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Es gab 4 Ergebnisse mit den Schlagwörter Grundlagen

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  1. Risikomanagement / Risk Of Ruin

    Und Punkt 1 auf der Liste der wichtigen Dinge ist ganz klar und eindeutig: Risikomanagement.

    Warum? Ein Trader ist ein Risikomanager. Du bist ein Risikomanager. Punkt. Das ist deine wichtigste Aufgabe.

    Risikomangement. Genau das, worum die meisten einen großen Bogen machen oder es nur halbherzig betreiben. Und das dürfte einer der großen Gründe dafür sein warum so viele Trader Geld verlieren. Viele denken tatsächlich es kommt auf die Strategie an oder auf das Handelssystem und sind regelrecht süchtig danach, dort die Stellschrauben des Erfolges zu suchen.

    Weit gefehlt. Sehr weit gefehlt.

    Neben dem Moneymanagement sind noch zwei andere Themenbereiche bei den Profis im Fokus: Handelssystematik und Psychologie, aber wenn es überhaupt mal um Systeme und Strategien geht, dann wirklich nur am Rande; quasi eher im Sinne von Smalltalk.

    Nun ist das Thema Moneymanagement zwar relativ einfach, aber dennoch umfangreich. Ich möchte mich in diesem Artikel auf eine einzige Kennzahl beschränken. Die wichtigste Kennzahl überhaupt, über die jeder Trader laufend informiert sein sollte. Sie ändert sich im Laufe der Zeit, die meisten Profis stellen diese Kennzahl wöchentlich fest, einige nur monatlich.

    Diese Kennzahl ist der „Risk of Ruin“, oder auch das „Pleiterisiko“.

    Kennst Du dein persönliches Pleiterisiko? Nein? Dann wird es höchste Zeit. Denn wenn Du ein Pleiterisiko hast das größer ist als 0 %, dann ist es nur eine Frage der Zeit bis Du dein Konto vernichtest.

    Hier geht es um mathematische 0%, also alles was unterhalb von 0,5 % ist wird abgerundet. Eine glatte Null ist natürlich nicht zu erreichen. Alles unter 0,5 % ist in Ordnung.

    Wer mit Zahlen nicht auf Kriegsfuß steht kann sich diese Kennzahl selber ausrechnen, aber es gibt auch Tools dafür.

    Für die Berechnung brauchen wir unsere statistische Trefferquote. Die Trefferquote kann im z.B. im Devisenhandel, Aktienhandel und Rohstoffhandel recht hoch sein, 60-70 % sind dort mit genügend Erfahrung relativ konsistent zu erreichen.

    Sofern die Trefferquote über 70 % liegt wird in der Regel ein zu kurzer Zeitraum betrachtet oder das Moneymanagement ist fehlerhaft. Das ist leicht daran zu erkennen, dass bei sehr hohen Trefferquoten immer nur kurze Zeiträume dargestellt werden oder Verlusttrades durch kleine Tricks ausgefiltert werden. Dies dient immer Marketingzwecken (z.B. Verkauf von Handelsrobotern, Seminaren…) und hat mit richtigem Trading wenig zu tun. Natürlich gibt es Ausnahmen, so habe ich zum Beispiel beim Trading von einigen Preismustern Trefferquoten von zum Teil weit über 80%, berechnet über einen Zeitraum von vielen Jahren. Aber hier geht es um die Regel, nicht um die Ausnahme. Jede Statistik hat ihre Ausreißer und auch ihre Schwächen.

    Im Futureshandel ist die Trefferquote deutlich geringer und liegt bei den Profis meist bei etwa 40%.

    Daher kostet der Umstieg von z.B. Devisenhandel auf Futureshandel sehr vielen Tradern den Kopf da die aus diesem Grund unbedingt notwendige Umstellung des Moneymanagements nicht beachtet wird.

    Die Trefferquote ist daher ein unwichtiger Faktor im Trading und wird lediglich als Kennzahl im Moneymanagement berücksichtigt. Die Trefferquote ist zwar eine der Stellschrauben für das Risikomanagement, jedoch weitaus unwichtiger als andere Stellschrauben da sie ein mathematisch unscharfer Faktor ist.

    Ich erkläre das Pleiterisiko zunächst anhand eines Beispiels mit einfachen Zahlen. Unser Beispieltrader Franziska handelt ein System, mit dem sie eine Trefferquote von 56% erzielt, hat eine Accountgröße von 10.000 Euro und geht als extrem risikofreudiger Mensch pro Trade ein Risiko von 20% (also 2000 Euro) ein. Damit wären bei der derzeitigen Kontogröße 5 Verlusttrades in Folge notwendig bis zur Pleite ( = 5 Geldeinheiten auf dem Konto ).

