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Woche 10

Geschrieben von DaBuschi , in Wochenrückblick 11 März 2011 · 225 Aufrufe

Diese Woche erspare ich Euch zwei Screenshots, denn wie ich letzte Woche festgestellt habe, bringt es weder mir noch Euch was, wenn ich mir vorrechne, wie toll die Woche hätte sein können, wenn ich keinen Müll gehandelt hätte. Die Woche als solches kann man getrost in die Tonne kloppen und sie endete mit einem blauen Auge - einem dunkelblauen.

Aber wie jede andere Woche auch, war auch diese Woche wieder sehr lehrreich, aber bevor wir zu den Lehren der Woche kommen, hier erstmal die Stats.

http://img29.imageshack.us/img29/2675/201110kw.jpg


Unterm Strich steht ein Verlust von knapp 160€, aber es hätte auch viel schlimmer kommen können. Viel viel schlimmer.

Der Montag war noch ganz in Ordnung. 2 Trades kleiner Gewinn. Der Dienstag dann wie letzte Woche Montag. Den ersten guten Trade verpasst und dann in der Range einen Trade nach dem anderen genommen und ordentlich Geld verbrannt. Den Rest der Woche kaum eine Fuß auf den Boden gekommen und dann kam der Freitag, wo dann alles zusammenkam.

Bevor ich näher auf die Lehren der Woche eingehe, will ich kurz den Freitag schildern. Ich habe am Morgen einige Trades genommen, wovon die meisten ausgestoppt wurden und ich dann mit mehr als 2R hinten lag. Mit einem Trade wurde das ganze wieder ins Plus gedreht, weil ich den Longmove des Morgens gut mitgenommen habe. Dann war ich aber weiter auf Long versteift und das war der Fehler. Ich habe noch ein weiteres Hoch auf dem Plan gehabt. Unter Elliott-Wave-Tradern gibt´s ne Redewendung - so mancher Trader wartet noch heute auf die letzte Welle 5 (bzw. das fehlende Hoch). Ich habe die Feinheiten der EW-Theorie über die Realitäten gestellt. Die Realitäten waren, dass das Hoch der Asiensession gebrochen wurde und der Kurs sich knapp über diesem Hoch stabilisierte. Dann jedoch handelte der Markt wieder unter diese Hochs und das hätte er nicht tun dürfen. Nach der EW-Theorie war dies jedoch noch einige Zeit im Bereich des Möglichen und ich habe einen weiteren Longtrade genommen und den SL dorthin gelegt, wo er nach den EW-Regeln hin muss. Als der Kurs dann dem Level näher und näher kam, fing ich zu zweifeln an und erinnerte mich an die vielen Male, wo ein solches Level zuletzt gebrochen wurde und dann der Trend trotzdem weiter ging. Ich habe also den SL versetzt. Soll man nicht machen. Warum hab ich´s gemacht? Weil ich mir den Trade schöngeredet habe. Ich wollte Recht haben. Ich hab diesen Trade über alles andere erhoben und ihm eine größere Wichtigkeit zugestanden als er hatte, weil ich nicht verlieren wollte. Ich hatte einen Initial SL von 10 Pips. In der Spitze lag ich mit dem Trade 70 Pips hinten und damit 7R und das nur, weil ich den SL versetzt habe. Ich hab allerdings nach 3,5R eine Gegenposition aufgemacht und deshalb bei beiden erstmal den SL aus dem Markt genommen. Ich habe also gehedged. Hedging bringt aber eigentlich nichts, denn faktisch ist meine Position flat und ich muss ein Risiko eingehen, wenn ich eine von beiden Seiten auflöse. Aber dennoch war ich mit einem Mal völlig ruhig und hab das Bild sehr viel klarer gesehen. Ich hab oft ein besseres Marktgefühl, wenn ich im Markt bin, auch wenn der Trade gegen mich läuft. Ende vom Lied - ich hab den Hedge irgendwann aufgelöst und der Markt tat mir den Gefallen noch entsprechend viel weiter zu laufen, dass ich den Verlust ausgleichen und noch einen kleinen Gewinn rausholen konnte. Wäre es schief gelaufen, hätte das ein Verlust für die Woche von knapp 600€ bedeutet.

Aber im Prinzip hat der Freitag alles bewiesen, was mir die Woche über schon als Fehler aufgefallen ist. Die Fehler sind:

- Angst vorm Verlieren
- Einzeltrade über die Gesamtheit aller Trades gestellt, weil dieser Trade kein Verlust werden sollte
- SL zu eng nachgezogen bzw. Gewinne zu schnell mitgenommen. Damit Gewinne begrenzt und Verlust in den SL laufen lassen.
- In den Chart eingegraben - eher Scalping betrieben als Swingtrading.

