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Autor Thema: Paroli-Money-Management  (Gelesen 3575 mal)

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Paroli-Money-Management
« am: Oktober 23, 2010, 13:53:16 pm »
Hallo zusammen,

ich möchte Euch ein von einigen Usern hier im Forum (PriNova und DaBuschi) vorgestelltes Moneymanagement näherbringen, weil es dann doch dazu immer mal wieder Fragen gab.

Im Prinzip kommt die Idee für Paroli aus dem Glücksspiel - hier konkret vom Roulette - und ist das Gegenteil von Martingale - Antimartingale quasi.

Martingale bedeutet, dass man seine Positionsgröße nach einem Verlust verdoppelt, um dann im Gewinnfall ins Plus zu kommen. Wenn man unbegrenzte Resourcen (sprich Geld) zur Verfügung hat, funktioniert das auf jeden Fall, denn irgendwann wird man einen Winner haben und schon sind alle Verluste wieder ausgeglichen. Aber sinnvoll ist das nicht. Nehmen wir an, dass man 20 Verluste in Folge hat und dann erst ein Gewinner kommt, so sieht das ganze wie folgt aus. Es wird hier vereinfacht davon ausgegangen, dass man entweder seinen Einstatz verliert oder seinen Einsatz verdoppelt. Sicherlich ist eine Verlustserie von 20 Trades ein extremes Beispiel, doch wartet einfach mal ab, wann es Euch erwischt :)

Einsatz 1 / Verlust 1 - Gesamtverlust 1
Einsatz 2 / Verlust 2 - Gesamtverlust 3
Einsatz 4 / Verlust 4 - Gesamtverlust 7
Einsatz 8 / Verlust 8 - Gesamtverlust 15
Einsatz 16 / Verlust 16 - Gesamtverlust 31
Einsatz 32 / Verlust 32 - Gesamtverlust 63
Einsatz 64 / Verlust 64 - Gesamtverlust 127
Einsatz 128 / Verlust 128 - Gesamtverlust 255
Einsatz 256 / Verlust 256 - Gesamtverlust 511
Einsatz 512 / Verlust 512 - Gesamtverlust 1023
Einsatz 1024 / Verlust 1024 - Gesamtverlust 2047
Einsatz 2048 / Verlust 2048 - Gesamtverlust 4095
Einsatz 4096 / Verlust 4096 - Gesamtverlust 8191
Einsatz 8192 / Verlust 8192 - Gesamtverlust 16383
Einsatz 16384 / Verlust 16384 - Gesamtverlust 32767
Einsatz 32768 / Verlust 32768 - Gesamtverlust 65535
Einsatz 65536 / Verlust 65536 - Gesamtverlust 131071
Einsatz 131072 / Verlust 131072 - Gesamtverlust 262143
Einsatz 262144 / Verlust 262144 - Gesamtverlust 524287
Einsatz 524288 / Verlust 524288 - Gesamtverlust 1048575
Einsatz 1048576 / Gewinn 1048576 - Gesamtgewinn 1

Ihr seht, dass nach 21 Trades, wo wir erst 20 Verluste in Folge hatten und dann einen Gewinntrade - wir bei dem Gewinntrade 1.048.576 € einsetzen mussten, um damit 1.048.576 € zu gewinnen und unseren aufgelaufenen Verlust von 1.048.575 € auszugleichen und 1€ am Ende Gewinn zu haben. Ich werde bei der Vorstellung des Paroli-Systems auch einige Ergebnisse und Zahlen liefern. Es ist ein Projekt, welches ich Mitte Juli gestartet habe. Meine größte Verlustserie seit Juli waren 8 Trades in Folge. Wenn ich also immer nur 1€ pro Trade gewinnen wollte, hätte ich bei meinem 9. Trade bereits 256€ riskieren müssen, nur um diesen einen EUR zu gewinnen.

Auch wenn es ein extremes Beispiel ist, so seht Ihr doch, wie gefährlich Martingale beim Trading oder Glücksspiel sein kann. Während im Markt lediglich Euer Geldbeutel die Grenze darstellt, gibt es in Kasinos Tischlimits.