    Pleiterisiko = ((1 - A / 1 + A))U

    A=Trefferquote-Verlustquote
    U=Anzahl der Einheiten die man verlieren kann


    Oder:

    [attachment=24932:rechnung 1.jpg]

    W= Wahrscheinlichkeit eines Gewinnes
    L= Wahrscheinlichkeit eines Verlustes
    U= Anzahl der verfügbaren Geldeinheiten

    [attachment=24933:rechnung 2.jpg]

    Damit wäre in unserem Beispiel ein Pleiterisiko von 30% gegeben. Zur Erinnerung: Ein Pleiterisiko von über 0% ist die Garantie dafür, dass unsere Traderin Franziska sich ruinieren wird. Es ist nur eine Frage der Zeit.

    Stellschrauben für das Pleiterisiko sind:

    • Reduzierung von Risiko pro Trade
    • Verbesserung des Verhältnis von Gewinn zu Verlust
    • Erhöhung der Trefferquote
    Wenn wir das Risiko pro Trade im oben genannten Beispiel auf 1000 Euro pro Trade, also 10 Geldeinheiten halbieren, sinkt das Pleiterisiko von 30% auf 9%. Wenn wir das Risiko pro Trade auf 500 Euro senken (20 Geldeinheiten) liegen wir bereits bei 0% Pleiterisiko.

    Eine leichte Verbesserung des Gewinn-Verlust-Verhältnis ist eine weitere Stellschraube:

    Bei einem Verhältnis von 1:1 (z.B. häufig beim Scalping) haben wir ein durchschnittliches Pleiterisiko von 64%. Bei einem Verhältnis von 1:1,3 sind es noch 21%, ab 1:1,5 sind es 0%. Wie gesagt, im statistischen Mittel.

    Eine Erhöhung der Trefferquote zu fokussieren ist ein untergeordnetes Mittel und sollte umsichtig und nur mit ausreichender Erfahrung erfolgen. Das Risiko dabei ist, seine Handelssystematik zu zerstören und damit das Gegenteil zu erreichen.

    Die wichtigsten Stellschrauben sind also die Positionsgrößenbestimmung (Risiko pro Trade) und Verbesserung von Gewinn-Verlust-Verhältnis.

    Bezüglich letzterem sei gesagt, dass Profis keine Scheu haben, sich schnell von Verlusttrades zu trennen und niemals auf die Hoffnung setzen dass „der noch dreht“ weil ja X und Y dafür spricht (psychologische Falle)

    Entweder er läuft zügig in die richtige Richtung, oder aber er wird mit möglichst kleinem Verlust entsorgt.

    Auf der anderen Seite dürfen die Gewinner laufen und werden nicht zu früh geschlossen, z.B. aus Angst vor Kursrücksetzern.

    Auch wenn das Pleiterisiko ein statistisches Konstrukt ist, so ist es doch eine der wichtigsten Kenngrößen für das eigene Trading. Alles über 0,5 % darf nicht akzeptiert werden!

    Und wenn ich Dich sozusagen mitten in der Nacht wecke und nach deinem Pleiterisiko fragen würde, dann solltest Du es sofort benennen können.

    Hier (LINK) ist noch ein Link zu einem Rechentool für das Pleiterisiko.




    Herzlichen Glückwunsch!

    Du hast eine wichtige Lektion für deinen Erfolg gelernt! Wenn es auch nur eine von sicher noch etwa 100 weiteren Lektionen für das Moneymanagement ist, so ist das Pleiterisiko zu verstehen und zu kennen doch eine der wichtigsten Lektionen überhaupt.


    Ich wünsche Dir allzeit gute Trades!

    © 2016 @ forexfabrik.de / Scusi

    • 01.04.2016 - 16:31 Uhr
    • nach Scusi
  2. Psychoquatsch und so Zeug

    Fangen wir doch mal an der Basis an. Braucht man bestimmte „Anlagen“ bzw. sind diese hilfreich oder hinderlich? Gibt es gar ein „Trading-Gen“?

    Die Frage ist schnell beantwortet. Im Jahr 1990 begann das internationale „Human Genome Project“ mit dem Ziel, das menschliche Genom vollständig zu entschlüsseln. 13 Jahre später wurde das Projekt wieder beendet. Offiziell als erfolgreich deklariert, denn es hat ja sehr viele Steuergelder verschlungen.

    Tatsächlich hinterließ das Projekt allerdings frustrierte Wissenschaftler, denn das große Paket was sie geöffnet hatten, hatte überraschend wenig Inhalt. Um es auf den Punkt zu bringen: Das menschliche Genom hat nicht mehr Gene als ein Regenwurm und unterscheidet sich auch nur zu weniger als 0,5% überhaupt vom Affen. Es gibt tatsächlich kaum etwas her. Bis auf einige Ausnahmen die man an einer Hand abzählen kann und auch nicht wirklich interessant sind (ein paar einfache Defekte) finden sich dort weder Erklärungen für all die angeblich „vererbbaren“ Krankheiten geschweige denn für sonstige Merkmale der Persönlichkeit.

