der unrealisierte Gewinn liegt hier aber schon bei 3R, weil 3x 40 Pips (Position 1 +60 Pips, Position 2 +40 Pips und Position 3 +20 Pips). Hier habe ich immer die Möglichkeit Teilgewinne mitzunehmen und mein Risiko zu reduzieren.

Das schöne ist, dass der Kurs jeweils nur um 13,3 Pips steigen muss, um mir ein weiteres R Gewinn zu bescheren (40/3=13,33). Mein Gewinn steigt also dreimal so schnell, während mein Risiko auf 1,5R begrenzt ist. Diesen Ansatz nennt man auch Anti-Martingale. Das wichtige ist, nicht jeden Müll zu handeln, sondern Trades die eine gute Aussicht auf Gewinn haben. Aber schaut Euch mal die Trendbewegungen im EURUSD intraday an und schaut, wie oft bei den langen 100-150 Pips Bewegungen der Kurs um 40 Pips oder mehr korrigiert, bevor das Ziel erreicht wird. Meine Feststellung war, dass beim Handel mit dem übergeordneten Trend ein solcher Rücksetzer innerhalb der EURO-Session von 8-12 Uhr und der US-Session zwischen 14 und 20 Uhr nur sehr selten auftritt. In der Pause zwischen EURO- und US-Session kommt das schonmal vor, aber es gibt Tage, der überlebt ein Trade auch das.

Sollte der Kurs vom meinem Einstieg weg um 120 Pips steigen, ohne zwischendurch 40 Pips zu korrigieren, mich dann aber ausstoppen, habe ich einen Gewinn von 4,5R. Beim Höchsstand sind es sogar 7,5R (logisch eigentlich, wenn ich 3 Positionen hab, wo mein Trailing-SL meinem Initial-SL entspricht ).

Es ist nicht immer leicht, den Markt einfach machen zu lassen. In dieser Woche hab ich sogar sehr viele Trades diskretionär geschlossen, was aber auch daran liegt, dass wir aktuell Countertrend laufen also gegen den starken Down-Trend der letzten Woche. Und noch hat sich kein Aufwärtstrend mit voller Trendstärke etabliert, wobei es heute einen impulsiven Ausbruch gab.

Also, mein Trading ist nicht wirklich anders, allerdings stocke ich im Gewinn mittlerweile auf anstatt Teilgewinne zu realisieren und damit folge ich den beiden Grundsätzen im Trading Verluste zu begrenzen (nie mehr als 1,5R) und Gewinne laufen zu lassen.

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Rainbowtrader
16.09.2011 - 14:50 Uhr
Hallo DaBuschi!

Schön, dass Du hier wieder schreibst!

Empfehlungen kann ich Dir keine geben, Du weisst schon, was Du machst. Bei allem Negativen, was einem im Trading passiert, ist es doch gut zu wissen, dass dieses "schei**-egal-Gefühl" wohl doch ein grundlegend emotionaler Zustand ist, von dem nicht nur ich befallen werden kann. Für mich war es wichtig, nach meinem Drawdown eine echte Auszeit zu nehmen und alles wieder geordnet und mit frischem Schwung anzugehen (bin noch auf Demo). Gut, dass Du Dir dazu eben die Zeit gelassen hast, die Du brauchst.

Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, zu unserem Trading-Selbstvertrauen zurückzufinden, weil ein Crash für uns eine relativ starke mentale Belastung darstellt.

Das Verhältnis von Gewinntrades zu Verlusttrades ist eine ganz spannende Nummer, denke ich, denn wie Du schreibst, fühlt sich das wie eine verflixte Schieflage an. Ich gehe davon aus, dass Dein SL eben nicht ausgeglichen zum Take Profit stand, denn nur durch diesen Schiefstand klappt das mit dem schnellen Abwärts wie im freien Fall, wohingegen der Aufstieg eine echte Schinderei ist - auch für die Nerven. Okay: mit dem Zocken durch erhöhtes Volumen (Lot/Units) gehts nochmal rasanter.

Ich habe mir vorgenommen, hier in Stufen mit gleicher Positionsgröße und einem ausgeglichenen SL/TP-Verhältnis zu agieren. Damit sollte es dann moderat abwärts gehen - eben zu dem Preis, dass es auch nur moderat aufwärts geht. Ich glaube, hier kann man nicht so viel tricksen, wie man sich das wünscht. Und wenn, dann muss man sich auf seinen Plan verlassen können und ihn auch strikt einhalten. Das scheint noch immer das Hauptproblem zu sein.

Viele Grüße,
Rainbowtrader :)
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Hallo DaBuschi, ;)


Danke für Deinen Bericht.
Mir schwebte auch schon so etwas in der Art..."den Markt mit Streubomben pflastern"...so als manueller EA vor.
Nur war ich mir nicht schlüssig,in welchem Abstand die Orders legen und noch viel wichtiger,wie realisieren ectpp.

Ich werd jetzt einfach mal ganz frech :-) Deinen Ansatz aufgreifen.

Übrigens hatte ich diese Woche auch nen ganz netten DD.:-((

Danke dafür.

LG,Rita
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Sehr interessant zu lesen, danke fürs schreiben..
Ich für mich hab entdeckt immer wenn ich mit schei** egal Attitüde an die Sache herangehe ich
die beste Zeit habe, fast keine Verluste und Nerven auf Reibung gleich Null ist.
Vieleicht ist das dass Geheimniss..
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Ja, das ist genau das Problem. Wenn einem der Einzeltrade egal ist, macht man automatisch Dinge richtig bzw. gar nicht, die man unter dem Erfolgsdruck tun würde. Damit kommen die Erfolge von ganz allein. Nur kann es langfristig keine Lösung sein, immer einen großen Drawdown zu haben, nur um dann irgendwann wieder die Kurve zu kriegen, weil man quasi "aufgegeben" hat. Ziel muss es werden, dass einem das Einzel- bzw. Tagesergebnis egal wird, denn dann stellt sich der Erfolg auf Dauer von ganz allein ein. Also darf man sich dann von einer guten Phase nicht wieder dazu hinreißen lassen, Dinge zu positiv zu sehen. Emotionen beim Trading sind nunmal einfach nicht gut. Aber wer hätte gedacht, dass extrem negative Emotionen wieder auf die Erfolgsspur führen können, während extrem positive Gefühle, ausgelöst durch eine längere Erfolgsserie zu großen Drawdowns führt.

Trading ist verrückt und Trader sind verrückter ;)
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Rainbowtrader
19.09.2011 - 16:00 Uhr
Es ist nun mal echt nicht einfach. Mal abwarten, wie sich alles entwickelt. Anscheinend funktionieren all die "Abkürzungen" nicht wirklich... :)
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