Autor Thema: Rollover  (Gelesen 545 mal)

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Rollover
« am: Mai 15, 2011, 13:45:06 pm »
Da ich hier im Forum und im Wiki leider keine gute Erklärung frage ich mal nach und mache gleichzeitig den Vorschlag dass das ins Wiki und/oder hier im Unterforum als festes Thema mit oben angepinnt wird.

Nun zur eigentlichen Frage:

Kann mir (bzw. den Anfängern hier  ;D ) jmd erklären wie genau das mit dem Rollover berechnet bzw. umgesetzt wird. sowohl für SHORT als auch LONG, wenn es da überhaupt unterschiede gibt. Was ich mir bis jetzt angelesen habe denke ich dass man quasi Zinsen zahlt wenn man eine SHORT order hat und Zinsen bekommt, wenn man eine LONG order hat. Kann auch sein dass ich total daneben liege....klärt  mich auf...   ;)

Grüße und danke schonmal...


Forexfabrik

Rollover
« am: Mai 15, 2011, 13:45:06 pm »

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Antw:Rollover
« Antwort #1 am: Mai 15, 2011, 18:14:52 pm »
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Was ich mir bis jetzt angelesen habe denke ich dass man quasi Zinsen zahlt wenn man eine SHORT order hat und Zinsen bekommt, wenn man eine LONG order hat. Kann auch sein dass ich total daneben liege....klärt  mich auf...   ;)

Es ist genau umgekehrt. Ich erhalten Zinsen, wenn ich short bin und ich bekomme Zinsen, wenn ich long bin. Dies gilt zumindest für Aktien-, Index- und Commodity-CFDs so.

Warum ist das so?

Nun, CFDs werden generell auf Margin gehandelt. Gehe ich long, hinterlege ich eine Margin, die generell nur einen Bruchteil des wirklichen Wertes ausmacht. Die Lotgröße bei CFDs ist oftmals 100. Ich kaufe bei einem Long-CFD somit die Performance von 100 Aktien des Underlyings. Wenn ich meinetwegen ein CFD Long auf Allianz handle, dann ist das als würde ich 100 Allianz-Aktien kaufen. Nehmen wir der Einfachheit halber an, Allianz wird aktuell bei 50€ notiert, dann hat mein CFD einen Gegenwert von 5.000€. Hinterlege ich 10% als Margin also 500€, muss mein Broker noch 4.500€ aus der eigenen Tasche nehmen, um die Aktien wirklich am Markt zu kaufen. Das dazu benötigte Geld kann er nicht verzinslich anlegen. Ihm entsteht daraus ein Nachteil und diesen Nachteil musst Du bezahlen. Er wird also einen Zins festlegen und auf diesen noch mal was obendrauf schlagen.

Beim Short kann er die Aktien am Markt verkaufen und kann das eingenommene Geld verzinslich Anlegen. Diesen Zinsertrag gibt er Dir weiter. Da er auch was verdienen will, behält er einen Teil davon aber ein. So kann es vor allem in Niedrigzinsphasen (wie aktuell) auch sein, dass Du sowohl bei Longs als auch bei Shorts Finanzierungskosten zahlst.

Bei Devisen ist das unterschiedlich. Hier hängt es nicht davon ab, ob Du long oder short bist, sondern in WELCHER Währung Du long und in WELCHER Währung Du short bist. Beiden Währungen liegt ein Zins zugrunde, der für die Berechnung herangezogen wird. Das an einem Beispiel zu unterlegen, wird mir aktuell zu viel. Das kann aber gern jemand anderes übernehmen ;)
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« Antwort #2 am: Mai 15, 2011, 18:36:45 pm »
Sehr gute Erklärung, ich liefer mal noch ein Beispiel nach (Long AUDUSD):

Ich kaufe ein 10.000-Lot AUD/USD auf einem auf US-Dollar basiertem Konto.
Ich bekomme jährlich 3% Zinsen auf 10.000 AUD. Das heißt also 300 AUD pro Jahr. Um den Wert eines Tages Rollover zu ermitteln, teilt man den Betrag durch 365, was 0,82 AUD Zinsen pro Tag ergibt.

Auf der anderen Seite des Handels haben ich eine Leerverkaufsposition von rund 8.800 USD (bei einem angenommen AUD/USD-Kurs von 0,8780). Für diese Handelsseite schulde ich 0,25 % auf die US-Dollar in der Leerverkaufsposition. Also: 8.800 x 0,0025 = 22 USD. Geteilt durch 365 ergibt das 0,06 USD.

Also verdiene ich beim Kauf eines 10.000-Lots AUD/USD 0,82 AUD und bezahle 0,06 USD. Jetzt müssen beide Werte noch voneinander abgezogen werden, dazu rechnet man zunächst die 0,82 AUD in US-Dollar um. Dazu multipliziert man einfach mit 0,8780 (der angenommene Wechselkurs für AUD/USD) und erhält 0,72 USD, die man also täglich beim Rollover der offenen Position gutgeschrieben bekommt.

Allgemein gilt: Kaufe ich eine Währung mit hohem Basiszins und verkaufe dafür eine Währung mit niedrigerem Basiszins bekomme ich die Zinsdifferenz. Verkaufe ich eine Währung mit höherem Basiszins und kaufe dafür eine Währung mit niedrigere Basiszins bezahle ich die Zinsdifferenz beim Rollover. Das funktioniert auch bei Edelmetallen, für die ist der Nominalzins in der Regel Null.

