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Trademanagement

Geschrieben von Marco82 , 09 April 2013 · 287 Aufrufe

Als Fortsetzung zum Trademanagement möchte ich das Risk- und Moneymanagement mit einbringen. Ein auch zu oft vernachlässigtes Thema. Begonnen wird hier mit empirischen Techniken des RM/MM’s.

Kurz zur Begriffserklärung:

Ein HPR (holding period returns /Renditen der Haltedauer) entspricht eine 1 plus oder minus dem, was man gewinnt oder verliert. Also 10% Gewinn entspräche 1.1 HPR. 10% Verlust entspräche demnach 0.9 HPR.

Das nächste synthetische Konstrukt ist die Einheit (Unit). Das HPR welches man pro Marktsystem berechnet, basiert auf einer Einheit.
Egal ob Futures oder Options, jeder Trade ist 1 Anteil. Wenn man Aktien handelt, entscheidest Du wie groß eine Einheit ist.
Es kann 1 Aktie oder 100 Aktien sein. Oder auch beim Handel der FOREX entscheidest Du was eine Einheit ist.
Jedes Ergebnis, welches hier mit einer Einheit berechnet wird, basiert als Ausgang auf diese eine Einheit.
D.h. wenn man FOREX handelt, dann wäre eine Einheit 1 Lot oder beim Aktienhandel eine Einheit ein Aktienanteil.

Entscheidung über die Menge

Immer wenn ein Trade eingegangen wird, muss man zwei Entscheidungen fällen: Nicht nur, ob man Long oder Short geht, man muss sich auch über die eingesetzte Handelsmenge entscheiden.
Diese Entscheidung ist immer eine Funktion der Konto-Equity. Hat man z.B. ein $10000 Konto so würde man sich mit 100 Gold Anteilen zu sehr aus dem Fenster lehnen.
Hat man jedoch ein $10Mio Konto und handelt nur 1 Gold Anteil, dann wäre dies doch etwas zu locker.
Ob wir es wollen oder nicht, ist die Menge für ein bestimmtes Merkmal untrennbar mit der Höhe des Eigenkapitals auf unserem Konto.

Trotzdem ist die Entscheidung der Handelsgröße nicht nur einfach eine Funktion der Equity in unserem Konto. Es ist eine Funktion unseres wahrgenommenen ‚worst-case‘-Verlustes des nächsten Trades.
Es ist eine Funktion, in welcher Geschwindigkeit unser Konto anwachsen soll.
Es ist eine Funktion der Abhängigkeit der vergangenen Trades.
Mehr Variablen als diese oben genannten werden bei der Mengenentscheidung zugeordnet, aber wir versuchen alle diese Variablen zu sammeln, einschließlich der Kontogröße, für eine subjektive Entscheidung hinsichtlich der Menge.

In dieser Diskussion möchte ich Bezug auf die mathematisch korrekte Entscheidung der Menge eingehen. Du wirst nicht mehr länger die Entscheidung auf Basis der Subjektivität (und möglicherweise irrtümlich) treffen.
Du wirst sehen, dass man einen hohen Preis bezahlt nicht die richtige Menge bestimmt zu haben und dieser Preis erhöht sich je mehr Zeit vergeht.
Viele meinen, dass es etwas willkürlich ist, welche Menge man einsetzt. Was oft zählt ist, dass die Richtung stimmt.
Darüber hinaus haben viele auch den falschen Eindruck, dass es eine geradlinige Beziehung zwischen dem, wie viel man setzt und wie viel man Verliert oder Gewinnt auf lange Sicht, gibt.
Das ist nicht ganz korrekt.

Wir werden in wenigen Augenblicken sehen, dass die Beziehung zwischen potentiellem Gewinn und eingesetztem Risiko keiner geraden Linie entspricht.
Sie ist gekrümmt. Es gibt einen Höhepunkt in dieser Kurve, und auf dessen Gipfel maximieren wir potentielle Gewinne zum eingesetzten Risiko pro Einheit.
Weiter sehen wird, dass die Entscheidung über die Höhe der Menge genauso wichtig ist wie die Entscheidung Long oder Short zu gehen.
Im Gegensatz zu den meisten Missverständnissen der Händler, ob man richtig oder falsch am Markt liegt, dominiert nicht, ob man die richtige Menge setzt.
Wir haben keine Kontrolle, ob der nächste Trade richtig oder falsch ist. Doch wir haben die Kontrolle über das, was wir setzen.
Und unsere Ressourcen sind besser ausgegeben, wenn wir uns darauf konzentrieren, die richtige Menge einzusetzen.