    Dabei hatte man gehofft, so viele Erklärungen zu finden für Krankheiten, Intelligenz, Verhalten… zumindest hat man entdeckt, dass die Gene mit all dem nichts zu tun haben, aber das ist ja auch schon mal was. Immerhin haben sich aufgrund dieses Ergebnisses interdisziplinäre kleinere Forschungsgruppen gebildet und mittlerweile erhalten wir die ersten spannenden Hinweise darauf, wofür denn dieses komische Genom nun wirklich zuständig ist.

    Dies weiter auszuführen wäre zwar hochinteressant, würde aber nicht mehr zum Thema des Artikels passen, außerdem gehen die Forschungen (außer in Russland) recht schleppend voran, weil sie privat finanziert werden müssen da die Forschungsergebnisse mit hoher Wahrscheinlichkeit sowohl Politik als auch viele Wirtschaftsmagnate ziemlich alt aussehen lassen.

    Also halten wir einfach fest, die Gene haben sowohl mit Trading genau so wenig zu tun wie mit sonstigen Dingen die ihnen zurzeit noch zugeschrieben werden.


    Nun… spielt dann vielleicht die Sozialisation eine Rolle?

    Hier gibt es nicht wie bei den Genen ein eindeutiges „Nein“, sondern ein eindeutiges „Jain“.

    Warum? Nehmen wir einfach mal zwei wesentliche Punkte der psychologischen Entwicklung heraus, die Sozialisation durch die Herkunftsfamilie und durch die Schule im weitesten Sinne.

    Jeder hat Eltern und ist in einem bestimmten Kontext eines familienartigen Systems aufgewachsen. Dort versucht man üblicherweise die Kinder zu erziehen. Wie wir aus der Hirn- und Verhaltensforschung heute sicher wissen, ist „Erziehung“ ein Problem bzw. so wie wir Erziehung verstehen nicht mal möglich, denn Kinder machen niemals das was man ihnen sagt - höchstens kurzfristig um z.B. einer Bestrafung aus dem Weg zu gehen, was jedoch absolut nichts mit „lernen“ zu tun hat, in der Regel bringen wir damit Kindern nur bei, Angst zu haben. So funktioniert Lernen also nicht.

    Das, was in neuronalen Netzwerken gelernt wird ist das, was die Eltern oder Bezugspersonen machen, welche Einstellungen sie haben, welche Strategien sie für X, Y und Z benutzen.

    Und was kommt dabei heraus?
    Wir finden neuronale Netzwerke und Verhaltensmuster bei den Kindern und zwar bevorzugt solche, die Eltern und Lehrer unbedingt vermeiden wollten. Heute wissen wir, dass Erziehung nur so stattfinden kann, dass die Bezugspersonen sich selber ändern und es damit dem Kind kongruent vorleben.

    Das ist nur deshalb paradox, weil wir einfach nicht wussten, wie Lernen funktioniert. Erst seit wenigen Jahren wissen wir das und die ersten Schulmodelle beginnen (sehr erfolgreich) dieses Wissen umzusetzen.

    Wir lernen das Wesentliche also nicht über Wissenserwerb sondern über ein automatisches Kopieren von Verhaltensmustern. Auch und besonders unbewusste und nichtausgesprochene Muster und ganz explizit die Muster, die man in der "Erziehung" unbedingt zu vermeiden versucht.

    Auch Denkmuster und Einstellungen z.B. zum Thema Geld sind ein Verhaltensmuster, viele als "Krankheit" bezeichnete Zustände sind ebenfalls nur ein Verhaltensmuster. Depressionen zum Beispiel. Unterbrechen wir das Verhaltensmuster, mit dem die Depression erzeugt wird ist sie weg. Und zwar von jetzt auf gleich. (Das ist aber schlecht, weil man dann keine Tabletten oder unfassbar lange psychoanalytische Therapien mehr verkaufen kann, also sagen wir das niemandem.)

    Wir können also gigantische Mengen an Wissen haben, davon haben wir unterm Strich jedoch gar nichts, wenn uns die verhaltensbestimmenden Faktoren im Weg stehen.

    Und jetzt zum "Jain".

    Ja,
    diese Faktoren haben einen ganz enormen Einfluss auf das Trading weil diese unter anderem der Grund für sämtliche unbewussten Sabotageprogramme sind die als solche nicht mal erkannt werden da sie sich außerhalb der bewussten Wahrnehmung befinden. In diese Kategorie gehören zum Beispiel die Fehler, die sich wiederholen.

    Und nein,
    weil dies keine fixen oder unveränderlichen Komponenten sind. Wie jedes Muster können auch diese modifiziert oder durch andere Muster ersetzt werden.

