Inhalte aufrufen

  • Über Facebook anmelden Über Twitter anmelden Über WindowsLive anmelden Log In with Google Anmelden
  • Mitglied werden




Profilbild
- - - - -

Phase III

Geschrieben von DaBuschi , in Die Phasen 29 November 2010 · 233 Aufrufe

Es ist mal wieder Zeit, Euch was auf die Augen zu geben und da ich so langsam aber sicher hier auch dazu kommen will, wöchentliche Updates zu geben, muss ich dann mal mit Phase III und Phase IV hinne machen

Also - Phase III - Lernphase diskretionärer Handel, EW-Theorie, Trendhandel nach Voigt, Charttechnik etc.

Wie gesagt, war mir meine Performance aus dem automatisierten bzw. starren mechanischen Handel nicht gut genug. Wobei ich die Aussage relativieren muss. Die Performance, die ich erzielt habe, war mir schon genug. Der Ausblick auf die künftige Performance war es, der mich meinen ließ, es diskretionär besser machen zu können.

Aber wie es immer so ist, wenn man etwas an seinem Trading ändert / ändern will / ändern muss - gibt´s erstmal auf die Schnauze. Denn man kann nun nicht behaupten, dass ich sonderlich viel mehr Plan hatte, als bei meinen ersten diskretionären Versuchen zu Beginn des Projektes. Naja, ich hatte schon mehr Plan, deutlich mehr Plan oder sollte ich sagen - ich hatte deutlich mehr Fachwissen und Erfahrung angesammelt. Das Problem ist, dass man mit diesem Wissen nur eines erreicht. Man findet zu jeder Zeit einen Grund, in den Markt einzusteigen. Ob das sinnvoll ist oder nicht, sei einfach mal dahingestellt. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass dies sehr gefährlich ist und extrem teuer werden kann und ich muss an dieser Stelle auch auf ein anderes Forum verweisen und ich hoffe, DC sieht es mir nach. Aber in jenem anderen Forum gibt es einen User, der dermaßen lernresistent ist, dass es schon beim Zuschauen weh tut. Er tut genau das, was man nicht tun sollte. Er sieht sich den Chart an und einer seiner 26 oder mehr Tradingansätze wird ihm genau in diesem Moment schon einen Einstieg begründen können und schon geht er in den Markt. Ob das sinnvoll ist oder nicht, einfach mal dahingestellt. Hier ist der Thread

http://www.aktienboa...onkurs-t112281/

Was man ihm zu Gute halten muß, er macht das Ganze schon seit Mai 2009 und wird nicht müde, seine Unfähigkeit tagtäglich unter Beweis zu stellen. Dabei schlägt er gute Ratschläge aus obwohl er zugegebenermaßen selbst weiß, dass sie das Kernproblem erfassen und auf den Punkt bringen. Unterm Strich hat er sich selbst nicht im Griff, denn dabei gehts beim Trading - beim Blick auf den Chart auch mal keinen Trade zu nehmen, denn kein Trade ist auch ein Trade.

Aber zurück zu mir. Es soll ja hier um meine Phase III gehen. Ich habe also irgendwann im Frühjahr letzten Jahres damit begonnen, diskretionär zu handeln und dabei Verluste erlitten. Damit hatte ich gerechnet, weil solch eine drastische Umstellung selten reibungslos verläuft, schon gar nicht, wenn man eigentlich keinen Plan hat. In dieser Zeit habe ich aber mit großem Interesse einen Thread in eben jenem oben genannten Forum verfolgt, wo ein User Dax-Trading auf Basis der EW-Theorie betrieben hat. Es ist schon so lang her, dass ich das fast vergessen hätte . Immer wenn man selbst keine Ahnung hat, ist man offen für Neues und folgt tendenziell anderen, die vermeintlich wissen was sie tun und damit Erfolg haben. Dieser User war mit dem EW-Trading enorm erfolgreich und die Qualität seiner Prognosen war beeindruckend, vor allem die Trefferquote. Das ist natürlich verlockend, wenn man sieht, dass da Trefferquoten von weit über 50% mit Trades einhergehen, die ein hohes CRV aufweisen. Da ist der Weg zum Reichtum ja schon geebnet. So kam ich zur EW-Theorie. Ich habe einige Bücher gelesen und versucht die EW-Theorie selbst erfolgreich anzuwenden.

Nun muss man an dieser Stelle sagen, dass die EW-Theorie sehr komplex sein kann und generell ist es eine Sache, einen theoretischen Ansatz zu haben und zu verstehen, eine andere jedoch diesen auch sinnvoll in die Praxis umzusetzen. So hab ich mich mit meinem gefährlichen Halbwissen auch hier im Forum an Zählungen versucht, wo ich gleich mal grundlegende Dinge missachtet und falsch gemacht habe. Irgendwie bin ich dann auf Andre Tiedje bei Godmode gestoßen und war von seinen Analysen derart beeindruckt, dass ich den US-Index-Trader Dienst abonniert habe. Das lag daran, dass Tiedje nach EW handelt und das Abo 3 live Webinare pro Woche beinhaltete. Dort hatte ich also die Möglichkeit, die EW-Theorie in der Anwendung durch einen Profi zu sehen. Nun kann man am Verlauf meines Kontostands erkennen, dass auch das nicht sonderlich erfolgreich war, aber ich muss sagen, dass ich in dieser Zeit enorm viel gelernt habe und mich als Trader sehr stark weiterentwickelt habe.

