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43 Millionen Trades!

Trading Analyse

Warum verlieren die meisten Forex-Trader Geld? Das Research-Team von DailyFX.com durfte über 43 Millionen Trades der Muttergesellschaft FXCM untersuchen, getätigt über deren Hauseigene Trading-Plattform. Dabei kam erstaunliches zu Tage!
Vorab wurde bestätigt, was in den meisten Forex-Foren und auf diversen Forex-Webseiten schon lange vermutet wurde: Der durchschnittliche Forex-Trader verliert Geld! Ansich eine sehr entmutigende Tatsache…

Untersucht wurden mehr als 43 Millionen „echte“ Trades (mit realem Geld), die über die FXCM Trading-Plattform im Zeitraum Q2 / 2014 bis Q1 / 2015 absolviert wurden.

Sehr erstaunlich war, das mehr als 50% der Trades in diversen Währungspaaren mit Gewinn geschlossen wurden!

Dateianhang: Artikel_1.png

Im obigen Bild sind die 15 am meisten gehandelten Währungspaare dargestellt. Der blaue Balken zeigt den Prozentsatz der Trades an, die mit einem Gewinn für den FXCM Kunden beendet wurden. In rot ist der Prozentsatz der Verlust-Trades dargestellt.

Beispiel: Gemäß des Bildes wurden beim Währungspaar EUR/USD beeindruckende 61% aller Trades mit Gewinn (positive, grüne Pips) geschlossen.

Jedes Währungspaar bewegt sich dabei ÜBER 50%! Das bedeutet, das die Trades in den dargestellen Währungspaaren grundsätzlich in der richtigen Richtung "vorhergesagt" wurden.

Warum verlieren die Forex-Trader bei dieser Trefferquote dann Geld?

Die Antwort ist eigentlich einfach, und wird in Bild 2 dargestellt:

Dateianhang: Artikel_2.png

Bild 2 zeigt den durchschnittlichen Gewinn / Verlust pro Trade und Währungspaar. Und hier kommen wir dem Rätsel auf die Spur:
In rot wird die durchschnittliche Anzahl von Pips dargestellt, bei denen Verlust-Trades geschlossen werden. In blau ist die Pip-Anzahl von Gewinn-Trades wiedergegeben.

Man kann deutlich sehen, das die Verlusttrades zu weit / zu lange ins Minus gelaufen sind.
Ein Beispiel: Im Währungspaar EUR/USD werden zwar 61% der Trades mit Erfolg („positiven Pips“) geschlossen, ABER der durchschnittliche Wert eines Minus-Trades war 83 Pips, während der (durchschnittliche) Gewinn-Trade nur 48 Pips war.

„Cut the Loser, Let the Profit run!“

Daraus läßt sich schlußfolgern, das ein Verlust-Trade so früh wie möglich beendet und ein Gewinn-Trade so lange wie möglich laufen gelassen werden sollte.

Klingt einfach – ist aber verdammt schwer! Warum?

Es macht Sinn, ein Verlusttrade so früh wie möglich zu schließen. Man sollte den kleinen Verlust bevorzugen, und einen Wiedereinstieg erwägen wenn der bessere Zeitpunkt gekommen ist.
Sollte ein Trade gleich ins Plus laufen, sollte man diesen laufen lassen. Es ist oft verlockend, kleinere Gewinne mitzunehmen, um diesen Gewinn zu schützen – aber Geduld hat oft größere Gewinne zur Folge.

Das Problem ist die menschliche Natur, und da helfen uns Erkenntnisse aus der Psychologie weiter.

Ein einfaches Beispiel: Ich biete Ihnen folgende Wette an – natürlich nur symbolisch…!
Wir werfen eine Münze. Bei jedem zweiten Kopf-Wurf gewinnen Sie 1000 Euro, bei Zahl gewinnen Sie ständig 450 Euro. Welches würden Sie nehmen?

Mathematisch ist es sinnvoller, auf den Kopf-Wurf zu setzen. Dennoch entscheiden sich die meisten Menschen für die Variante „B“, die „Zahl“!
Eine neue Wette, diesmal umgekehrt!

Wir werfen erneut eine Münze. Bei jedem zweiten Kopf-Wurf verlieren Sie 1000 Euro, bei Zahl verlieren Sie ständig 450 Euro. Welches würden Sie jetzt nehmen?