    Noch eine kleine Degression damit klar wird, warum das so wichtig ist: Ich habe mich seit einiger Zeit intensiv mit dem „warum ist das so“ beschäftigt und zu diesem Zweck viele sogenannte quantitative EEG-Ableitungen durchgeführt, mittels derer man in Echtzeit die Hirnaktivität darstellen kann.

    Vereinfacht kann man sich vorstellen, die Hirnentwicklung verläuft von hinten unten nach vorne oben. Vorne oben haben wir die am weitesten entwickelten Regionen, diese brauchen wir zwingend um gute Entscheidungen zu treffen.

    Angenommen Günther ist grad fröhlich und unbeschwert beim Trading und es läuft grad auch ziemlich gut, der Profit steigt und steigt.

    Nun wird plötzlich ein Glaubenssatz getriggert, weil Günther früher als kleiner Günnipups ohne es zu Wissen eine negative Einstellung in Bezug auf Geld übernommen hat. Und dann geht es los.

    Die Hirnfrequenzen beginnen sich zu verschieben. Langsame Frequenzbereiche, die für Langstreckenkommunikation im Hirn gebraucht werden, werden heruntergefahren, sehr schnelle Frequenzen (Stress, Angst etc.) werden dramatisch verstärkt, mittlere Frequenzbereiche die für einen guten vigilanten Modus stehen werden überlagert und schon haben wir den fürchterlichen (Kopf-)Salat.

    Von vorne oben nach hinten unten wird eine Hirnregion nach der anderen sozusagen „vom Netz genommen“.

    Je nachdem wie weit es führt – wenn es schlecht läuft bis hin zur Stammhirnüberaktivierung.

    Die Wahrnehmung ist ebenfalls Frequenzabhängig und verschiebt sich von außen nach innen.

    Günther sieht zwar noch den Chart vor sich, ist in seinem Erleben aber vollständig in die innere Welt abgetaucht und getriggert durch den negativen Glaubenssatz in Bezug auf Geld beginnt nun ein Kopfkino, das mit der Außenwelt absolut nichts mehr zu tun hat.

    Er führt einen inneren Dialog und konstruiert ein Erleben, dessen Inhalt er sich zwar nicht bewusst ist aber aufgrund dessen er den Trade dann schließt.

    Natürlich mal wieder „viel zu früh“. Er hat schon wieder auf inneres konstruiertes Erleben reagiert, und das was im Außen tatsächlich passierte nicht mehr in seine Wahrnehmungsverarbeitung einbeziehen können.

    Später dann, wenn er wieder in einem Zustand ist in dem er die Außenwahrnehmung verarbeiten kann ärgert er sich, weil das ja eigentlich ganz klar war…

    Diese Verschiebung von äußerer Wahrnehmung hin zu innerem konstruiertem Erleben ist übrigens auch die Ursache für jedes Missverständnis und jeden Streit. Man regiert nicht auf das, was tatsächlich passiert ist oder gesagt wurde, sondern auf seine innere Interpretation davon, die in der Regel nichts mit der „Realität“ zu tun hat.
    Aber das nur als Randnotiz.

    Ich wollte nur beispielhaft aufzeigen, was ein einfacher unbewusster Glaubenssatz für eine massive neurologische Wirkung hat. Und das ist eigentlich sogar noch die mildeste Form, aber schon völlig ausreichend um schlechte Entscheidungen zu treffen.

    Denn eines ist absolut sicher:

    In einem schlechten Zustand kann man keine guten Entscheidungen treffen.

    Daher ist es im Trading wie auch im übrigen Leben zunächst die wichtigste Aufgabe, in einen guten Zustand zu kommen und den aufrecht zu erhalten.

    Und tu Dir wirklich den Gefallen: Treffe niemals, also nie – wirklich niemals - eine Entscheidung, wenn Du nicht in einem guten Zustand bist.

    Sorge dann erst dafür, in einen guten Zustand zu kommen. Das ist wichtiger als alles andere. Ich habe viele Menschen, aber auch große Unternehmen von heute auf morgen kollabieren sehen weil eine Entscheidung aus einem schlechten Zustand heraus getroffen wurde.

    Auch das wäre sicher sehr interessant auszuführen, führt uns dann jedoch wieder in eine Degression und vom Thema weg, wir halten nur fest:
    Durch die Sozialisation werden unbewusste verhaltenssteuernde Muster übernommen, die erheblichen Einfluss auf das Trading haben.

    In der Untersuchung bzw. Modellierung von erfolgreichen Tradern ist festzustellen, dass die Menge an „Wissen“ ein nebensächlicher Faktor ist, der Unterschied liegt auf der psychologischen Seite.

    Sorge für einen guten Zustand.
    Du musst dich gut fühlen.
    Je besser Du dich fühlst, desto besser sind deine Entscheidungen.

    Notfalls darfst Du dich auch ohne Grund gut fühlen.

    Dieser Satz ist zwar in einem Land wie unserem sehr merkwürdig, aber gib Dir die Erlaubnis, dich ab sofort auch ohne Grund gut zu fühlen!