So habe ich gelernt, einen Impuls von einer Korrektur zu unterscheiden und entsprechend zu handeln bzw. nichts zu tun. Während ich früher immer gegen den Trend getradet hab, frei nach dem Motto, was so stark gestiegen/gefallen ist, muss bald rumdrehen und da will ich dabei sein. Durch die EW habe ich gelernt, dass Trends sehr verschachtelt sein und sehr lange anhalten können. Die Verluste rührten dabei auch daher, dass ich die EW als Gesetz hingestellt habe und ich danach handeln wollte. Das mag für einige funktionieren, für mich offensichtlich nicht. Mittlerweile dient mir die EW als Richtlinie und Unterstützung und damit einfach als eine weitere Komponente in meinem Trading und nicht mehr als Hauptinstrument. Es hilft mir, Tendenzen zu erkennen, ob ein Trend demnächst drehen bzw. pausieren könnte (ob ich bei Einstiegen mit dem Trend also eher vorsichtig sein sollte und Gewinne schnell absichere) oder welche Ausdehnungen von Impulsen zu erwarten sind, wodurch man dann doch mal länger an einem Trade festhält.

Ich habe in dieser Zeit auch gelernt, dass weniger oft mehr ist. Und da kommt Voigt ins Spiel. Voigt hat immer so eine schöne Grafik, die die Entwicklung des Fachwissens eines Traders der Entwicklung des Kontostandes gegenüberstellt. Während das Fachwissen ansteigt, fällt der Kontostand ab und wenn der Kontostand fast am Boden ist, beginnt er wieder zu steigen und das Fachwissen sinkt ab.

Jetzt ist es freilich nicht so, dass man Fachwissen wieder ablegt, aber man dünnt es stark aus und benutzt es für das eigene Handeln nicht mehr und damit muss man es eher so betrachten, dass die fallende Kurve diesen Prozess der Ausdünnung und der Fokussierung auf das Wesentliche ausdrückt, was dann auch zum Ansteigen des Kontostandes führt, weil man sich (anders als der User aus dem obigen Thread) mit dem Wesentlichen beschäftigt und nicht immer nur nach Einstiegen bzw. Begründungen dafür sucht, genau hier und jetzt in den Markt zu gehen, sondern man dahin kommt, geduldig auf seine Chance zu warten und halt nicht zwingend im Markt sein muss.

Aber diese Phase muss man erstmal durchlaufen und durch das Sammeln von Erfahrungen Stück für Stück Dinge für sein eigenes Handeln ausschließen. So habe ich für mich die Benutzung von Indikatoren ausgeschlossen, weil sie mir nichts bringen, bzw. mich eher am Erfolg hindern. Andere wiederum kommen mit Indikatoren hervorragend zurecht. Ich habe mir deshalb auch fast komplett abgewöhnt, meinen Handelsansatz als den einzig Wahren hinzustellen und den Handel mit Indikatoren zu verteufeln. Nur weil es für mich nicht funktioniert, muss es nicht schlecht sein. Das führt dann aber auch dazu, dass ich mir über anderer Leute Handelsansätze nicht wirklich eine Meinung bilde /bilden kann. Es interessiert mich halt nicht so wirklich, schon gar nicht, wenn ich zu meinem Trading keinerlei Parallelen sehe. Und da sind wir auch an einem Punkt, der hier im Forum vor kurzem aufkochte, wo es um den Austausch von Analysen ging.

Jeder erstellt Analysen basierend auf dem eigenen Handelsansatz und geht daraufhin entweder long, short oder bleibt flat. Wie sinnvoll ist es dann, mit anderen darüber zu diskutieren, wie wir den Markt sehen, wenn diese völlig andere Kriterien betrachten und für wichtig erachten. Jetzt kann man behaupten, dass die Analysen, Ideen und Sichtweisen anderer Trader bereichernd sein können. Andersrum behaupte ich, dass es für einen erfolgreichen Trader gefährlich sein kann, sich auf anderer Trader Analysen einzulassen, weil er (nicht ausreichende Selbstkontrolle vorausgesetzt) Gefahr läuft, seinen eigenen erfolgreichen Tradingansatz mit den Ideen Anderer zu verwässern und damit nachhaltig zu beschädigen, wodurch es halt zu dem Schluß führt, dass erfolgreiche Trader sich dann im Zweifel nicht gegenseitig befruchten, sondern eher hindern.

So, das solls zu Phase III gewesen sein. To be continued mit Phase IV





Profilbild
Fluxkompensator
30.11.2010 - 06:37 Uhr
danke  :welldone: wie immer schoen geschrieben, man findet sich in "jedem 2. satz" wieder (abgesehen von den ansaetzen im speziellen)
  • Melden
yep sehr schön geschrieben wie immer :) Ich lese mich momentan stark in die Kerzencharts ein - ich find sie einfach essentiell und sie enthalten wahnsinnig viel informationen - Trend ist mir ansich pappe ich bin auf die Kurzen Ausbrüche 5 bis 10 pips aus :) Freue mich schon auf die nächste Phase ^^

vlg
  • Melden

Trackbacks für diesen Eintrag [ Trackback URL ]

Es gibt keine Trackbacks für diesen Eintrag