Wir können nun einen Divisor über unseren wahrgenommenen ‚worst case‘ Verlust festlegen, eine Zahl zwischen 0 und 1, welche Du verwendest.
Zum Beispiel, Du hast ein $50,000 Konto und erwartest im schlimmsten Falle einen Verlust von $5,000 pro Anteil, hast somit 5 Anteile und der Divisor würde .5 betragen:

50,000/(5,000/0.5) = 5

Das bedeutet, du kannst 5 Anteile für eine $50,000 Konto mit 1 Anteil pro $10,000 der Equity setzen. Hast Du nur 1 Anteil würde der Divisor hier .1 sein:

50,000(5,000/0.1) = 1

Dieser Divisor wird durch seine Variable f ausgedrückt.



In Bezug auf die obrige Abbildung 1.
Dies repräsentiert ein Spiel, wo man die Chance hat zu 50% $2 zu gewinnen gegenüber einer 50%igen Chance $1 bei jedem Zug zu verlieren (Risk/Reward 1:2).
Eine Wette kostet Dich demnach $1. Aber man hat die Möglichkeit mehr Wetten (Units/Einheiten) pro Spiel zu setzen und zu reinvestieren.
Das optimale f wäre hier .25, während der TWR 10.55 nach 40 Spielen beträgt (20 Sequenzen von +2, -1).
TWR steht für Terminal Wealth Relative. Dieses repräsentiert die Rendite auf den Initialkontostand als Vielfaches. Ein TWR von 10.55 bedeutet, Du hättest das 10.55 fache des originalen Kontostandes wieder oder 955% Rendite.
Nun beobachte mal, wenn Du nur 15% weniger vom eigentlichen optimalen .25 f einsetzt. Bei einem .1 f oder .4 f wäre dein TWR 4.66. Dies ist nicht mal die Hälfte von dem was .25 brächte nach 40 Spielen bei nur 15%.

Über wie viel reden wir in Dollar?
Bei f = .1 machst du eine Wette pro $10 des Startkapitals. Also folglich setzt Du bei einem Startkapital von $100 im ersten Spiel 10 Wetten pro $1 die Wette ($100 Kapital / ($1 Wette / .1f) = 10 Wetteinsätze im ersten Spiel.
Bei f = .4 machst du eine Wette pro $2.50 des Startkapitals. Folglich setzt Du bei einem Startkapital von $100 im ersten Spiel 40 Wetten pro $1 die Wette ($100 Kapital / ($1 Wette / .4f) = 40 Wetteinsätze im ersten Spiel.
Beide machen die gleiche Rendite mit einem TWR von 4.66. Bei f = .25 machst du pro Spiel einen Einsatz von $4 und Du wirst mehr als das Doppelte machen nach 40 Spielen als bei einem Einsatz von $2,50 pro Spiel.
Klar macht es sich nicht bezahlt zu überwetten.
In einem 50/50 Spiel, wo man das Doppelte vom dem gewinnt, was man verliert, wirst Du bei einem f von .5 nur Breakeven sein. Das bedeutet, Du bist bei Breakeven, wenn du pro Spiel $2 machst.
Bei einem f größer als .5 verlierst Du in diesem Spiel und es ist nur eine Frage der Zeit bis Du komplett ausgespielt hast. Unser Ziel ist es demnach objektiv die Spitze der f Kurve für ein gegebenes Handelssystem zu finden.

Im Anhang habe ich mal eine Excel-Tabelle eingefügt, womit man verschiedene Szenarien durchspielen kann.
Alle grün hinterlegten Felder dürfen Verändert werden, um die Szenarien nach seinen Wünschen anzupassen.

In dieser Diskussion werden bestimmte Konzepte in Bezug der Spieltheorien beleuchtet. Der Hauptunterschied zwischen Glücksspielen und Spekulationen ist, dass Glücksspiele Risiken schaffen (und viele Menschen sind dagegen),
wo Spekulationen eine Übertragung der bereits bestehenden Risiken sind (vermeindlich).
Die Glücksspiel-Darstellung wird benötigt um so klar wie möglich diese Konzepte zu zeigen. Die Mathematik des Moneymanagement und die Prinzipien involviert im Handel und dem Glücksspiel sind fast ähnlich.
Der Hauptunterschied in der Mathematik des Glücksspieles ist, dass wir es mit Bernoulli Ergebnissen zu tun haben (nur zwei mögliche Ausgänge), wobei wir es im Handel mit einer gesamten Wahrscheinlichkeitsverteilung zu tun haben.


!Der Anhang muss nach dem Herunterladen umbenannt werden. Also das .txt löschen, um daraus eine .xlsx zu machen, sonst lässt es sich in Excel nicht öffnen.!
Kapitel1.xlsx.txt








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