    Und falls Du zu denen gehörst, die eine Erlaubnis von außen brauchen: Ich erlaube Dir, dich künftig ohne Grund gut zu fühlen!

    Und wo wir dann schon bei gut fühlen sind… kommen wir noch zum Körper.


    Ob man den nicht irgendwie nutzen kann, wenn man ihn sowieso schon ständig dabei hat?

    Ja – und zwar sehr gut. Es gibt tausend verschiedene Möglichkeiten den Körper für das Zustandsmanagement zu nutzen. Denn das Hirn steuert nicht nur en Körper, sonder auch der Körper steuert das Gehirn.

    Eine davon möchte ich hier kurz erwähnen, denn das kann fast jeder selber ganz gut machen. Du kannst ja gerne damit experimentieren und später von deinen spannenden Entdeckungen im Kommentar berichten.

    Neurobiologisch bzw. entwicklungsbiologisch stammen beispielsweise deine Hände aus demselben Keimblatt, aus dem ein wichtiger Teil deines Gehirns entstanden ist. Daher beeinflussen sich diese auch gegenseitig und stehen in enger Kommunikation. Wie kannst Du das nutzen?

    Du machst eine bestimmte Handbewegung, wenn Du ein tolles Erlebnis beschreibst, bei dem Du dich saugut gefühlt hast.

    In diesem Moment hast Du schon an eines gedacht, richtig?

    Wenn es gar nicht anders geht, dann konstruiere ein Erlebnis richtig intensiv, denk Dir dann einfach eins aus, das macht für dein Gehirn überhaupt keinen Unterschied.

    Beschreibe mir einfach ganz kurz (sprich es am besten wirklich laut aus) was der absolut beste Moment war und wie gut sich das angefühlt hat. Versetze Dich total in dieses gute Erlebnis.

    Du wirst automatisch eine Handbewegung machen, nimm diese Handbewegung, dieses Bewegungsmuster ganz bewusst wahr!

    Das kann so aussehen oder auch ganz anders.
    [attachment=21131:hand01.jpg][attachment=21132:hand02.jpg]

    Diese „YES!!“-Bewegung ist fast immer ganz gut, aber auch andere sind gut, die Hauptsache ist, es fühlt sich gut an.

    Sagst Du etwas bei dieser Bewegung? Gehört ein „YES!!!“ dazu oder etwas anderes? Ein Geräusch, ein tiefes Atmen, irgendetwas? Nimm das dazu.

    Du solltest das auch einige Male wiederholen, und dich immer intensiver erinnern um das gute Gefühl noch stärker zu machen.

    Wenn sich das dann richtig gut anfühlt, dann mache eine kleine Pause.

    Dann machst Du nur die Handbewegung (und das Geräusch, Atmen etc.)

    Merkst Du was?

    Wenn Du alles richtig gemacht hast, dann sollte jetzt das gute Gefühl als Reaktion darauf folgen. Je öfter Du das machst, desto stärker wird es.


    Und jetzt kommt der neurobiologische Trick:

    Wenn Du später mal wieder beim Trading merkst, dass sich dein Zustand verschlechtert, Du Stress bekommst oder was auch immer… dann mach diese Handbewegung und sage „YES!!! Ich bin total gestresst! Das fühlt sich so gut an!“ oder etwas in der Art und Du wirst eine erstaunliche Entdeckung machen: Es wird Dir nicht mehr gelingen, diesen schlechten Zustand aufrecht zu erhalten.

    Versuch es ruhig. „[Handbewegung] YES YES YES, dieser verdammte Stress!!“

    Je mehr Du es versuchst, desto besser wirst Du dich fühlen!

    Experimentiere ruhig damit, das ist keine Zauberei, das ist einfache Neurobiologie. Warum sollst Du denn nicht nutzen was Du hast?

    Ich wünsche Dir eine gute Erfahrung mit diesem kleinen Trick und dass es Dich vielleicht auf die Idee bringt, dass es keinen Grund gibt und keinen Sinn macht sich schlecht zu fühlen, aber tausend Wege sich gut zu fühlen und alleine diese „Kleinigkeit“ hat das Potential, die Qualität deiner Entscheidungen deutlich zu verbessern.


    © 2015 www.Forexfabrik.de
    Bildmaterial: Lizenzfrei oder lizensiert

    • 26.07.2015 - 18:18 Uhr
    • nach Scusi
  3. Performance im Forex-Handel

    Worum geht's?

    In einer Welt wie die des Tradings wimmelt es nur so von Zahlen. Gerade was Gewinne angeht werden meist gerne Zahlen in den Raum gestellt in verschiedenen Farben, Formen und Einheiten. Was ist die Hauptaufgabe einer aussagekräftigen Angabe von Gewinn oder Risiko? Das sie vergleichbar ist!


