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2618-Setup Teil 1

Double Top Double Bottom Strategie 2618 Setup Structure Trading

Das 2618 Setup
ist ein sehr einfaches Konzept, das ich mit freundlicher Genehmigung von Jason Stapleton (tradeempowered.com) exklusiv für Forexfabrik.de hier übersetze.
Es funktioniert sehr gut und hat über einen längeren Zeitraum eine hohe Erfolgsquote gezeigt.
Entstanden ist dieses Setup aus der Beobachtung heraus, das viele Trader ein Problem haben, die Strukturen eines Double-Top (oder Double Bottom) richtig zu interpretieren und zu handeln.

Damit verbunden natürlich wie immer die Frage: Wie habe ich das größtmögliche Gewinnpotential bei gleichzeitig kleinstmöglichem Risiko?

Nehmen wir an, in einem Aufwärtstrend (also kontinuierlich höhere Hochs und höhere Tiefs) sehen wir ein potentielles Double-Top.
Dateianhang: 2618-01.jpg

Nun müssen wir natürlich aufpassen, denn zu einem Zeitpunkt gibt es in jedem Aufwärtstrend einen Moment des „Double-Top“ und der Markt könnte ja auch einfach weiter steigen.
Dateianhang: 2618-03.jpg

Aber da wir ja schon einiges über die Relevanz von Chartstrukturen und deren psychologische Bedeutung gelernt haben und daher im „bigger Picture“, also im größeren Überblick in der Charthistorie an dieser Stelle eine potentielle Umkehrzone vermuten, ist unser Interesse an dieser Stelle geweckt.
Dateianhang: 2618-04.jpg

Wenn wir dann aggressiv vorgehen würden, wäre der optimale Einstieg an genau dieser Stelle, ohne zu wissen ob sich hier überhaupt ein Double-Top ausbilden wird:
Dateianhang: 2618-05.jpg

Denn wenn wir wirklich auf die Bestätigung warten, dass es sich um ein Double-Top handelt, müssten wir auf ein Retracement warten, das die vorhergehende Struktur verletzt, also ein tieferes Tief ausbildet:
Dateianhang: 2618-06.jpg

Erst zu dem Zeitpunkt ab Verletzung der vorhergehenden Struktur wissen wir tatsächlich, dass es sich um ein gültiges Double-Top handelt.

Leider hat sich zu diesem Zeitpunkt bereits unser Risiko vergrößert (da wir weiter von unserem Stop-Loss entfernt sind) und unser potentieller Gewinn verkleinert (da wir näher an dem erwarteten Kursziel sind).

Jetzt haben wir also die Bestätigung für ein Double-Top, haben aber einen großen Teil der Bewegung verpasst!
Dateianhang: 2618-07.jpg


Da in der Regel kaum jemand so aggressiv wie oben eingangs beschrieben handelt und es nicht zuletzt im Blick auf das Risikomanagement wichtig ist, mehr Bestätigungen zu haben um einen Trade zu eröffnen, lösen wir dieses Problem nun mit dem „2618-Setup“.

Die 2 in 2618 steht für ein Double Top (oder Double Bottom) und die 618 für das 61.8 Fibonacci Retracement, also ein Double-Top, gefolgt von einem 61.8 Retracement.

Wir erwarten also ein Pullback in ein 61.8 Retracement, und dort liegt unser Sell-Einstieg.
Dateianhang: 2618-08.jpg

Damit werden wir gleichzeitig das Risiko mindestens halbieren und den möglichen Gewinn mindestens verdoppeln.

Häufig passt das 61.8 Retracement übrigens genau zum Tief zwischen den beiden Hochs, die das Double-Top geformt haben.

So viel in der ersten Übersicht zur Idee. Dieses Setup wurde in 9 Währungspaaren konsistent gehandelt und unter allen anderen Vorgehensweisen mit einem Double-Top ist das 2618-Setup jenes mit dem geringsten Risiko und dem höchsten zu erwartenden Gewinn.