Es ist die Kombination aller der vorgenannten Faktoren, die dazu führen, dass ich schlecht handele.

Ich habe Angst vorm Verlieren. Das ist tödlich. Das hab ich schonmal sehr viel lockerer gesehen, aber hängt wohl mit dem aktuellen Drawdown zusammen und wohl auch damit, dass ich mental Kontoschwellen im Kopf habe wie z.B. "unter diese Marke will ich das Konto aus den Gründen a, b und c nicht fallen lassen". Damit gerate ich automatisch unter Druck und handle nicht mehr den Markt sondern mein Konto und lasse es mental zu, dass ich so viel verlieren könnte, dass ich eine gewisse Schwelle unterschreite. Wenn man es sich vorstellen kann, kann man es auch erreichen. Soll heißen - solange ich Angst davor habe, eine Schwelle nach unten zu durchbrechen, wird es auch passieren. Ich bin quasi geistig drauf gepolt, das Konto dorthin zu bringen, obwohl ich eigentlich das genaue Gegenteil will. Also sollte ich mir Ziele nach oben hin setzen und einen Totalverlust in Kauf nehmen, was schwierig wird, wenn das Moneymanagement stimmt.

Durch die Angst vorm Verlieren wird jeder Trade zum wichtigsten Trade überhaupt. Dieser Trader muss ein Gewinner werden. Oh mein Gott, der darf nicht schon wieder verlieren. Dadurch zieht man den SL zu eng nach, was dadurch kommt, dass man faktisch im 1min-Chart handelt und dort den SL unter kleinste Rücksetzer nachzieht etc. Ich grabe mich also in den Chart ein und betreibe eher Scalping als Swingtrading. Es beißt sich aber, wenn ich große Swings abgreifen will, aber meine Einstiege mit chirurgischer Präzision ja fast schon im Tickchart suche. Das kann nicht gutgehen.

Es war richtiggehend befreiend, als ich den Hedge offen hatte und mit einem Mal ein Blick aufs übergeordnete Bild geworfen habe. Dort war ein klares Bild und in dieses klare Bild, habe ich dann die unteren Zeiteinheiten eingeordnet. Zuletzt war es eher umgekehrt. Ich habe im 1min-Chart eine Bewegung gesehen und habe dann versucht, diese im übergeordneten Bild einzuordnen. Das muss zwangsläufig schief gehen. Der wichtigste Punkte ist also, die Angst vorm Verlieren abzustellen. Einfach in Kauf nehmen, dass, wenn ich so weiter mache, mein Konto irgendwann auf Null stehen wird und meinen Blick vorwärts richten auf höhere Kontostände. Wenn man es sich vorstellen kann, wird es auch eintreten - also entweder Totalverlust oder grenzenloser Reichtum  ;D

Nun, in der kommenden Woche, werd ich nicht viel zum Handeln kommen und auch in den darauffolgenden Wochen und Monaten nicht, weil ich ab nächster Woche Freitag wieder arbeiten gehe. Meine Elternzeit ist vorbei und ich mische mich wieder unters arbeitende Volk. Demnach werde ich mein Trading auf größere Zeitfenster anpassen und eher auf den Stunden- und Tageschart ausweichen. Demnach kann es auch gut sein, dass ich meine Auswertungen hier eher auf Monatsbasis umstelle. Das muss ich mal sehen. Vielleicht bekomme ich auch genügend Trades hin, dass sich Wochenbasis weiterhin lohnt. Warten wir´s einfach mal ab.

Ich danke dem Markt auf jeden Fall für den heutigen Wake-Up-Call. Da hats kräftig geklingelt heute. Aber wie gesagt, ich bin überrascht, wie ruhig ich auf einmal war, vor allem als der Hedge aufgelöst war. Eine Bewegung von 10 Pips gegen mich, hätten einen Verlust von 1R bedeutet und der SL lag 60 Pips weit weg. Aber der zu verlierende Betrag war so groß, dass es mir den Kopf frei geblasen hat, weil ich wußte, dass es keine Option war, den Trade jetzt aus Panik einfach zu schließen. Es ging drum, aufgrund der Markbewegung das Richtige zu tun und der Markt lief long und es gab keinen Grund rauszugehen und am Ende hat der Markt das auch umgesetzt. Die Angst vorm Verlieren war quasi weg, obwohl es da um das 10-fache meines normalen Risks ging. Schon komisch, wie der Mensch so tickt. Ich hatte mich in mein mögliches finanzielles Schicksal ergeben und war mit einem Mal frei, das Richtige zu tun. Es heißt ja immer, dass man erfolgreich wird, sobald man lernt, das Geld hinter den Trades auszublenden. Scheint was Wahres dran zu sein.