    Und da hapert es meist ein bisschen im allgemeinen Sprachgebrauch der Tradinggemeinde.

    Darum an dieser Stelle eine kleine Abhandlung über die verschiedenen Einheiten für Performance und Risiko.

    Die Einheiten

    Ich möchte mit den bekannten Einheiten anfangen, um später eine vergleichbare Größe für die Performance eines Trades, Traders, EA`s oder eines Systems zu ermitteln und vorzustellen.

    Die Pips

    Unsere alten Bekannten. Ich kann mich noch erinnern, dass "Pip" so ziemlich das erste Wort war über das ich gestolpert bin als ich mit dem Traden angefangen habe. Daher wird es den meisten auch ein Begriff sein. Aber selbst hier tun sich schon Schwierigkeiten auf.

    Pip steht erstmal für ( Percentage in Point) und stellt "die kleinste Preisstufe in einer Währung beim Trading" dar. Nun was ist die kleinste Preisstufe? Bei einem 5 Digit Broker wäre das bei eine Veränderung von 1.31000 auf 1.31001 oder 1.30999. Bei einem 4 Digit Broker wäre das von 1.3100 auf 1.3101 bzw. 1.3099. Das ist dann aber schon das 10-fache der Veränderung des 5 Digit Brokers. Man könnte den Leuten raten. "Traded am besten mit 5 Digits da gewinnt ihr mehr Pips mit der selben Bewegung!" Und für die meisten sind diese "Pips" das A und O beim Trading. Manche Leute gehen sogar so weit und wünschen dem anderen "viele grüne Pips" am Beginn des Tages. Ein kommerzieller Autotrader der nicht mindestens 1000 Pips im Monat einbringt wird von den meisten nicht mal eines Blickes gewürdigt. Ich will meine Pips und ich will viel davon! Lautet die Devise.

    Werden sie ihrer Popularität überhaupt gerecht?

    Wie schon angedeutet kommt neben dem Problem der Preisstellung noch hinzu, dass Gott nicht alle Pips gleich erschaffen hat. Manche von den sind auch noch mehr Wert als andere. Von Gleichberechtigung haben die anscheinend noch nichts gehört. Bis Alice Schwarzer sich für die einsetzt wird es aber wohl noch eine Weile dauern. So kommt es meist zu folgenden Aussagen in Trading Foren.

    Trader 1: "Man gerade 100 Pips im EURO gemacht!"

    Trader 1: "Bei 1.4220 Short bei 1.4200 raus mit 3 Lots. 60 (3x20) Pips erstmal genug für heute!"

    Trader 1: "Gerade den Zimbabwe Dollar geshortet gegen den USD! Eine Quadtrillion Pips in einem Trade!"
    Trader 2: "Hey cool du musst ja jetzt reich sein!"

    Erfüllen die Pips also das Kriterium der Vergleichbarkeit?

    Eher nicht. PriceFeeds sind anders - auch, wenn man meisst von 4 Digit ausgeht und dann auf 5 Digits einfach ne Null dran hängt. Genau genommen ist ein Pip aber wirklich nur die kleinst mögliche Veränderung eines Kurses. Dann gibt es Leute die ihren Kursgewinn mit ihren Lots multiplizieren und Paare die 1000 Pips am Tag hinlegen aber dafür eine Pipwert haben, der nichts Wert ist. Und weiß man überhaupt, was die Leute dafür riskiert haben? Nein. Ich Gewinn lieber 20 Pips und hab 10 dafür riskiert, als 500 um dafür 1000 Pips riskiert zu haben!

    Warum sind Pips trotzdem so beliebt? Weil es den Leuten die ganze Zeit eingebläut wird, dass Pips eine akkurate Angabe für Gewinne beim Trading ist. Nicht ohne Grund werben EA Verkäufer und Signaldienste mit Pip-Gewinnen, weil sie damit gut Bauernfängerei betreiben können, denn die meisten fahren sowieso auf Pips ab und es ihnen egal ist, dass es keine vergleichbare Größe ist und die wichtigsten Sachen, wie z.B. das Risiko darin gar nicht beachtet wird.

    Das Prozent

    In einer Diskussion wie der obrigen kommt meist nach einer Zeit jemand der behauptet. "Ihr könnt euch eure Pips doch sonst wo hinstecken! Wie viel Prozent auf euer Konto habt ihr denn gewonnen ?!?"

    Das ist schon mal ein guter Anfang, sich nicht von Pips einlullen zu lassen, aber leider trotzdem noch nicht genug.
    Hier wird der Gewinn in Relation zur Kontogröße gesetzt.