Damit die hohe Erfolgsquote zustande kommt, fügen wir noch ein Divergenzkriterium hinzu, dazu weiter unten mehr.

Zunächst müssen wir noch einen genaueren Blick auf den Begriff „Double-Top“ werfen, denn ich weiß, viele Trader verwenden für diese Chartformation relativ unscharfe Kriterien. Daher müssen wir sicherstellen, das 100 von 100 Tradern ab jetzt bei diesem Begriff wirklich exakt die selben Kriterien kennen und berücksichtigen um jegliche Subjektivität bei der Interpretation auszuschließen.
Wir definieren also nun zunächst exakt, wann wir von einem „Double Top“ sprechen.

Vorab: Das erste (linke) Hoch des Double-Top soll sich in einem intakten Trend befinden, also im Aufwärtstrend ein höheres Hoch (HH) sein, wie hier schematisch dargestellt:
Dateianhang: 2618-10.jpg

Was wir nicht suchen, ist ein "Double-Top", bei dem das Hoch durch einen Bruch des Trends zustande gekommen ist und wie in diesem Beispiel ein tieferes Hoch (TH) ausgebildet hat:
Dateianhang: 2618-10a.jpg

Das ist nach unserer Definition kein Double-Top, nach einem solchen würden wir nicht für ein 2618 Setup suchen. Wir suchen nach einem Reversal innerhalb eines intakten Trends.

Weiterhin muss zwischen den beiden Hochs des Double-Top ein freier Raum sein, in dem keine „Price-Action“ stattgefunden hat.
Dateianhang: 2818-20001.JPG

Wobei es unerheblich ist ob der Raum dazwischen 5 oder 50 Kerzen breit ist, wir können es sogar auf eine einfache Regel herunterbrechen: Optimal ist es, wenn wir ein V dort einzeichnen können:
Dateianhang: 2818-20002.JPG

Sehr wichtig ist die Art des Retest, also des rechten Hochs. Hier gelten folgende Regeln:

Das höchste Hoch der Retest-Bewegung muss mindestens den Schlusskurs des linken Tops berühren:
Dateianhang: 2818-20003.JPG

Der höchste Schlusskurs darf nicht höher sein als das Hoch des linken Tops:
Dateianhang: 2818-20004.JPG

Auch so kann es dann natürlich aussehen: Das höchste Hoch hat den vorhergehenden Schlusskurs berührt (und hier überschritten) und der Schlusskurs liegt unter dem vorhergehenden Hoch:
Dateianhang: 2818-20005.JPG

Wir können also sagen, dass der Bereich zwischen dem höchsten Schlusskurs und dem höchsten Hoch des linken Tops der wichtigste Bereich ist den wir dabei beachten:
Dateianhang: 2818-20006.jpg

Der Markt muss in diesen Bereich vordringen, darf aber nicht darüber schließen.

So lange diese Voraussetzungen erfüllt sind, können wir von einem gültigen Double-Top sprechen.
Umgekehrt gilt das für ein Double-Bottom wie im folgenden Beispiel:
Dateianhang: 2818-20007.jpg


Schauen wir uns die Bedingungen in diesem Beispiel an:

Ist das erste (linke) Bottom in tieferes Tief in einem intakten Abwärtstrend? :yes:
Hat das zweite Bottom ein Tief das mindestens den Schlusskurs des linken Bottoms berührt? :yes:
Und einen Schlusskurs, der nicht tiefer als das Tief des ersten Bottoms ist? :yes:
Wurde die Struktur anschließend nach oben gebrochen? :yes:
Wir legen also das Fibonacci Tool vom tiefsten Tief des zweiten (rechten) Bottoms bis zum höchsten Hoch des Retracements (Fibo nachziehen wenn ein höheres Hoch erreicht wird) und kaufen bei einem Rückfall auf das 61.8 Retracement. In dem obigen Beispiel (ein M15 aus EURAUD) hat das 2618 Setup ohne Mühe das nächste Strukturlevel und sogar das darauf folgende Strukturlevel erreicht.