In diesem Beispiel haben Studien belegt, das die meisten Menschen Variante „A“ (den Kopf-Wurf) bevorzugen!

In beiden Beispielen ist das Problem angedeutet: Die meisten Menschen vermeiden Risiken, aber wenn es darum geht aktiv Verluste zu vermeiden, wird die falsche Entscheidung getroffen!

Der Nobelpreisträger in klinischer Psychologie, Daniel Kahneman, hat auf der Grundlage seiner Forschungen eine „Psychologie der Entscheidungsfindung“ begründet.
Diese ist zwar nicht ausschließlich auf das Trading bezogen, hat aber durchaus eine gewisse Relevanz für das Trading.

Das Ergebnis seiner Studien zeigt auf bemerkenswert einfacher Weise eine doch tiefgründige Gewissheit:
Die meisten Menschen haben mehr Angst vor dem Schmerz eines Verlustes, als Freude am Gewinnen!

Dateianhang: Artikel_3.png

Um das Beispiel des Münzwurf aufzugreifen: Es fühlt sich „besser“ an, ständig 450 Euro zu gewinnen, als „ständig“ 450 Euro zu verlieren!

Auf der Handels-Perspektive bezogen macht das aber keinen Sinn: Beides ist gleichwertig und man hat nichts gewonnen oder verloren, da die Chancen für einen Trade – wie bei einem Münzwurf – gleich groß sind.

Wir müßen anfangen, systematisch zu denken, um dauerhaft im Währungshandel Erfolg zu haben!

Das erfolgt, indem wir IMMER einen größeren Gewinn umsetzen als einen Verlust, denn nur so haben wir im Trading Erfolg!

Beim Trading wird oft das „Risiko:Rendite“ Verhältnis (Abgekürzt als „R:R“ oder auch „RR“) als Bemessungsgrundlage für den Erfolg eines Traders oder eines Systems angegeben – und genau das ist der Schlüssel zum Erfolg - nicht die "GRÜNEN Pips"!

Nur wenn unser „R:R“ größer ist als 1 mal Risiko, haben wir beständig Erfolg. Wenn ich 80 Pips riskiere, um 40 Pips zu gewinnen, ist das ein sehr ungesundes Verhältnis. Dann ist mein „R:R“-Ratio 2:1.

Besser ist es, wenn mein „R:R-Ratio“ 1:2 beträgt: ich riskiere 40 Pips um 80 Pips zu gewinnen.

Wenn diese einfache Regel eingehalten wird, und das Gewinn-Verhältnis meiner Trades auch nur 51 % beträgt, dann hat man dennoch langfristig Erfolg im Trading! Zwangläufig!

Welches R:R – Verhältnis sollte man anwenden?

Die Antwort auf diese Frage ist abhängig vom Handelssystem, Zeitfenster aber auch vom Geld-Management als auch vom Währungspaar.
Auf jeden Fall sollte immer mindestens ein R:R – Verhältnis von 1:1 angestrebt werden. Egal, was wann und wie man tradet!
MERKE: Je höher das R:R – Verhältnis (nach dem Doppelpunkt!), desto seltener muß der Markt in die Richtung tendieren, die angenommen wurde!

Anders ausgedrückt: Wenn mein Kurziel bei 40 Pips liegt, sollte der SL ebenfalls bei 40 Pips gesetzt werden – oder weniger.
Halten Sie sich an Ihren Plan: Verwenden Sie Stops und Limits

Denken Sie daran, es ist natürlich für den Menschen, Verluste halten zu wollen, und Gewinne zu früh mitzunehmen. Aber das ist schlecht für den Handel. Wir müssen diese natürliche Tendenz überwinden und unsere Emotionen aus dem Handel entfernen.
  • frlaspina, xelor, josch und 5 anderen gefällt das


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Über Divecall

Mein Name ist Peter Schüler (Jahrgang 1969) und ich bin der Gründer der Forexfabrik.de. Leider läßt mein aktueller Zeitrahmen ein aktives Trading mit einem Real-Konto nicht zu, von daher beschäftige ich mich z.Z. mit gelegentlichen Demo-Trading, da ich mit der Erstellung von Inhalten für die Forexfabrik voll ausgelastet bin...


