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Performance im Forex-Handel

Performance Grundlagen Risiko R:R Pips

Unter der "Performance" wird allgemein die Leistung eines Traders über einen bestimmten Zeitraum verstanden. Sie kann positiv als auch negativ sein, abhängig davon ob am Ende des Betrachtungszeitraum ein Gewinn oder Verlust zu vermerken ist. Um diese zu beschreiben werden verschiedene Begriffe verwendet welche in diesem Artikel erklärt werden.
Worum geht's?

In einer Welt wie die des Tradings wimmelt es nur so von Zahlen. Gerade was Gewinne angeht werden meist gerne Zahlen in den Raum gestellt in verschiedenen Farben, Formen und Einheiten. Was ist die Hauptaufgabe einer aussagekräftigen Angabe von Gewinn oder Risiko? Das sie vergleichbar ist!


Und da hapert es meist ein bisschen im allgemeinen Sprachgebrauch der Tradinggemeinde.

Darum an dieser Stelle eine kleine Abhandlung über die verschiedenen Einheiten für Performance und Risiko.

Die Einheiten

Ich möchte mit den bekannten Einheiten anfangen, um später eine vergleichbare Größe für die Performance eines Trades, Traders, EA`s oder eines Systems zu ermitteln und vorzustellen.

Die Pips

Unsere alten Bekannten. Ich kann mich noch erinnern, dass "Pip" so ziemlich das erste Wort war über das ich gestolpert bin als ich mit dem Traden angefangen habe. Daher wird es den meisten auch ein Begriff sein. Aber selbst hier tun sich schon Schwierigkeiten auf.

Pip steht erstmal für ( Percentage in Point) und stellt "die kleinste Preisstufe in einer Währung beim Trading" dar. Nun was ist die kleinste Preisstufe? Bei einem 5 Digit Broker wäre das bei eine Veränderung von 1.31000 auf 1.31001 oder 1.30999. Bei einem 4 Digit Broker wäre das von 1.3100 auf 1.3101 bzw. 1.3099. Das ist dann aber schon das 10-fache der Veränderung des 5 Digit Brokers. Man könnte den Leuten raten. "Traded am besten mit 5 Digits da gewinnt ihr mehr Pips mit der selben Bewegung!" Und für die meisten sind diese "Pips" das A und O beim Trading. Manche Leute gehen sogar so weit und wünschen dem anderen "viele grüne Pips" am Beginn des Tages. Ein kommerzieller Autotrader der nicht mindestens 1000 Pips im Monat einbringt wird von den meisten nicht mal eines Blickes gewürdigt. Ich will meine Pips und ich will viel davon! Lautet die Devise.

Werden sie ihrer Popularität überhaupt gerecht?

Wie schon angedeutet kommt neben dem Problem der Preisstellung noch hinzu, dass Gott nicht alle Pips gleich erschaffen hat. Manche von den sind auch noch mehr Wert als andere. Von Gleichberechtigung haben die anscheinend noch nichts gehört. Bis Alice Schwarzer sich für die einsetzt wird es aber wohl noch eine Weile dauern. So kommt es meist zu folgenden Aussagen in Trading Foren.

Trader 1: "Man gerade 100 Pips im EURO gemacht!"

Trader 1: "Bei 1.4220 Short bei 1.4200 raus mit 3 Lots. 60 (3x20) Pips erstmal genug für heute!"

Trader 1: "Gerade den Zimbabwe Dollar geshortet gegen den USD! Eine Quadtrillion Pips in einem Trade!"
Trader 2: "Hey cool du musst ja jetzt reich sein!"

Erfüllen die Pips also das Kriterium der Vergleichbarkeit?

