Autor Thema: Was tun gegen Agressionen beim Trading?  (Gelesen 1842 mal)

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Re: Antw:Was tun gegen Agressionen beim Trading?
« Antwort #30 am: Juni 28, 2011, 19:43:30 pm »
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Bekomme ich immer das was ich erwarte, und wenn das nicht so ist, was bedeutet das für mich? Kann ich auf das langfristige Ziel zoomen/konzentrieren, oder verliere ich mich im Fokus auf einzelne Begebenheiten. Und was ist das Ziel hinter meinen Erwartungen? Luxuriöses Haus, Garage mit vielen schönen Autos und der entsprechenden Frau an der Seite? Bin ich emotional abhängig davon dieses Ziel zu erreichen weil ich damit Illusionen verbinde um einen imaginären Wunsch zu erfüllen, nach Selbstbestätigung zum Beispiel?

Klar, die Erwartungen bzw. das Ziel welches man erreichen will ist der emotionale Knackpunkt beim Trading. Antworten auf diese Fragen habe ich zwar, allerdings bringen diese mich nicht im Hinblick auf die Gefühlsausbrüche beim Handeln weiter. Denn wenn ich ein Ziel habe, welches ich durchs Traden zu erreichen versuche, heißt das ja noch nicht das dies auch möglich ist. Trade ich beispielsweise um mir das teuerste Appartement in New York leisten zu können, dürfte die Frusttoleranz extrem niedrig sein, weil man sich kaum Fehler erlauben darf um ein so großes Ziel zu erreichen. Es ist ja auch nicht möglich sich einfach zu sagen "gut, das werde ich nie erreichen können also suche ich mir ein anderes Ziel". Der Wunsch wird trotzdem bestehen bleiben. Nichtsdesdotrotz sollte man natürlich immer genau wissen wozu man etwas macht.


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Du kannst ein System haben, und wenn Du dich an dieses System hälst, dann hast Du laut deinen System alles richtig gemacht. Ob der Markt das auch so sieht ist eine völlig andere Geschichte.

Genau das System ist glaube ich das Hauptproblem bei mir. Ich teste es noch nicht soo lange und dementsprechend hat es sich noch nicht langfristig bewährt. Aufgrund der sehr geringen Lot Größe mit der ich handel (0,01) können die Agressionen nicht daher kommen dass ich bei einem Trade viel Geld verloren habe. Es geht wohl vielmehr darum dass ich Angst habe, das System, in welches viel Hoffnung gesetzt wurde, ist doch nicht langfristig profitabel.

Zitat
Ohne jemandem nahe treten zu wollen, aber wenn man Sachen durch die Gegend schmeißt
und ausflippt wenns mal nicht läuft wie man es möchte dann hat es nicht mit Agressionen beim trading
sondern mit der Persönlichkeit zu tun. Und da braucht man kein Tradingplan sondern ein Lebensplan..
Oliver Kahn war so einer, aber der konnte es sich leisten und das auch nur weil er sehr gut war,
ansonsten sind sollte Leute über stressig und viel zu narzisstisch.

Harte Worte, die - zumindest bei mir - so nicht ganz stimmen. Ich "flippe nicht aus", sondern muss einfach nur kurzzeitig meine Wut rauslassen. Ausflippen hieße für mich dass man Türen zuschlägt, Sachen auf den Boden wirft und rumbrüllt. Ob ein Lebensplan wirklich die Lösung ist wage ich zu bezweifeln. Zum einen setzt man sich der Gefahr aus, dass Erwartungen enttäuscht werden - nämlich die in dem Lebensplan verankerte Ziele bzw. die Erfüllung derer. Zum anderen setzt man sich natürlich auch unter Druck damit, wenn man merkt dass dieser "Plan" nicht so eingehalten wird.