In dem Sinne wünsche ich Euch ein schönes Wochenende
DaBuschi





Super Selbst-Analyse  :welldone:

Bin froh,daß nicht nur ich so manches mal am Rudern bin...kam mir hier im Forum schon vor,als sei ich die Einzige,die dauernd mit sich selber im Clinch liegt.
Danke für Deine Ehrlichkeit.

LG,Rita
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Rainbowtrader
20.04.2011 - 20:35 Uhr
Hallo DaBuschi!

Habe nochmal gelesen, was Du geschrieben hast:
- Angst vorm Verlieren
- Einzeltrade über die Gesamtheit aller Trades gestellt, weil dieser Trade kein Verlust werden sollte

Ich weiss ja ein wenig von Deinem Risiko- und Moneymanagement- und denke, hier liegt der Hund begraben. Das sage ich mal so als Anfänger, der derzeitig nicht tradet, doch hin und wieder nachdenkt. 10% Risiko bei 30% Handelskapital und 70% Reservekapital hört sich nach verlockenden 3% Gesamtrisiko an - also noch recht moderat.

Ich habe Erfahrungen gemacht, die mir gezeigt haben, das 2 oder 3% einfach zuviel für mich sind. Und ich behaupte mal, dass sogar 1% zuviel für mich ist. 0,5% hört sich inzwischen nach einem stimmigen Risiko an, davon schreibt auch Forexlooser, wenn ich mich nicht irre. Kann aber auch jemand anders gewesen sein.

Wenn mir ein Trade weh tut, dann habe ich Angst vor dem Verlust - und noch mehr Angst vor Verlustserien. Wenn mich eine 5er-Verlustserie schon zappelig werden lässt, dann ist das Risiko zu hoch. Ich behaupte mal ganz frech, dass ein passendes Risiko- und Moneymanagement auch 10 Verluste in Folge als emotional normal wegstecken sollte. Also der Verlust, über den ich dann immer noch lächele und mir keine Sorgen machen muss. Gedanken ja, Sorgen nein. Das ist ein elementarer Unterschied.

Doch ich bin Laie und nutze die tradingfreie Zeit neben Gesundung und Weiterbildung eben zum Nachdenken - um aus meinen Tradingfehlern zu lernen. Der Grundgedanke ist das Wachsen als Trader, doch das ist schon ein nicht niedriger Anspruch, wie ich feststellen muss. Psyche ist immer schwierig zu ändern, Einsicht ein guter Weg, denke ich, um den nächsten Level anzugehen.

Ich bin von Deiner Handelskapital- und Reservekapitalstrategie begeistert, verstehe mich nicht falsch. Nur denke ich, könnte Dein Problem im zu hohen Risiko mitbegründet liegen. Wie gesagt: nur mein Gedanke - kann auch falsch sein oder für Dich nicht real.

Viele Grüße,
Rainbowtrader :)
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Hallo Ihr Zwei,

danke für Eure Kommentare. Ich will an dieser Stelle nicht zu ausführlich drauf eingehen, aber bei einem kleinen Konto sind 3% nicht viel (nicht falsch verstehen) und wenn Du Angst vorm Verlieren hast, ist es wurscht, ob Du 0,5% oder 3% verlierst. Es ist eine Frage der Akzeptanz. Seit kurzem läuft es bei mir wieder besser, weil ich nun wieder akzeptiert habe, dass ein Resultat meiner Tätigkeit der Totalverlust sein kann. In dem Moment, wo ich mir das eingestanden habe, habe ich den Markt sehr viel ruhiger betrachtet und auch wieder Trades genommen, wo ich 15 Pips Risiko hatte und im Schnitt 60 Pips erzielt habe.

Ich werd hier bei Gelegenheit wieder mal ein Update reinstellen und noch genauer auf das Thema eingehen.

Viele Grüße
DaBuschi
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Rainbowtrader
23.04.2011 - 14:15 Uhr
Hallo DaBuschi,

das mit dem Risiko des Totalverlustes ist so eine Sache. Meinst Du nur die innere Haltung, weil Du mit einer gewissen hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kannst, keinen Totalverlust erleiden zu können - oder sprichst Du von einem realistischen Maß an Totalverlustrisiko im Sinne einer nicht unbedeutenden Wahrscheinlichkeit? Doof ausgedrückt, doch ich meine eben einmal nur die innere Haltung versus einer realistisch-realen Chance zum Totalverlust. Kann das nicht an Prozenten festmachen, doch sagen wir einfach mal im ersten Falle eine Totalverlustwahrscheinlichkeit von 99,9% zum zweiten Falle von zum Beispiel 10% - ob die Zahlen nun real sind oder nicht.