Eher nicht. PriceFeeds sind anders - auch, wenn man meisst von 4 Digit ausgeht und dann auf 5 Digits einfach ne Null dran hängt. Genau genommen ist ein Pip aber wirklich nur die kleinst mögliche Veränderung eines Kurses. Dann gibt es Leute die ihren Kursgewinn mit ihren Lots multiplizieren und Paare die 1000 Pips am Tag hinlegen aber dafür eine Pipwert haben, der nichts Wert ist. Und weiß man überhaupt, was die Leute dafür riskiert haben? Nein. Ich Gewinn lieber 20 Pips und hab 10 dafür riskiert, als 500 um dafür 1000 Pips riskiert zu haben!

Warum sind Pips trotzdem so beliebt? Weil es den Leuten die ganze Zeit eingebläut wird, dass Pips eine akkurate Angabe für Gewinne beim Trading ist. Nicht ohne Grund werben EA Verkäufer und Signaldienste mit Pip-Gewinnen, weil sie damit gut Bauernfängerei betreiben können, denn die meisten fahren sowieso auf Pips ab und es ihnen egal ist, dass es keine vergleichbare Größe ist und die wichtigsten Sachen, wie z.B. das Risiko darin gar nicht beachtet wird.

Das Prozent

In einer Diskussion wie der obrigen kommt meist nach einer Zeit jemand der behauptet. "Ihr könnt euch eure Pips doch sonst wo hinstecken! Wie viel Prozent auf euer Konto habt ihr denn gewonnen ?!?"

Das ist schon mal ein guter Anfang, sich nicht von Pips einlullen zu lassen, aber leider trotzdem noch nicht genug.
Hier wird der Gewinn in Relation zur Kontogröße gesetzt.

Beispiel:
Kontostand vor dem Trade: 1000 USD
Kontostand nach dem Trade: 1034 USD
Gewinn: 34 USD

Prozentualer Gewinn: 34/1000 x 100 = 3,4%

Diese 3,4% hätte man mit einer Vielzahl möglichen Kursgewinnen in Pips erreichen können.
Hat die Person ein Trade mit 500 Pips im EUR/USD geschlossen mit 6,8 Nano-Lot oder 680 Units bei Oanda sind das 34 USD und so 3,4%. Hat die Person ein Trade mit 34 Pips im EUR/USD und 1 Mini-Lot oder 10.000 Units bei Oanda sind das auch 34 USD. Die Kombinationsmöglichkeiten aus Lotgröße, Kursgewinn und auch Pipwert für das Paar sind also Unendlich und verdeutlichen wie belanglos Angaben in Pips sind was die Performance angeht.

Wissen wir jetzt wie Hoch das Risiko für diese Performance war? Nein, immer noch nicht. Das Kriterium der Vergleichbarkeit ist immer noch nicht gegeben. Unser Freund hätte ein Trade öffnen können den er einfach so lange halten möchte bis er mit 34 Pips seinen TP erreicht, komme was wolle. Risiko in diesem Fall also unbegrenzt, was der Performance von 3,4% gegenüber steht. Welchem Trader würdet ihr eher euer Geld anvertrauen? Dem der jedes Mal den Totalverlust hinnimmt für 3,4% Gewinn oder einem anderen, der die 3,4% gewonnen und dabei 1% seines Kontos riskiert hat?

Fazit: Auch Prozentangaben sind nicht das Gelbe vom Ei. Auch wenn sie dank gleicher Basis vergleichbar machen sollen ist dies nicht immer der Fall. Beispiel: In den Nachrichten kommt das VW dieses Jahr 50% mehr Autos verkauft hat als im Vorjahr und Audi nur 10%. Was nicht gesagt wird ist, dass VW im Vorjahr 3 Autos verkauft anstatt 2 und Audi 11.000 anstatt 10.000. Um die Prozentzahl ein zuschätzen braucht man also immer noch Hintergrund Informationen. Beim Trading ist das genau so mit dem Risiko.


Ich möchte ein "R" kaufen!

Damit kommen wir - logisch hergeleitet - bei unserer dritten Einheit an, dem „R“.

Hier beheben wir den letzten Mangel den wir bei den Prozentangaben hatten. Nun wird alles ins Verhältnis gesetzt.