Damit die Beiträge nicht zu lang werden, werde ich es in mehrere aussplitten.

Das war der Teil zum Thema Martingale. Im nächsten Beitrag gehe ich auf Paroli ein. Bitte postet noch keine Fragen, bis nicht alle Beiträge komplett sind. Der Übersichtlichkeit halber muss ich Eure Beiträge sonst löschen. Danke ;)

Ein erfolgreicher Trader weiß nicht, was passieren wird. Aber er weiß zu jeder Zeit, was er tun muss.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Trend fortsetzt ist größer, als das er bricht.

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Paroli-Money-Management
« am: Oktober 23, 2010, 13:53:16 pm »

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Antw:Paroli-Money-Management
« Antwort #1 am: Oktober 23, 2010, 14:14:51 pm »
Wie gesagt, ist Paroli das Gegenteil von Martingale. Anstatt sein eigenes Geld zu riskieren, riskiert man das Geld anderer Leute.

Wie soll das denn gehen? Nun, ganz einfach - indem Ihr Eure Gewinne reinvestiert. Realistisch betrachtet gehören Euch Eure Gewinne, aber wenn Ihr es von der Seite Eures anfänglichen Einsatzes betrachtet, hat das Geld vorher jemand anderem gehört - es war also mal das Geld anderer Leute.

Beim Roulette ist Paroli so aufgebaut, dass man eine Parolistufe von 3 erreichen will. Soll heißen - man gewinnt und lässt seinen Einsatz und Gewinn auf dem Tisch (Paroli 1). Man gewinnt ein zweites Mal und lässt wieder seinen Einsatz + Gewinne auf dem Tisch und riskiert dies beim nächsten Mal wieder (Paroli 2). Man gewinnt ein drittes Mal und nimmt seine Gewinne vom Tisch (Paroli 3) und fängt von vorn an.

Das sieht dann wie folgt aus:

Einsatz 1 / Gewinn 1 - Gesamtgewinn 1
Einsatz 2 / Gewinn 2 - Gesamtgewinn 3
Einsatz 4 / Gewinn 4 - Gesamtgewinn 7

Man sieht schnell, dass die Zahlen dem von Martingale gleichen, dass der Hebel hier aber in die andere Richtung wirkt. Wenn man eine Gewinnserie von Paroli geschafft hat, hat man seinen Einsatz verachtfacht, denn man hatte seinen ursprünglichen Einsatz von 1€ und hat 7€ dazugewonnen.

Bei einer Trefferquote von 20% allein ist das hochprofitabel, da man 5€ einsetzen musste (4 Loser, 1 Winner), um 7€ zu gewinnen. Das entspricht einem Profitfaktor von 1,75. Der Profitfaktor gibt an, wieviele EUR man pro verlorenem EUR gewonnen hat. Hier haben wir 4€ verloren und 7€ gewonnen (7/4 = 1,75).

Der Profitfaktor ist auch beim Trading die alles entscheidende Kennzahl und alles größer als 2 ist hervorragend, aber wie Forexmillionär Kay gezeigt hat, kann man auch mit einem Profitfaktor von 1,26 (nagelt mich jetzt nicht fest, ob es wirklich dieser Wert war, aber größer als 1,3 war´s net) große Gewinn einfahren. Kay hat aus 1.000€ innerhalb eines Jahres 75.000€ gemacht. Das sind 74.000€ Gewinn.

Das heißt, dass Kay über das gesamte Jahr hinweg 284.615,39€ verloren und 358.615,39€ gewonnen hat (284.615,39 * 1,26 = 358.615,39) und unterm Strich blieben 74.000€ Gewinn über (358.615,39€ - 284.615,39€ = 74.000€).
« Letzte Änderung: Oktober 23, 2010, 14:33:16 pm von DaBuschi »
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Antw:Paroli-Money-Management
« Antwort #2 am: Oktober 23, 2010, 14:31:10 pm »
Wie kann man aber jetzt Paroli aufs Trading anwenden? Nun, es ist sicherlich wenig sinnvoll nach 3 Trades von vorn zu beginnen, also muss die Idee etwas abgewandelt werden.