Danke!

Viele Grüße,
Rainbowtrader :)
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Es geht um die innere Einstellung. Solange Du nicht bereit bist zu verlieren und verlieren schließt nunmal den Totalverlust ein, solange hinderst Du Dich selbst am Gewinnen.

Warum schließt verlieren Totalverlust mit ein? Nun, einfaches Beispiel. Wenn ich ein 3.000€ Konto habe und das maximal auf 1.500€ fallen lassen will, warum nehme ich dann nicht konsequenterweise 1.500€ runter und nehme dann in Kauf das Konto zu plätten. Das wäre sogar effektiver. Denn im ersten Fall habe ich den Fokus unbewußt auf 1.500€. Es ist in meinem Kopf. Da drunter soll der Kontostand nicht fallen. Also habe ich immer im Hinterkopf diese Schwelle und das hat Einfluß auf mein Trading, auch wenn ich es nicht wahrhaben will. Ich bin auf einen fallenden Kontostand fokussiert und Verluste bringen mich der Schwelle näher, deren Erreichen ich unbedingt vermeiden will. Ich bin damit automatisch auf Verlieren programmiert, weil ich nach hinten (tiefere Kontostände) schaue anstatt nach vorne (neue Höchststände).  Es mag komisch klingen, aber es ist so.

Andere nennen es anders. Andere sagen - in dem Moment, wo sie sich davon gelöst haben, den Geldwert hinter den Trades zu betrachten, wurden sie erfolgreich. Ist im Prinzip nichts anderes. Wenn ich das Geld dahinter nicht betrachte, ist es mir auch egal, was mit dem Konto passiert. Es geht nur noch um die Trades und um nichts anderes. Wenn Du den Totalverlust akzeptierst, ist es Dir egal, ob mit dem nächsten Trade Dein Kontostand sinkt.

Verlieren kann man immer nur dann, wenn man vermeintlich etwas zu verlieren hat und das bedeutet, dass man etwas erreicht hat, was man nicht mehr hergeben will. Man muss seine Gedanken aber einfach positiv gestalten. Der Fakt, dass ich etwas erreicht habe, ist positiv. Selbst wenn ich das Konto danach plätte, hab ich es trotzdem geschafft und das kann mir keiner mehr nehmen. Auch wenn das Geld weg ist, kann mir die Erfahrung keiner mehr nehmen. Man kann sich aber auf das Positive nur fokussieren, wenn man sich von den negativen Gedanken lösen kann und bei mir ist es schlicht und ergreifend das Akzeptieren des Totalverlusts, der, und da hast Du Recht, bei richtigem Moneymanagement nahezu ausgeschlossen werden kann. Man kann aber auch bei richtigem Moneymanagement auf eine Kontogröße kommen, die jeden weiteren Handel wenig sinnvoll erscheinen lässt. Aber egal. Wenn ich den Totalverlust akzeptiere und hinnehme, kann es schlimmer als das gar nicht kommen. Ich bin also auf diese Eventualität vorbereitet und sie ist einkalkuliert. Damit hab ich meine Gedanken befreit und kann den Markt traden wie er ist. Solange ich Verlustangst habe, trade ich meinen Kontostand und damit werde ich automatisch von Gier und Angst getrieben. Habe ich keine Verlustangst, trade ich den Markt, wie er ist.

Die größte Hürde zum Erfolg ist und bleibt der Mensch selbst.....
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Aus der Angst wird so eine selbsterfüllende Prophezeiung.
Ist wie beim Autofahren...hab ich nur den Graben im Auge kann ich sicher sein,auch dort zu landen. ;)

Ansonsten hab ich bei mir auch festgestellt,daß es anscheinend besser ist,wenn ich ein grösseres Risiko fahre.
Dadurch bin ich bei Weitem sorgfältiger in der Auswahl der Trades.


LG,Rita
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Rainbowtrader
28.04.2011 - 09:01 Uhr
Hallo Euch beiden!

@DaBuschi
Ich danke Dir für Deine ausführliche Rückmeldung. Neben all der Technik, den Ideen, Strategien und den theoretischen psychologischen Themen zum Trading ist das wahrscheinlich genau der Punkt, der mir am allermeisten im Wege steht. Ich bin, so bescheuert sich das anhört, Geld-fixiert. Nicht im normalen Leben, dort hat Geld für mich keine große Bedeutung, sondern beim Traden.