6 Kommentare

Hervorragender Beitrag,

weil eine große Zahl von statistischen Werten untermauert, was oft gesagt/geschrieben wird, der Trader sich mitunter vornimmt, aber leider nur zu selten umsetzt: Trading ist zu mehr als 50% Psychologie. Wer das zu praktizieren in der Lage ist, wird auch mit den im Beitrag angegebenen über 50% positiven Trades Geld unter dem Strich verdienen können.

    • Jack Diamond gefällt das
Hallo,
 
die von FXCM gegebenen statistischen Information sind korrekt, die P.Schüler gegebenen Konklusionen sind - aus meiner Sicht - nur teilweise richtig:
 
 
In dem Artikel wird gesagt, daß beim Trading die Chancen 50:50 sind, genauso wie beim Wurf einer Münze. Daraus wird gefolgert, daß wenn ich meine Gewinnchancen "irgendwie" auf 51% erhöhe logischerweise bei einem Ratio von 2:1 langfristig Gewinne erzielen MUSS.
 
Genau an dieser Stelle ist nach meiner Ansicht die Realität eine völlig andere:
 
1. Trading ist zwar eine Wette, kann aber in keinster Weise mit einem Münzwurf verglichen werden. Der entscheidende Unterschied ist, daß Trading durch öffentlich zugängliche Information beeinflußt wird. Von daher sind die Bewegungen in "gewisser" Weise bestimmbar/vorhersehbar. So etwas ist beim Münzwurf ausgeschlossen.
 
2. Bspw. der Wertverlust des Euros seit der famosen Pressekonferenz von Draghi in 2014 ist eine logische/mathematische Konsequenz, wenn mehr Geld (von einer Währung) verfügbar gemacht wird, kommt es rein mathematisch/buchhalterisch zu einer Abwertung.
Natürlich gibt es noch eine Reihe anderer Faktoren, die Einfluß nehmen. Genau darin besteht die Qualität eines erfolgreichen Traders diese Faktoren/Informationen in ihrer Auswirkung bestmöglich abzuschätzen.
 
3. Vor diesem Hintergrund, d.h. bei tiefer Kenntnis des Marktes und der Zusammenhänge, liegen die Gewinnchancen deutlich über 50%. Wobei aus meiner Sicht die Unsicherheit nicht durch Tatsachen selbst gegeben ist, sondern durch die Zeit. D.h. insbesondere die großen Marktteilnehmer reagieren auf jeden Fall rational, allerdings versuchen sie ihre Aktionen zu verschleiern, weil sich sonst alle einfach an sie dran hängen würden.
 
4. Die Aussage, daß unter allen Umständen das RR Verhältnis immer mindestens 1:1 betragen sollte, muß man aus meiner Sicht sehr differenziert betrachtetn:
 
- Ein Verhältnis von 1:1 oder z.B. 2:1 kann erfolgreich sein wenn man in höherwertigen Zeitfenstern handelt.
 
- Im Intraday Handel oder im noch kürzeren Scalping bereich, ist dies aus meiner Erfahrung ein völlig unrealistischer Parameteransatz. Um hier erfolgreich zu sein, ist - aus meiner Erfahrung - ein R:R Verhältnis von 0,5:1 oder noch weniger notwendig. Allerdings müssen dann andere Kompenenten greifen, z.B. die Gewinnerquote muß deutlich hoch sein. Dazu bedarf es einem Tiefenverständnis/Erfahrungen über die Bewegungen. Des weiteren kann muß man meist mehrere Trades zu einer Operation zusammenziehen, die dann ein positives Gesamtergebnis ergibt.
(Interessierte können sich bei ForexFactory.com bei "Sustainable" mein Trading ansehen)
 
Im folgenden zeige ich mal einen zwei Screenshots von einer Operation, die beim Einstieg daneben lag, aber dann unter Zuhilfenahme höherwertiger Zeitfenster, wann nachgekauft wird mit dem Ziel bei 50% des nächsten Pullbacks alle Trades zu liquidieren und ein sehr gutes Gesamtergebnis einzufahren.
 

 

Screenshot: 1 Pip Candels
Auf diesem kleinen Zeitfenster habe ich oben links den Beginn der Rede von Dudley markiert. Danach ist der Kurs hoch gegangen. Genau dort wo ich den ersten Trade eröffnete (blaue Senkrechte unten) dachte ich, daß es jetzt wieder nach unten geht. Damit lag ich aber falsch. Es ging nochmals um weitere 25 Pips nach oben.
 