    Beispiel:
    Kontostand vor dem Trade: 1000 USD
    Kontostand nach dem Trade: 1034 USD
    Gewinn: 34 USD

    Prozentualer Gewinn: 34/1000 x 100 = 3,4%

    Diese 3,4% hätte man mit einer Vielzahl möglichen Kursgewinnen in Pips erreichen können.
    Hat die Person ein Trade mit 500 Pips im EUR/USD geschlossen mit 6,8 Nano-Lot oder 680 Units bei Oanda sind das 34 USD und so 3,4%. Hat die Person ein Trade mit 34 Pips im EUR/USD und 1 Mini-Lot oder 10.000 Units bei Oanda sind das auch 34 USD. Die Kombinationsmöglichkeiten aus Lotgröße, Kursgewinn und auch Pipwert für das Paar sind also Unendlich und verdeutlichen wie belanglos Angaben in Pips sind was die Performance angeht.

    Wissen wir jetzt wie Hoch das Risiko für diese Performance war? Nein, immer noch nicht. Das Kriterium der Vergleichbarkeit ist immer noch nicht gegeben. Unser Freund hätte ein Trade öffnen können den er einfach so lange halten möchte bis er mit 34 Pips seinen TP erreicht, komme was wolle. Risiko in diesem Fall also unbegrenzt, was der Performance von 3,4% gegenüber steht. Welchem Trader würdet ihr eher euer Geld anvertrauen? Dem der jedes Mal den Totalverlust hinnimmt für 3,4% Gewinn oder einem anderen, der die 3,4% gewonnen und dabei 1% seines Kontos riskiert hat?

    Fazit: Auch Prozentangaben sind nicht das Gelbe vom Ei. Auch wenn sie dank gleicher Basis vergleichbar machen sollen ist dies nicht immer der Fall. Beispiel: In den Nachrichten kommt das VW dieses Jahr 50% mehr Autos verkauft hat als im Vorjahr und Audi nur 10%. Was nicht gesagt wird ist, dass VW im Vorjahr 3 Autos verkauft anstatt 2 und Audi 11.000 anstatt 10.000. Um die Prozentzahl ein zuschätzen braucht man also immer noch Hintergrund Informationen. Beim Trading ist das genau so mit dem Risiko.


    Ich möchte ein "R" kaufen!

    Damit kommen wir - logisch hergeleitet - bei unserer dritten Einheit an, dem „R“.

    Hier beheben wir den letzten Mangel den wir bei den Prozentangaben hatten. Nun wird alles ins Verhältnis gesetzt.

    Hier für definieren wir uns einfach ein Größe und nennen sie „R“ (Für das Risiko) das bei JEDEM Trade besteht.
    Aber uns geht es doch um Performance, Gewinne und die Rendite. Was soll das blöde Risiko damit zutun haben? Uns ist doch wichtig, wie viele Zaster beim Trade reinkommt? Ganz einfach:

    Was ist das "R"?

    Das ist ganz einfach der Kursverlust bis zu unserem Stoploss. Nicht zu verwechseln mit "Wieviel % unseres Kontos wollen oder können wir maximal verlieren"!
    Wir können zwar 20% unseres Kontos riskieren mit einem Trade, es ist trotzdem 1R nämlich unser Risiko und das gibt es nur einmal (zum Glück!).

    [attachment=28886:Screenshot_6.JPG]

    Das R als Performance.
    Um daraus nun eine Einheit zu machen, die uns sagt wie groß unsere Performance ist setzten wir dieses eine R gleich mit der Strecke (an Pips!) zum maximal gewollten Verlust. Im Verhältnis dazu steht die Strecke bis zu unserem z.B. Takeprofit oder Kursgewinn (ebenfalls in Pips) in einem Trade.

    Ein Beispiel:

    Wir gehen Long: Haben ein 14 Pips Stoploss
    Der Trade läuft gut und nach 56 Pips steigen wir aus.

    1 R = 14 Pips
    56 Pips / 14 Pips = 4

    Also entsprechen die 56 Pips dem 4-fachen unseres Risikos.

    Was ist dabei nun an Knete rumgekommen? Nun dafür setzt jeder für sich ein, wieviel % er pro Trade riskiert. Erst jetzt kommt das „R“ ins Spiel! Jemand der 1% pro Trade riskiert hätte also 4*1% = 4% gewonnen und wie viel das nun wieder ist kann jeder für seinen Account ausrechnen. Bei einem 1000 USD Account wären es 40 USD gewesen.

    Fazit: Wir haben hier also ein paar Dinge gezielt aus der Betrachtung raus genommen. 1.) Die unterschiedlichen Lotgrößen mit den die Leute Traden die ja nur abhängen von dem Stoploss, dem Risiko in Prozent und der Größe des Konto. Also viel zu viele Parameter um damit was zu vergleichen. 2.) Die Pips die ja sowieso so ziemlich alles sein können und mehr Pips nicht unbedingt besser sein müssen. Das R wird zwar durch Pips ermittelt aber da es um ein Verhältnis am Ende geht sind sie nicht mehr als das Mittel zum Zweck 3.) Der reine Monetäre Gewinn der ja bezogen aufs Konto so ziemlich alles sein kann von 1% bis X%. Und trotzdem kann jeder nach vollziehen was der Trade für ihn und sein Konto bedeutet hätte.