Oliver Kahn ist eine ganz andere Sache, über seine sportlichen Qualitäten kann man nicht streiten. Ob er es sich aber wirklich leisten konnte seine Gefühlsausbrüche so offen zu zeigen sei mal dahingestellt. Das grenzte doch mehr als einmal an Körperverletzung. Stressig können solche Leute sicher sein, zumindest in den Situationen wo sie sich nicht ganz unter Kontrolle haben. In meinem Fall ist die Bezeichnung narzisstisch allerdings einfach quatsch, ich bin nicht selbstverliebt und mir äußerlicher sowie charakterlicher Mäkel durchaus bewusst.

Zitat
Wenn du dieses Problem überwindest, dann steht Dir wiederrum eine erfolgreiche Taderkarriere bevor.

Sofern die anderen Rahmenbedingungen stimmen hast du da vollkommen recht. Ich bezweifel aber dass es für mich der richige Weg ist zu versuchen die Agressionen zu kanalisieren und dann abzulassen. Gehe dreimal die Woche ins Fitnesstudio (nein Katakuja, nicht weil ich mich da immer in den großen Spiegeln sehen kann) und eigentlich kann man dort ja gut Wut rauslassen. Habe das kanalisieren aber schon in anderen Bereichen versucht, hat leider nicht wirklich geklappt. Somit für viele sicher ein guter Weg, für mich jedoch nicht.

Zitat
Oft steht auch einfach nur Angst hinter den Aggressionen/Aggressionen im Allgemeinen.

Angst den Trade/das Geld zu verlieren ist ja klar,aber dahinter verbirgt sich dann noch mehr,wie z.B. Angst,sich vor der Familie/den Freunden lächerlich zu machen,falls das mit der Börsenkarriere nix wird.
Angst,den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen,Angst,den Plan nicht erfüllen zu können...oder was auch immer.

Ja, wie ich schon ein paar Absätze weiter oben geschrieben habe ist es wohl die Angst, dass die Tradingstrategie nicht so gut ist wie erhofft. Druck von Seiten der Freunde oder Familie ist bei mir glücklicherweise gar nicht vorhanden. Der Anspruch an mich selbst es zu schaffen ist natürlich da, aber der bestimmt nicht das Trading.
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Re: Antw:Was tun gegen Agressionen beim Trading?
« Antwort #30 am: Juni 28, 2011, 19:43:30 pm »

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Re: Was tun gegen Agressionen beim Trading?
« Antwort #31 am: Juni 28, 2011, 22:45:35 pm »
also agressionen sind normalerweise kein problem des tradings alleine sondern werden sonst nur unterdrückt, da hilft nur professionelle hilfe oder gerstensaft
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Re: Was tun gegen Agressionen beim Trading?
« Antwort #32 am: Juni 28, 2011, 22:55:33 pm »
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Re: Was tun gegen Agressionen beim Trading?
« Antwort #33 am: Juni 28, 2011, 23:02:20 pm »
das sind zuwenig, du brauchst mindestens 5
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Re: Was tun gegen Agressionen beim Trading?
« Antwort #34 am: September 01, 2011, 15:33:50 pm »
Hallo Demika,

Erstmals möchte ich Dir sagen, dass dieser Prozess der Gefühlsschwankungen als Neuling in der Traderwelt, mal vorsichtig ausgedrückt "normal" ist. Angst ist ein Grundgefühl, dass bei jedem Mensch verhanden ist, weiterhin lässt sich die aktuelle Emotion Angst unterscheiden von der Persönlichkeitseigenschaft Ängstlichkeit, also häufiger und intensiver Angst zu fühlen als andere Menschen. (Quelle Wikipedia)

Als ich damals mit 20 Jahren anfing war ich sehr selbstbewusst und Angst kannte ich erst gar nicht. Ich hatte mehr Glück als Verstand und machte in den ersten Wochen ein kleines Vermögen. Ich strahlte nur so von Selbstbewusstein und ja, es fühlte sich grossartig an, ich dachte ich sei ein Superhero und  wenn das so weitergeht hab ich bald nen Ferrari vor der Haustür stehen. Ich erinnere mich noch ganz genau
als mein Vater ins Zimmer kam und ich ihm auf Autohandel-Plattformen diverse Superschlitten wie Ferrari und Co. gezeigt habe und gesagt habe, bald gehört einer davon mir. Mein Vater hat mich ausgelacht, ja genau, gelacht hat er und sagte, sei froh, wenn du dir einmal einen SMART leasen kannst, wenn du vorhast so weiterzumachen.