Die Beispiele haben natürlich auch einige Haken:

1. die Zinsen die Broker berechnen sind natürlich auch spreadbehaftet.
2. Manche Broker vergüten einen positiven Zins beim Rollover nicht, da zahlt man dann halt immer ;)

Liebe Grüße und schönen Restsonntag noch,
Falk
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« Antwort #3 am: Mai 15, 2011, 18:50:43 pm »
Ich hatte schon mal vor einem Jahr ca. die Idee einen EA zu schreiben, der einfach die Rollovers mitnimmt und werde das mal wieder ein bischen intensiver betreiben und hier auch die Ergebnisse posten.

Für einen solchen Carry-Trade-EA müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein bzw. folgende Ideen realisiert werden:

1. Ich brauch ein Währugspaar mit hoher Zinsdifferenz, da bietet sich AUDCAD im Moment wohl am besten an
2. Das Paar sollte zum Rolloverzeitpunkt liquide gehandelt werden (da liegt der Hase im Pfeffer begraben ;) )
3. Solche Carry Trades werden von vielen grösseren Anlegern durchgeführt (Instis und Hedgefonds) weswegen man mal analysieren müsste, wie sich die Paare zum Rolloverzeitpunkt verhalten.
4. Eventuell kann man den Carry-Trade hedgen (mit einem Paar mit niedriger Zinsdifferenz dafür aber hoher Korrelation zum Carry-Trade-Paar)

Mal schauen ob sich darauf aufbauend was realisieren lässt.

Viele Grüße
Falk
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« Antwort #4 am: Mai 15, 2011, 19:07:19 pm »
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Sehr gute Erklärung, ich liefer mal noch ein Beispiel nach (Long AUDUSD):

Ich kaufe ein 10.000-Lot AUD/USD auf einem auf US-Dollar basiertem Konto.
Ich bekomme jährlich 3% Zinsen auf 10.000 AUD. Das heißt also 300 AUD pro Jahr. Um den Wert eines Tages Rollover zu ermitteln, teilt man den Betrag durch 365, was 0,82 AUD Zinsen pro Tag ergibt.

Auf der anderen Seite des Handels haben ich eine Leerverkaufsposition von rund 8.800 USD (bei einem angenommen AUD/USD-Kurs von 0,8780). Für diese Handelsseite schulde ich 0,25 % auf die US-Dollar in der Leerverkaufsposition. Also: 8.800 x 0,0025 = 22 USD. Geteilt durch 365 ergibt das 0,06 USD.

Also verdiene ich beim Kauf eines 10.000-Lots AUD/USD 0,82 AUD und bezahle 0,06 USD. Jetzt müssen beide Werte noch voneinander abgezogen werden, dazu rechnet man zunächst die 0,82 AUD in US-Dollar um. Dazu multipliziert man einfach mit 0,8780 (der angenommene Wechselkurs für AUD/USD) und erhält 0,72 USD, die man also täglich beim Rollover der offenen Position gutgeschrieben bekommt.

Allgemein gilt: Kaufe ich eine Währung mit hohem Basiszins und verkaufe dafür eine Währung mit niedrigerem Basiszins bekomme ich die Zinsdifferenz. Verkaufe ich eine Währung mit höherem Basiszins und kaufe dafür eine Währung mit niedrigerem Basiszins bezahle ich die Zinsdifferenz beim Rollover. Das funktioniert auch bei Edelmetallen, für die ist der Nominalzins in der Regel Null.

Die Beispiele haben natürlich auch einige Haken:

1. die Zinsen die Broker berechnen sind natürlich auch spreadbehaftet.
2. Manche Broker vergüten einen positiven Zins beim Rollover nicht, da zahlt man dann halt immer ;)

Liebe Grüße und schönen Restsonntag noch,
Falk
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« Antwort #5 am: Mai 15, 2011, 20:17:46 pm »
Ich erwähne mal noch, dass du bei einem Long-Trade in Aktien-CFDs auch die Dividende erhältst (so du während der HV im Besitz des CFD-Scheins bist) und gleichwohl wenn du short bist, die Dividende zahlen musst.
Chleudere den Purchen zu Poden!

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« Antwort #6 am: Mai 15, 2011, 20:22:30 pm »
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Ich erwähne mal noch, dass du bei einem Long-Trade in Aktien-CFDs auch die Dividende erhältst (so du während der HV im Besitz des CFD-Scheins bist) und gleichwohl wenn du short bist, die Dividende zahlen musst.

Das ist korrekt, wobei es vervollständigend so ist, dass der Broker im Zweifel die Steuer bei zu erhaltender Dividende einbehält, wenn Du long bist und Du die Dividende jedoch in voller Höhe zahlen musst, wenn Du eine Shortposition hälst.
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« Antwort #7 am: Mai 15, 2011, 20:36:38 pm »
Dann danke ich euch dass ihr mich erleuchtet habt....(wird bestimmt nich das letzte mal gewesen sein ;D )

tut euch keinen zwang an weiter zu schreiben....und ich erinnere nochmal an die wiki



Grüße

Forexfabrik

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« Antwort #7 am: Mai 15, 2011, 20:36:38 pm »



 

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