Das der Kurs in die „falsche“ Richtung läuft ist selten, da wir uns ja in der Hauptsache an der historischen Chartstruktur orientieren.

Bei 3-4 von 10 Setups erreicht der Kurs nicht das 61.8 Fibo-Level und läuft ohne uns davon. :-"

Dennoch ist dieses Konzept insgesamt das bisher beste Vorgehen im Umgang mit Double-Tops/Double-Bottoms, das ich kenne.

Ich hoffe, das grundlegende Muster des 2618-Setups ist damit klar geworden.

Als zusätzliche Bestätigung nehmen wir Divergenzen oder versteckte Divergenzen durch ein definiertes RSI-Setup.
Das soll, wie auch das Stop und Target – Management im zweiten Teil dieses Artikels besprochen werden, der zum nächsten Wochenende hier erscheint. Weiterhin wird es noch ein Trainingsvideo zum 2618-Setup geben, das ein wenig mehr noch in die Details geht und in dem ich die nächsten Live-Trades aufnehme und kommentiere inklusive häufiger bis dahin auflaufender Fragen.
  • Divecall, Crashbulle, Tacito und 9 anderen gefällt das


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Über Scusi

Trading aus Leidenschaft für die Märkte, nicht professionell. Schwerpunkte Structure Trading / Analyse und Trading-Psychologie. Im "wirklichen Leben" Therapeut, Coach und Trainer.


9 Kommentare

das ist mal ein bericht. super geschrieben und v.a. auch interessant. :)

schön, das noch jemand den ansatz tradet :)

Bin gespannt auf den zweiten Teil und erst recht auf die Live-Videos!

 

Danke!

Der Ansatz gefällt mir, welche ZE wird bevorzugt? Wie wird der lfd. Trend berücksichtigt?

mfg

toller Ansatz, wird gleich getestet!

Ganz großes Lob Scusi, richtig richtig guter Artikel!!!

Der Ansatz gefällt mir, welche ZE wird bevorzugt? Wie wird der lfd. Trend berücksichtigt?

mfg

 

Der Ansatz ist auf allen ZE möglich, ich trade das nicht auf kleinen TF, 15M ist für mich noch ok aber schon grenzwertig. Für Jason spielt der lfd. Trend keine besondere Rolle, aber das hängt auch von den eigenen Präferenzen ab.

Danke für diesen hervoragenden Artikel!

 

Auf welchen TF werden die WU-Linien gesucht? Bzw erfolgt dies in Abhängigkeit vom gehandelten TF?

Auf welchen TF werden die WU-Linien gesucht? Bzw erfolgt dies in Abhängigkeit vom gehandelten TF?

 

Was den TF betrifft, kann ich nur von meinen eigenen Präferenzen berichten. Ich arbeite mich grundsätzlich immer vom Monatschart nach unten und habe so die für mich relevanten WU-Linien farblich geordnet im Chart. Wenn ich also im H1 angekommen bin, habe ich als übergeordnete Referenz immer die WU-Bereiche der anderen TF mit im Blick (Also zum Beipiel dunkelblaue Linien für O/C/H/L der letzten Wochenkerze, hellgrüne für H/L der letzten Tageskerze usw. sowie natürlich die markanten potentiellen Umkehrzonen aus der Chartstruktur). Das kann recht individuell gehandhabt werden.. eine Regel die auch die meisten Syndicate Trader so beachten ist, das auf einem kleineren TF kein WU aus größeren TF's die geplante Tradespanne behindern sollte. Das ist allerdings auch recht selten der Fall, ich würde mal schätzen das mir im Durchschnitt bei ca. 6-8 v.H. so ein Mistding den Weg versperrt.



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