Nehmen wir an, wir haben 1.000€ zur Verfügung. Diese 1.000€ brauchen wir nicht unbedingt. Immer ganz wichtig beim Trading - niemals Geld nehmen, was man schon für andere Dinge verplant hat (neue Waschmaschine, Urlaub etc.).

Wir haben also unsere 1.000€. Wie findet man nun eine sinnvolle Größe für die Paroli-Idee. Nun, es macht hier zuerst einmal Sinn, das Kapital aufzuteilen, weil es ja sein könnte, dass wir mit einer langen Verlustserie starten und diese müssen wir erstmal überleben. Also teilen wir unser Kapital auf in Handelskapital (HK) und Reservekapital (RK).

30% unseres Kapitals wird unser Handelskapital (HK) und 70% verbleibt für die Reserve (RK). Unsere Kapitalbilanz sieht demnach wie folgt aus:

300€ HK / 700€ RK

Vom Handelskapital wählen wir nun einen Prozentsatz, den wir bereit sind zu verlieren. Ich persönlich riskiere immer 10% des HK. Beim ersten Trade wären das 30€ oder 3% vom Gesamtkapital. Nun nehmen wir an, dass wir profitabel handeln, unser RK unverändert belassen und unsere Gewinne reinvestieren. Verlieren können wir ja eh nur 300€ insgesamt, denn die Gewinne ist ja das Geld anderer Leute ;)

Durch die Zeit ist unser Kapital auf 10.000€ angewachsen. Unsere Kapitalbilanz sieht demnach wie folgt aus:

9.300€ HK / 700€ RK

Beim nächsten Trade würden wir demnach wieder 10% vom Handelskapital riskieren. Hier wären das dann 930€ oder 9,3% vom Gesamtkapital. Das ist schon ne ganz schöne Hausnummer. Stell Euch vor, wir würden nicht 10% vom Handelskapital, sondern 30% riskieren. Dann hätten wir beim ersten Trade 90€ riskiert (30% von 300€), was 9% Risiko entsprochen hätte. Bei 10.000€ Gesamtkapital würden wir dann 2.790€ riskieren (30% von 9.300€), was 27,9% Risiko aufs Gesamtkapital entspricht. Also da würden mir die Ohren ganz schön schlackern, wenn ich mal eben 2.790€ pro Trade riskiere, wenn ich grad mal 10.000€ aufm Konto hab. Aber auch 930€ sind schon ne Hausnummer, wo ich erstmal schlucken müsste.

So kann das System also nicht bleiben. Wir haben so zwar ein enorm schnelles Wachstum, aber irgendwie ist das blöd, dass das HK stetig wächst und das RK gleich bleibt.

Deshalb muss das System modifiziert werden. Dazu mehr im nächsten Beitrag.
« Letzte Änderung: Oktober 23, 2010, 14:34:54 pm von DaBuschi »
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Antw:Paroli-Money-Management
« Antwort #3 am: Oktober 23, 2010, 14:48:15 pm »
Wie können wir das RK über die Zeit sinnvoll mit dem Wachstum des Kontos anheben, ohne dabei das Wachstum zu stark zu begrenzen?

Ganz einfach, wir führen Gewinnstufen ein. Ich persönlich nutze folgende Gewinnstufen mit den jeweils zugehörigen RK-Stufen.

Gewinnstufe 2.000 / RK 1.400
Gewinnstufe 3.000 / RK 2.100
Gewinnstufe 5.000 / RK 3.500
Gewinnstufe 10.000 / RK 7.000
Gewinnstufe 30.000 / RK 21.000
Gewinnstufe 70.000 / RK 49.000
Gewinnstufe 150.000 / RK 105.000
Gewinnstufe 300.000 / RK 210.000
Gewinnstufe 600.000 / RK 420.000
Gewinnstufe 1.200.000 / RK 840.000
Gewinnstufe 2.000.000 / RK 1.400.000

Immer wenn mein Kontostand eine neue Gewinnstufe erreicht, wird das RK angehoben und somit sichern wir über die Zeit immer mehr Gewinn ab. Nach jeder Gewinnstufe reduziert sich das Risiko pro Trade also wieder auf 3%.