Diese Aussage ist und war damals in dieser Situation natürlich hart für mich, aber sie war ehrlich. Von Gier zerfressen und vollgepumpt mit Euphorie wollte ich es ihm beweisen und machte weiter wie ich angefangen habe. Die Glückssträhne war vorbei, ich verlor mein gesamtes Vermögen innerhalb von 2 Tagen, so schnell kanns gehen wenn man sich zu hohe Ziele setzt. So, ab da an wars dann vorbei mit Superhero & Ferrari, mein Ego war so angekratzt als hätte ich wortwörtlich den Boden unter den Füssen verloren. Psychisch kam ich erstmals in meinem Leben an meine Grenzen, dachte ich allenfalls damals, doch das war erst der Anfang dieses Gefühl-Trips. Erstmals erlebte ich Angst, Angst von Verlusten, Angst zu versagen, ja ich hatte sogar Angst vor der Angst. Dazu kam Wut, Hass, Panik, Enttäuschung, Selbstzweiflung und stellte fest, dass meine Reizschwelle starkt gesunken ist und ich mich sehr schnell zur Aggresivität verleiten lies.
 
Vom Erfolg der ersten Wochen gekennzeichnet wollte ich den danach harten Verlust nicht wahrhaben und habe diesen soweit wie möglich ignoriert. Wieder Geld eingezahlt und das Spiel ging wieder von vorne los, die Hoffnung einen Ferrari zu kaufen war nicht gestorben, sondern der Ansporn war gross um doch weiter zu machen, aber wie? Ja genau, wie? Ich dachte, ich kann es doch, es lief ja am Anfang ganz gut...nur leider wollte ich damals nicht verstehen, dass ich ohne jegliche Tradererfahrung einfach unverschämt viel Glück gehabt habe. Nicht dass ich von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte, ich hab etliche Bücher und Markttechniken studiert, doch was nützte mir das, wenn ich mich nicht an ein vernünftiges Risiko-Management hielt und die Verluste laufen lies in der Hoffnung der Kurs dreht dann schon wieder. Hoffnung kommt vor Kapitulation.

Heute bin ich froh, dass ich diese Erfahrungen machen durfte, denn nur solche Ereignisse und emotinalen Tiefschläge können aus dir einen besseren Trader machen. Den Satz "Wer zweimal den gleichen Fehler macht ist dumm" habe ich soviel mal gehört. Aber man kann diesen Satz nicht am Markt anwenden, um nicht zweimal den gleichen Fehler zu machen gehört einfach mehr dazu. Für mich war es sogar gut, dass ich solche Fehler gemacht habe, immer und immer wieder...Ich wusste tief in mir drin, das es falsch wäre so weiterzumachen und wenn ich so weitermache bald kein Geld mehr haben werde und der Traum als Trader wird nicht in Erfüllung gehen. Ich nahm dann Abstand vom Markt und verarbeitete alles von Anfang an und fügte ein Erlebnis & Ereigniss ein dem anderen zu. Schnell merkte ich, dass jedes noch so kleine Ereigniss oder Erlebnis das nächstehende beinflusst, änlich wie ein Domino-Effekt. Erst als ich das kapiert habe, begab ich mich auf den Kampf gegen mich selbst.

Erst ab hier kann man anfangen an seiner Disziplin zu arbeiten und zu verfeinern. Bedenke, 90% am Markt ist nur reine Psychologie und nichts anderes, wenn Du Vorteil gegenüber den anderen haben willst, arbeite an dir selbst.