Hier für definieren wir uns einfach ein Größe und nennen sie „R“ (Für das Risiko) das bei JEDEM Trade besteht.
Aber uns geht es doch um Performance, Gewinne und die Rendite. Was soll das blöde Risiko damit zutun haben? Uns ist doch wichtig, wie viele Zaster beim Trade reinkommt? Ganz einfach:

Was ist das "R"?

Das ist ganz einfach der Kursverlust bis zu unserem Stoploss. Nicht zu verwechseln mit "Wieviel % unseres Kontos wollen oder können wir maximal verlieren"!
Wir können zwar 20% unseres Kontos riskieren mit einem Trade, es ist trotzdem 1R nämlich unser Risiko und das gibt es nur einmal (zum Glück!).

Dateianhang: RR.png

Das R als Performance.

Um daraus nun eine Einheit zu machen, die uns sagt wie groß unsere Performance ist setzten wir dieses eine R gleich mit der Strecke (an Pips!) zum maximal gewollten Verlust. Im Verhältnis dazu steht die Strecke bis zu unserem z.B. Takeprofit oder Kursgewinn (ebenfalls in Pips) in einem Trade.

Ein Beispiel:

Wir gehen Long: Haben ein 14 Pips Stoploss
Der Trade läuft gut und nach 56 Pips steigen wir aus.

1 R = 14 Pips
56 Pips / 14 Pips = 4

Also entsprechen die 56 Pips dem 4-fachen unseres Risikos.

Was ist dabei nun an Knete rumgekommen? Nun dafür setzt jeder für sich ein, wieviel % er pro Trade riskiert. Erst jetzt kommt das „R“ ins Spiel! Jemand der 1% pro Trade riskiert hätte also 4*1% = 4% gewonnen und wie viel das nun wieder ist kann jeder für seinen Account ausrechnen. Bei einem 1000 USD Account wären es 40 USD gewesen.

Fazit: Wir haben hier also ein paar Dinge gezielt aus der Betrachtung raus genommen. 1.) Die unterschiedlichen Lotgrößen mit den die Leute Traden die ja nur abhängen von dem Stoploss, dem Risiko in Prozent und der Größe des Konto. Also viel zu viele Parameter um damit was zu vergleichen. 2.) Die Pips die ja sowieso so ziemlich alles sein können und mehr Pips nicht unbedingt besser sein müssen. Das R wird zwar durch Pips ermittelt aber da es um ein Verhältnis am Ende geht sind sie nicht mehr als das Mittel zum Zweck 3.) Der reine Monetäre Gewinn der ja bezogen aufs Konto so ziemlich alles sein kann von 1% bis X%. Und trotzdem kann jeder nach vollziehen was der Trade für ihn und sein Konto bedeutet hätte.

Wir haben es also geschafft und endlich eine vergleichbare Größe gefunden, das „R“.

Pips sind eine wunderbare Einheit um DISTANZEN z.B. vom Einstieg zu SL oder TP im Chart fest zulegen. Dafür sind die nämlich auch gedacht. Nicht mehr und nicht weniger.


Aber das „R“ ist der vergleichende Maßstab um einen EA oder ein System aber auch sein Erfolg zu bewerten.

Im amerikanisch/englischen Sprachgebrauch – und inzwischen auch hierzulande – wird oft von R:R gesprochen, was aber nichts anderes bedeutet als unser eben definiertes „R“:
"Risk:Reward Ratio" oder auch „Risiko:Gegenleistung Verhältnis“.

Edit: Dieser Artikel wurde ursprünglich vom Forexfabrik.de-Mitglied TJPLD geschrieben, und nur von mir veröffentlicht!
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Über Divecall

Mein Name ist Peter Schüler (Jahrgang 1969) und ich bin der Gründer der Forexfabrik.de. Leider läßt mein aktueller Zeitrahmen ein aktives Trading mit einem Real-Konto nicht zu, von daher beschäftige ich mich z.Z. mit gelegentlichen Demo-Trading, da ich mit der Erstellung von Inhalten für die Forexfabrik voll ausgelastet bin...


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