Beispiel:

Wir haben 70.000€ erreicht. Die Gesamtkapitalbilanz sieht wie folgt aus:

21.000€ HK / 49.000€ RK

Risiko pro Trade 2.100€ = 3% von 70.000€

Weniger Gewinnstufen und ein höheres Risiko würden das Konto schneller wachsen lassen, aber ein Hebel wirkt immer in zwei Richtungen. Genau dafür haben wir aber unsere Gewinnstufen, sodaß der Weg nach oben hin offen ist, wir nach unten aber immer durch unser Reservekapital begrenzt sind.
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Antw:Paroli-Money-Management
« Antwort #4 am: Oktober 23, 2010, 15:06:17 pm »
Soderle. Nun ist es Zeit für ein paar Statistiken.

Ich habe wie gesagt Mitte Juli 2010 mit dem Projekt Paroli-Moneymanagement angefangen. Mein Anfangskontostand waren aber nicht 1.000€, sondern 1.333,60€. Bevor wir zu trockenen Zahlen kommen, will ich Euch kurz den Verlauf meines Kontos in Form eines Charts zeigen. Ich habe Gewinnschwellen (grün) und RK-Level (rot) farblich hervorgehoben

[ Für Gäste keine Dateianhänge sichtbar]

Wie Ihr seht, hab ich bereits zwei Gewinnschwellen erreicht und bin nicht mehr weit von der nächsten entfernt. Was Ihr aber bei genauem hinsehen erkennen könnt, ist mein größter prozentualer Drawdown von 32,12% kurz nachdem ich die erste Gewinnschwelle (2.000€) erreicht hatte. Dieser hat mich sehr nah zurück an die RK-Grenze von 1.400€ geführt. Da ging mir der Allerwerteste doch ganz schön auf Grundeis und das obwohl das das Geld anderer Leute war ;)

Aber egal. Ich hab mich da wieder rausgekämpft. Aber nun zu den Statistiken. Hier die Stats auf Einzeltradebasis:

Anzahl Trades   617
Größter Gewinn   229,69
Größter Verlust   -251,76
Durchschnittl. Gewinn   25,99
Durchschnittl. Verlust   -42,29
Durchschnitt. Gewinn / Durchschnitt. Verlust   0,61
Summe Gewinne   11.175,79
Summe Verlierer   -7.907,89
Profit Faktor   1,41
Profitable Trades in %   69,69%
Anzahl Gewinner   430
Anzahl Verlierer   187

Die Gesamttradezahl täuscht etwas und auch das Verhältnis von durschnittlicher Gewinn / durchschnittlicher Verlust. Das liegt daran, dass ich Teilgewinne mitnehme und jede Teilgewinnmitnahme wird in der Statistik als eigenständiger Trade geführt, während ich beim Ausstoppen in der Regel nur mit einem Trade ausgestoppt werde. So könnte ich theoretisch bei 70% Trefferquote 7 Teiltrades aus ursprünglich 2 Trades generiert haben. Somit hätte ich vielleicht nur 5 Trades gemacht (2 Winner und 3 Loser) und damit eine Trefferquote von 40%, dafür wäre aber mein Verhältnis von durschnittlicher Gewinn / durchschnittlicher Verlust größer als 1.

Demnach ist die wirkliche Kernnummer zur Messung der Profitabilität der Profitfaktor. Deshalb auch die Wichtigkeit für diese Kennzahl, die ich in einem vorhergehenden Posting erwähnt habe. Die liegt mit 1,41 gar nicht so schlecht. Besser als Kay´s auf jeden Fall ;).

Diese Werte werden sich aber alle relativieren, wenn ich die Auswertung auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis mache.
« Letzte Änderung: Oktober 23, 2010, 15:09:34 pm von DaBuschi »
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Antw:Paroli-Money-Management
« Antwort #5 am: Oktober 23, 2010, 15:21:51 pm »
Auswertung auf Tagesbasis:

Anzahl Tage   63
Größter Gewinn   413,12
Größter Verlust   -578,60
Durchschnittl. Gewinn   146,39
Durchschnittl. Verlust   -137,17
Durchschnitt. Gewinn / Durchschnitt. Verlust   1,07
Summe Gewinne   6.148,54
Summe Verlierer   -2.880,65
Profit Faktor   2,13
Profitable Trades in %   66,67%
Anzahl Gewinner   42
Anzahl Verlierer   21

Hier sieht man schon, wie das Verhältnis durchschnitt. Gewinn / durchschnitt. Verlust positiver wird. Die Trefferquote sinkt etwas, aber der Profitfaktor steigt über 2.