Screenshot: 5 Pip Candels
Hier auf dem höheren Zeitrahmen sieht man im unteren Indikatorfenster sehr schön die Wellenbewegungen. Den ersten Trade habe ich eröffnet als der Indikator deutlich über der 75er Line lag, was grundsätzlich richtig ist, wenn man auf fallende Kurse setzt. Als ich dann feststellte, daß es nicht wie erwartet nach unten geht, habe ich praktisch bei jedem neuen höheren Indikatorwert einen neuen Trade eröffnet, wissend, daß es es nur eine Frage der Zeit ist, wann es wieder bergab geht. Diese Bergabfahrt betrachte ich als ein "Minimal Pullback", d.h. fast immer gibt es einen Rücksetzer von 50% von der vorherigen Aufwärtsbewegung, um dann weiter nach oben zu gehen. D.h. mein TP Ziel muß so konstruiert sein, daß ich es bei der 50% Marke spätestens erreiche.
Im Indikatorfenster unten sieht man dann, das es genauso kam als der Indikator rot war und fast auf der Null-Linie per TP die Trades geschlossen wurden.
 
Das es dann noch weiter bergab ging, sehe ich als eine Bestätigung meiner Interpration der Bewegung, würde ich aber nicht weiter berücksichtigen, weil hier dann das Risiko, daß es wieder nach oben geht deutlich ansteigt.
 
Alles Gute.
Soweit meine Kommentare.
    • Divecall und €urix gefällt das

Aus meiner Sicht hängen beide Werte zusammen. Wenn der SL enger gezogen wird, um Verluste stärker zu begrenzen, erhöht das im Gegenzug automatisch die Anzahl der Verlusttrades im Vergleich zur Anzahl der Gewinntrades, weil nun mehr Trades im Verlust landen. Wenn das RR-Verhältnis stimmt, kann ein Handeln aber auch erfolgreich sein, wenn die Trefferquote nur 30% beträgt. Je kleiner die Zeiteinheit wird, desto schwerer wird das allerdings. 

 

 

Wenn diese einfache Regel eingehalten wird, und das Gewinn-Verhältnis meiner Trades auch nur 51 % beträgt, dann hat man dennoch langfristig Erfolg im Trading!

 

Aus dem Text, wenn ich es richtig verstanden habe, ist mir diese Aussage im Gedächtnis geblieben.

 

Das ist rein rechnerisch bei einem CRV von 2:1 nicht ganz richtig. Dieses hier schon öfter eingestellte Schaubild zeigt es deutlich. 

 

profitfaktor.png

 

Demgemäß reichen 35% erfolgreicher Trades ( 7 von 20 Trades ) aus, um am Ende des "Tages" mit einem Gewinn dazustehen. 

 

Wer hingegen die 51% , die von Divecall angegeben wurden, erreicht, der darf sich auf eine richtig gutes Ergebnis freuen. 

    • Divecall, kubuss und Marco Bauer gefällt das

Ok das ist ja alles schön und gut, aber sobald das CRV nach oben geht, ist das immer zu Lasten der Trefferquote (wenn man nicht den Stop nachziehen kann, wie ein Profi der seit 25 Jahren dabei ist).

 

Ein gutes CRV bringt 0,0 ohne eine bestimmte Erfahrung die man braucht, die mir aber leider auch nach 6 1/2 Jahren noch verwehrt bleibt.

 

Das Ergebnis mit einem guten CRV wird bei den meißten Tradern so aussehen:

 

-1+2-1-1-1+2-1-1+2+2-1-1-1+2-1-1-1-1-1+2-1-1

 

= -4

 

Klar sind die Gewinne höher, aber es gibt viele kleine Verluste!

Ich würde sagen das hier alle irgendwie richtig liegen, aber Sorge macht mir die Auswertung, gehöre auch noch zu den Verlierern, arbeite hart daran irgendwann zu den Gewinnern zu gehören, mein Ziel regelmäßig Einnahmen zu generieren. Nach der realen Studie stehen die Chancen dazu nicht besonders gut. Letzendlich auf Dauer verdienen nur die Broker. Vermutlich funktioniert das ganze nur wenn ständig expandiert, das heist neues Geld von frischen Leuten eingespeist wird. Keine wirklich guten Aussichten, hab doch svhon so viel Zeit investiert. Mal schauen wie es in einem Jahr dann aussieht, werde auf jeden Fall berichten. Grüße MM


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