Ich habe mein Depot und dort einen Betrag X. Nun ist es mein Ziel gewesen (und ist es immer noch) aus X dann X+20% zu machen, dann X+50%, X+100%, usw. Dabei habe ich X-10% mit Ach und Krach akzeptiert (mal wieder typisch, muss ja erst mal alles schlimmer kommen...), X-20% stellt schon mal berechtigten Zweifel an meinen Tradingfähigkeiten dar, ob das wirklich die richtige Entscheidung für mich war. Bis dahin jedoch eingeplantes Lehrgeld. Und so kann diese Spirale ja bis zum Exitus des Kontos führen.

Dazu ein Wort: ich habe mir vorgenommen, dass Traden für mich zum zweiten Standbein auszubauen, also ist das Geld, was ich bereitstelle, kein "Spass-Depot" oder "Dieses-Geld-habe-ich-über-Depot", sondern ich will daraus ja etwas machen, auch wenn die Summe erstmal sehr bescheiden ist. Wir sprechen hier von 1.000€. Nachschießen oder aufstocken kann man ja noch immer, sofern dazu in jeweiligen Situationen das Geld dazu frei ist. Doch grundsätzlich sage ich mir: dieses Depot, ob nun am Anfang oder nach einiger Erfolgszeit (sofern sie denn eintritt) darf ich nicht vernichten, denn dieses ist die Basis meines Tradens und mein zukünftiges (oder später mal aktuelles) Standbein. Hier also im Kopf zu haben, den Totalverlust zu akzeptieren, ist für mich noch problematisch. Soll heißen: ich schaffe diesen Sprung noch nicht.

Ergo habe ich im Kopf: unter 900€ geht mal gar nicht, und wenn es soweit ist: unter 800€ geht mal noch weniger, nun muss das aber mal in die andere Richtung gehen auf 1200€ oder wenigstens 1100€! Diesen Kreislauf kennt Ihr. Darum eben meine Frage nach dem, was sich hinter "Totalverlust akzeptieren" verbirgt. Eben auch, weil ich mich an meinen unteren Verlustgrenzen festsauge und das ist alles andere als professionell und ertragreich. Soll heißen: ich will mit dem Traden Geld verdienen und bin noch nicht so weit, sagen zu können, ich will ein erstklassiger Trader werden und was sich monetär abspielt bis dahin: aus den Augen aus dem Sinn...

@Rita
Dein Beispiel kenne ich, habe ich schon früh als Radfahrer (und später Autofahrer) verinnerlicht. Gerade als Radfahrer, der nur seinen Körper zum Abpuffern hat, ist das bei sportlicherem Fahrstil wirklich eine wichtige Lektion. Ich denke, viele haben das für sich noch nicht umgesetzt, und dann knallt das irgendwann, wenn mal ein Reifen platzt, man auf Laub oder Eis in der Kurve wegrutscht oder ein anderer in einen zu krachen droht. Ich wünschte, das würde mir beim Traden auch gelingen - also die Sache mit der selbsterfüllenden Prophezeihung.

Viele Grüße,
Rainbowtrader :)
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Hallo Rainbowtrader,

denk Dir doch einfach,daß das Geld nicht weg ist,sondern vorübergehend nur woanders.
Du hast es eingesetzt,um zu lernen,es erstmal verloren,um es Dir später zurückzuholen.
Die Weisheit hab ich aus den "Magiern der Märkte",es gibt eine Frau,weiß nicht mehr,wie sie heißt,die denkt genau so.

Ich garantiere Dir...wenn Du am Ball bleibst,kannst Du später auch aus einem Nano-Konto noch eine Existenz aufbauen...dauert nur ein Jährchen länger.
Ich denke mittlerweile,Geduld ist Alles in diesem Metier...peu a peu Erfahrung und Routine aufbauen,dann wird es auch was.

LG,Rita
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Rainbowtrader
28.04.2011 - 13:21 Uhr
Hallo Rita,

danke für den Tipp - nur bin ich hier zu sehr Realist im Sinne von "fort ist fort ist weg". Ich denke, das Ganze eben als Investition betrachtet ist eine Möglichkeit, wenn auch Dein Ansatz ja was von Sparbuch-Charakter hat: ich hole es mir später auf jeden Fall. So eben in der Art. Mal schauen: Zeit finden und Strategie anpassen, mental die notwendigen Schritte und Entwicklungen weiter angehen und dann komme ich dem Ganzen schon mal näher. Emotionsloses Traden ist das Zauberwort. Gar nicht so einfach... :P

Viele Grüße,
Rainbowtrader :)
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