Auf Wochenbasis sieht es wie folgt aus:

Anzahl Wochen   15
Größter Gewinn   639,12
Größter Verlust   -502,06
Durchschnittl. Gewinn   434,12
Durchschnittl. Verlust   -214,66
Durchschnitt. Gewinn / Durchschnitt. Verlust   2,02
Summe Gewinne   4.341,22
Summe Verlierer   -1.073,32
Profit Faktor   4,04
Profitable Trades in %   66,67%
Anzahl Gewinner   10
Anzahl Verlierer   5

Die Trefferquote ist die gleiche, wie auf Tagesbasis. Allerdings gewinne ich in einer Gewinnerwoche durchschnittlich das Doppelte von dem, was ich in einer Verliererwoche an den Markt abgebe. Pro verlorenem EUR gewinne ich mehr als 4. Das kann sich sehen lassen.

Und zum Schluß noch auf Monatsbasis, wobei Monat 4 noch nicht abgeschlossen ist:

Anzahl Monate   4
Größter Gewinn   1.871,23
Größter Verlust   0,00
Durchschnittl. Gewinn   816,97
Durchschnittl. Verlust   0,00
Durchschnitt. Gewinn / Durchschnitt. Verlust   #N/A
Summe Gewinne   3.267,89
Summe Verlierer   0,00
Profit Faktor   #N/A
Profitable Trades in %   100,00%
Anzahl Gewinner   4
Anzahl Verlierer   0

4 Monate. 4 Gewinner. Demnach kein Profitfaktor berechenbar und auch ohne Verluste, kein Verhältnis zwischen Gewinnen und Verlusten möglich.

Ich denke, was der Chart und die Statistiken zeigen, ist, was mit dem Paroli-Ansatz möglich ist, wenn man profitabel ist. Aktuell bin ich mit 245% im Gewinn.

Es zeigt auch, wie mich das Paroli-System vor einem größeren Drawdown bewahrt hat, weil meine Verluste durch das gestiegene RK abgesichert waren.

Man sollte sich nur nicht der Illusion hingeben, dass man durch Paroli profitabel wird. Wer nicht profitabel ist, dem wird dieses Moneymanagement auch nicht helfen.

So, und nun könnt Ihr Verständnisfragen stellen.

Viele Grüße
DaBuschi
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Antw:Paroli-Money-Management
« Antwort #6 am: Oktober 23, 2010, 18:25:26 pm »
Danke DaBuschi, sehr interessanter Ansatz, toll erklärt... :welldone:

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Antw:Paroli-Money-Management
« Antwort #7 am: Oktober 24, 2010, 00:06:03 am »
DELAYED MARTINGALE

nur mal so zwischenreingestreut:

die Tischlimtierungen sind tatsächlich ein Hangig up des Spielers.

Der clevere von denen , die da sitzen, zählt eine bestimmte Serie von aufeinanderfolgenden roten bzw. scharzen Zahlen (die grüne 0 zählt als gegnerische Farbe unterbricht die Folge!!).
Je risikofreudiger der Spieler (1) ist, desto kürzer wird er die Serie ansetzen, also z.B. 3
Der Sicherheitsspieler (2)  setzt seine Serie z.B. bei 6 an.

Nun, die Kugel rollt: kommt 3 mal hintereinander z.B. rot, dann fängt der eine Spieler an zu setzten, gemäß Martingale (die grüne 0 zählt auch hier wieder als gegnerische Farbe)
Der Sicherheitsspieler sitzt nach wie vor ruhig auf seinem Stuhl, neben ihm sein Drink! und wartet solange bis die Serie von 6 gleichen Farben kam. Nun setzt auch er gemäß Martingale.