« Letzte Änderung: September 01, 2011, 16:23:49 pm von Peki »

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Re: Was tun gegen Agressionen beim Trading?
« Antwort #35 am: September 01, 2011, 16:01:03 pm »
Jeder Mensch ist anders, jeder Mensch hat andere Ziele, der eine tradet gelegentlich nebenbei, der eine will ums verrecken Trader werden. Das sind 2 Paar Schuhe, der eine wird sich nur oberflächlich mit der Materie beschäftigen und wird sich nicht dem Markt so öffnen können und wird nicht die ganze Tiefe (Psychologie) zu spüren bekommen wie der angehende Vollblut Trader.

Ich wollte Dir wirklich nur aufzeigen, wie ich es erlebt habe. Heute bin ich so abgehärtet und trade nahezu emotionlos, somit habe ich keine Einschränkungen in meiner Handlungsfähigkeit und das ist das wichtigste überhaupt, nämlich einen freien Kopf zu haben.

Zudem möchte ich Dir sagen, dass es kein System an der Börse gibt, Du brauchst Erfahrung um im richtigen Moment das richtige zu tun. Niemand hier wird Dir ein Rezept geben können um deine Angst zu besiegen. Du musst Dich wirklich mit deinen Erlebnissen und Ereignissen auseinandersetzen und es deiner Persönlichkeit anpassen. Besiege deine Schwächen und kämpfe für deine Stärken.
Ein Beispiel ist ein guter Freund von mir, wir haben beide zur gleichen Zeit angefangen zu traden, genau das gleiche gelernt und das gleiche praktiziert. Heute sind wir beide erfolgreiche Trader, aber unsere
Handlungsweise unterscheidet sich sehr voneinander. Deshalb kann ich Dir bewusst sagen, dass jeder eine andere Ansichtssache hat und jeder Typ und Persönlichkeit halt nunmal spezifisch sind.

Versuche nicht alle Hoffnung in einen einzigen Trade zu setzen, sondern ziehe erst am Ende vom Tag Bilanz. Setze Dir ein Ziel wieviel Trades du am Tag machen willst, wenn Du 7 von 10 Trades im Gewinn bist, so ist das doch schon sehr gut. Hier habe ich noch einen Beitrag zum Umgang mit Verlusten, hoffe dies hilft Dir weiter: Es ist Dir nicht erlaubt Links zu betrachten. Registrieren oder Einloggen

Merke gerade, dass ich schon viel geschrieben habe, aber dass musste halt so sein um Dir und den anderen wirklich einen Eindruck, wie ICH ihn erlebt habe zu vermitteln.

Fazit: Du bist auf dem richtigen Weg, dieser Gefühls-Trip gehört dazu, gib jetzt nicht auf und mach weiter und besiege dein Ego und ja, es braucht Zeit, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Aber das gute ist, es liegt in deinen Händen, was Du daraus machst.

Wünsche Dir auf deinem weiteren Weg viel Erfolg!!!

Viele Grüsse
Peki
« Letzte Änderung: September 01, 2011, 18:11:43 pm von Peki »

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Re: Was tun gegen Agressionen beim Trading?
« Antwort #36 am: September 01, 2011, 19:26:28 pm »
Hallo Demika,

wenn dir die Psyche einen Strich spielt, du aber ein ordentliches Trading-Know-how hast, warum lässt du dann nicht traden?
Überlege dir, ob du dir eine programmierbare Trading-Software zuzulegst.
Ok, jetzt kommt schon wieder Arbeit auf dich zu. Das Gute: Nicht jede Software ist gleich umständlich. Da gilt es zu recherchieren. Zudem hast du die Möglichkeit, in kurzer Zeit deine Setups zu variieren (ohne curve fitting zu betreiben - das ist wieder ein Thema für sich).

Warum willst du dich (unnötig) dem Stress aussetzen, und das Trading-Tag für Trading-Tag?

Hast du dir überlegt, alternativ End-of-Day-Trading zu praktizieren?
Du kannst deine Trades in Ruhe vorbereiten.

Um Abstand zu gewinnen und in Ruhe nachzudenken, mach doch mal ein paar Tage Pause vom Trading.

Forexfabrik

Re: Was tun gegen Agressionen beim Trading?
« Antwort #36 am: September 01, 2011, 19:26:28 pm »


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