Wie verhält sich nun mathematisch die Wahrscheinlichkeit beim ROT- SCHWARZ-SPIEL alles zu verlieren oder sich nach dem Spiel noch genüßlich zu vergnügen?

Unter der Annahme, dass die Spielbank als Höchstgrenze z. B. 20.000 € festgelegt hat und der Spieler mit 10 € seinen Eisatz tätigt, kommt man zu folgenden Ergebnissen:

1. Es existieren 12 Martingale-Levels
2. Die prinzipielle Wahrscheinlichkeit diese Art Spiel zu gewinnen, beträgt 18/37, also 48,65% (bzw. 19/37 = 51,35% das Spiel zu verlieren)
3. Die Wahrscheinlichkeit damit einen Gewinn zu haben beträgt 99,9664% ( = 1-(19/37)^12 ) und damit die Wahrscheinlichkeit alle 12 Spiele in Folge zu verlieren, beträgt "nur" 0,0336% ( (19/37)^12 ), d.h. ein Verhältnis Verlierer:Gewinner = 1:2974

4. Für Spieler 1 besteht die Gewinnchance bei 99,9954% ( = 1-(19/37)^15 ), d.h. Verlierer:Gewinner = 1:21739
5. Für Spieler 2 besteht die Gewinnchance bei 99,9994% ( = 1-(19/37)^18 ), d.h. Verlierer:Gewinner = 1:166667

Um es dann mal börsentechnisch auszudrücken: schon der Spieler ohne verzögerten Einstieg hat schon eine wahnsinnige Trefferquote, die von Spieler 1 ist nochmal knapp 10 mal so hoch und die von Spieler 2 über 50 mal größer ist.

Fazit: Spieler mit sofortigem Einstieg ist eindeutig in der Verlustchance "schlechter" gestellt, als Spieler 1 und vorallem Spieler 2. Allen haftet natürlich der irrsinnige Verlust im Falle des Eintretens der Verlustchance an. Das wäre gleichzusetzen mit einem Trade ohne SL.

Zwei Dinge werden die Spieler trotzdem daran hindern, diese Strategie im echten Casino umzusetzen.

1. Keiner wird mit den, für die 12 Level und Startkapital von 10 €, benötigten etwa 35.000€ in das Casino marschieren, um nach einer Zitterpartie im ungünstigtsen Fall aller 12Level den Profit von 10€ einzustreichen.
2. Spielt die Zeit gegen die Spieler, v.a. gegen den Spieler 2, denn der muß immer warten bis 6 aufeinanderfolgende Farben kamen, bei einer Spielrundenzeit von mehreren Minuten!!

Ich wollte damit mal demonstrieren, dass Martingale auch Spaß machen kann, ob nun im NanningBob, im echten Casino oder doch gleich am besten im Casino per PC, denn dort spielt auf jeden Fall der Limitierungspunkt 2 keine Rolle (eine Spielrunde kann da auf HighSpeed gestellt werden, was pro Runde nur ein Knopfdruck bedeutet und nicht länger als 1-2 sec dauert!!)

In diesem Sinne, frohes Pipsen und man sieht sich im Casino!

traderdoc

p.s. Ich schließe mich den lobenden Worten von oldschuren an!
« Letzte Änderung: Oktober 24, 2010, 00:10:04 am von traderdoc »
Pokerregel: "Auch bei dem Anschein eines sicheren Gewinnes, muss man ablassen können."

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« Antwort #8 am: Oktober 24, 2010, 11:43:33 am »
Noch ein kleiner Erfahrungsbericht, was die Kehrseite schnellen Wachstums angeht:

Wer sich meine Performance-Kurve anschaut, sieht einen linearen Anstieg. Bei steigendem Risiko und gleicher prozentualer Performance müsste die Kurve allerdings exponentiell steigen. Das zeigt ganz deutlich, dass die menschliche Psyche Zeit braucht, um sich an größere Positionen zu gewöhnen.

Während ich zu Beginn des Tradings bei 60€ Risiko pro Trade die maximal zulässige Positionsgröße gehandelt habe, dürfte/sollte/müsste ich jetzt pro Trade knapp 250€ riskieren. Rückblickend stelle ich jedoch häufig fest, dass ich teilweise nur die Hälfte des maximalen Risikos eingehe. Der Markt hat sich nicht geändert - meine Kontogröße aber schon. Faktisch bin ich dem aktuellen Risiko noch nicht völlig gewachsen. 150€ mit einem Trade zu verlieren, ist okay. Damit kann ich umgehen. Bei 250€ sieht das schon ein wenig anders aus.

Ich muss mich also bei den nächsten Trades bewußt zwingen, die volle Positionsgröße zu handeln und mich strikt an mein MM zu halten. Andererseits kann ich auch versuchen, mich auf die nächste Gewinnstufe zu hangeln. Sind ja nur noch 400€. Wenn ich die 5.000€ überschritten habe, fällt das Risiko automatisch wieder auf 150€ pro Trade ab, weil dann das Reservekapital auf 3.500€ angehoben wird und somit das Handelskapital auf 1.500€ reduziert wird. Aber genau genommen wäre das Problem damit nur aufgeschoben, denn die nächste darauffolgende Gewinnstufe liegt bei 10.000€. Wenn ich mein Konto dann also auf 6.000€ steigern könnte, wäre mein Handelskapital wieder 2.500€ und damit stünde ich vor dem gleichen Problem wie jetzt und dann hätte ich noch 4.000€ vor mir bis zur 10.000€.

Ein Luxusproblem, wie viele meinen mögen, aber dennoch eines das gemeistert werden will. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen auch, wenn er/sie mal in einer ähnlichen Situation ist.
« Letzte Änderung: Oktober 24, 2010, 11:45:30 am von DaBuschi »
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Antw:Paroli-Money-Management
« Antwort #9 am: Oktober 24, 2010, 12:19:04 pm »
Zitat
Vielleicht hilft es dem ein oder anderen auch, wenn er/sie mal in einer ähnlichen Situation ist.

In der steckt man u.a. auch beim Pokern, denn es gibt zwischen diesem Kartenspiel und dem Traden extrem viel Parallelen.
Nicht nur, dass man auch hier in einer physisch und psychisch stabilen Situation sein sollte, sich ein Tagesziel setzen sollte, ein Spiel nur eingehen, wenn man gewinnträchtige Karten in der Hand hält, beim Erkennen einer Verlustsituation entsprechend zu passen, also eben genauso Verluste minimieren und Gewinne "laufen" lassen, hast du die nuts in der Hand, dann reize die Einsätze aus!

Und auch hier setzt man ein MM ein! Und auch hier beeinflußt die Psyche die Leistungsfähigkeit des Spielers. Aber auch hier gehören Verluste zum Geschäft. Nur wer möchte schon gern das sauerverdiente Geld verlieren? Spielt man eine gewisse Zeit in einer Liga, gehören die Einsätze zur Normalität.

Und noch zwei flotte Sprüche mit auf den Weg:

1. "Im Leben geht es selten darum immer gute Karten zu haben, sondern auch mit einem miesen Blatt, gut zu spielen."
2.  "Auch bei dem Anschein eines sicheren Gewinnes muß man ablassen können."

Frohes Pipsen!

traderdoc
Pokerregel: "Auch bei dem Anschein eines sicheren Gewinnes, muss man ablassen können."

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« Antwort #10 am: Oktober 25, 2010, 09:36:51 am »
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Ich muss mich also bei den nächsten Trades bewußt zwingen, die volle Positionsgröße zu handeln und mich strikt an mein MM zu halten.

Die Lösung deines Problems hast du dir ja bereits selber geliefert!

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Realistisch betrachtet gehören Euch Eure Gewinne, aber wenn Ihr es von der Seite Eures anfänglichen Einsatzes betrachtet, hat das Geld vorher jemand anderem gehört - es war also mal das Geld anderer Leute.

Genau dieser Gedankengang hilt mir auch extrem um mich beim Traden nicht verrückt zu machen. Das Kapital auf deinem Konto, abzüglich deiner anfänglichen Investition darf niemals als dein Geld angesehen werden. Dein/Unser Gewinn ist es erst, wenn aus dieser virtuellen Zahl, monetärer Erfolg auf deinem/unserem Konto bei der Hausbank XY wird.

Das größte Problem bei diesem Gedankengang ist, dass ich am Anfang zum Erfolg verdammt bin, da andernfalls probiert werden musst ersteinmal das verlorene Startkapital wieder zu erarbeiten.  -Das Risiko für diesen ärgerlichen Fall ergibt sich aus dem persönlichen Win/Lose-Verhältnis-
Nichts desto trotz ist es mit einer relativ hohen Anspannung vor und während des ersten Trades verbunden.

Bei lose gilt es diesen Tatbestand zu aktzeptieren, warten bis die Emotionen nachlassen und dann weiter seines Weges am Forex zu gehen.
Bei Win kann es mit der GEwissheit weitergehen, dass ein Lose kommen wird, dies aber nicht weiter tragisch ist, da mein privates Startkapital ja sicher ist.

Aber alles hier bis jetzt erwähnte, setzt folgendes voraus:

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Wer nicht profitabel ist, dem wird dieses Moneymanagement auch nicht helfen.

Da ist der Hund begraben!!!



Ich persönlich finde diesen Ansatz gut, habe auch schon daran gedacht einen ähnlichen, jedoch noch einfacheren, Ansatz zu verwenden:

x % vom aktuellen Gewinn.

Das Risiko und die Chancen verändern sich natürlich entsprechend des gewählten Prozentsatzes  :P
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Antw:Paroli-Money-Management
« Antwort #11 am: Oktober 25, 2010, 10:42:31 am »
bzw. man könnte nach jedem Tradingtag die 70% Reservekapital durch Zu- oder Abbuchung wiederherstellen.

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Antw:Paroli-Money-Management
« Antwort #12 am: Oktober 25, 2010, 10:43:26 am »
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Ich persönlich finde diesen Ansatz gut, habe auch schon daran gedacht einen ähnlichen, jedoch noch einfacheren, Ansatz zu verwenden:

x % vom aktuellen Gewinn.

Das Risiko und die Chancen verändern sich natürlich entsprechend des gewählten Prozentsatzes  :P

Hab ich über mehrere Jahre gemacht und ist auch gut, hat aber den Nachteil, dass Verluste nach unten hin nicht begrenzt sind. Paroli bietet den Vorteil, dass die Verlustgrenze durch das Anheben des Reservekapitals stetig nach oben angepasst wird und somit nach unten eine Grenze gesetzt wird. Bei x % von aktuellen Gewinn fällt man im schlimmsten Fall wieder sehr nah an das Anfangskapital zurück und deckt sich damit mit meiner Erklärung aus dem 3. Beitrag :)
Ein erfolgreicher Trader weiß nicht, was passieren wird. Aber er weiß zu jeder Zeit, was er tun muss.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Trend fortsetzt ist größer, als das er bricht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Widerstand beim ersten Test hält, ist größer, als das er bricht.

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Antw:Paroli-Money-Management
« Antwort #13 am: Oktober 25, 2010, 10:45:09 am »
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bzw. man könnte nach jedem Tradingtag die 70% Reservekapital durch Zu- oder Abbuchung wiederherstellen.

Welchen Vorteil soll das bringen? Dann kann ich gleich x % vom Gesamtkapital nehmen. Die Idee hinter Paroli ist, dass längere Erfolgsserien das Konto auf neue Höchststände bringt, was ein nachziehen des Reservekapitals erlaubt. Verlustserien werden aber abgeschwächt, da kein Reservekapital freigegeben wird, solange Handelskapital vorhanden ist. Eine tägliche Anpassung würde dieses ganzen Effekt zerstören.
Ein erfolgreicher Trader weiß nicht, was passieren wird. Aber er weiß zu jeder Zeit, was er tun muss.

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Antw:Paroli-Money-Management
« Antwort #14 am: Oktober 25, 2010, 11:04:47 am »
Ok, das hab ich verstanden, es soll nur in eine Richtung gehen. Aber täglich das Reservekapital bei Gewinn nach oben anpassen wäre doch möglich.

Forexfabrik

Antw:Paroli-Money-Management
« Antwort #14 am: Oktober 25, 2010, 11:04:47 am »



 

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