    Wir haben es also geschafft und endlich eine vergleichbare Größe gefunden, das „R“.

    Pips sind eine wunderbare Einheit um DISTANZEN z.B. vom Einstieg zu SL oder TP im Chart fest zulegen. Dafür sind die nämlich auch gedacht. Nicht mehr und nicht weniger.


    Aber das „R“ ist der vergleichende Maßstab um einen EA oder ein System aber auch sein Erfolg zu bewerten.

    Im amerikanisch/englischen Sprachgebrauch – und inzwischen auch hierzulande – wird oft von R:R gesprochen, was aber nichts anderes bedeutet als unser eben definiertes „R“:
    "Risk:Reward Ratio" oder auch „Risiko:Gegenleistung Verhältnis“.

    Edit: Dieser Artikel wurde ursprünglich vom Forexfabrik.de-Mitglied TJPLD geschrieben, und nur von mir veröffentlicht!

    • Heute, 14:34 Uhr
    • nach Divecall
  4. Eine kleine Geschichte der Börse

    Wer die Börse in die Welt gerufen hat, ist nicht eindeutig geklärt. Fest steht, dass man börsenähnliches Handeln bis zur Zeit vor Christus wiederfinden kann. Dieser Artikel geht auf die Geschichte von den Anfängen der Börse bis zum heutigen Verständnis der Börse ein. Um allen Lesern eine gleiche Basis zu geben, soll kurz der Begriff Börse erklärt werden. Anschließend wird die Entstehungsgeschichte beschrieben.
    Der Begriff Börse bezeichnet einen organisierten Markt, an dem Händler die Preise anhand von Angebot und Nachfrage festlegen und der Erwerb oder Verkauf von Wertpapieren, Rohstoffen oder anderen Waren und Finanzprodukten abwickeln.2

    Für Historiker sind Vorformen des "börslichen" Handelns bereits in der Antike und im alten Rom zu finden. So könnte man die Geldwechsler in der damaligen Zeit als erste Börsenteilnehmer verstehen. Diese hatten einen festen "Handelsstand" und wer Geld leihen oder wechseln wollte, konnte an diesem Ort Geschäfte abschließen.3 Der Begriff Börse, womit hauptsächlich ein Gebäude gemeint war in dem sich Händler trafen, wurde erstmals 1409 in Brügge erwähnt. Hier handelte die Kaufmannsfamilie "Van der Beurse" mit Wechseln (Schuldscheinen). Diese wurden in Lederbeutel (Bursa) aufbewahrt. Möglicherweise hat eine Verschmelzung dieser beiden Begriffe (Beurse oder Bursa) zum heutigen Begriff der Börse geführt.4 Für die Namensgebung können aber auch noch zwei weitere Theorien in Betracht kommen. Zum einen könnte sich der Begriff vom Namen der belgischen Patrizierfamilie De Bourse abgeleitet haben oder aber einfach nur eine Abänderung für den Namen des Marktplatzes "ter buerse" der belgischen Stadt Brügge sein.5 Mit Brügge wurde der Grundstein für eine neue Epoche des Handels gelegt.

    [attachment=13899:Huis_ter_Beurze.JPG]

    ("Huis ter Beurze" - Haus der Börse, Brügge, aus dem Jahre 1276 Mit freundlicher Genehmigung: Wikipedia)

    Um 1460 entstand dann die Warenbörse (hauptsächlich für Gewürze) von Antwerpen. 1540 folgten Lyon und die ersten deutschen Börsen in Augsburg und Nürnberg. Diese handelten hauptsächlich Wechsel und andere Zahlungsmittel. Die Londoner Börse (gegründet als Royal Exchange) entstand 1571.6

    Ein ganzes Stückchen näher zu unserem heutigen Börsenverständnis brachte uns die Kolonialisierung. Diese verschlang unglaublich viel Kapital, da die neu entdeckten Ländereien wirtschaftlich erschlossen und Handel betrieben werden sollte. Dabei entstand die bedeutendste Börse der damaligen Zeit in Amsterdam (Eröffnung 1613). Hier wurde dann auch die erste Aktie der Welt gehandelt, das Wertpapier der Vereinigten Ostindischen Handels- Kompanie.7 Die Gesellschaft trieb kostspieligen Überseehandel mit Gewürzen und Sklaven. Das Unternehmen suchte ständig nach Geldgebern und fand diese schließlich an der Börse. Geschäftsleute konnten dabei Anteile an der Gesellschaft kaufen und erwarben somit einen Anspruch am Gewinn des Unternehmens. Die erste britische Aktiengesellschaft, die berühmte East Indian Company, entstand wenig später um 1613 nach holländischem Vorbild.
    In den folgenden Jahren folgte dann ein regelrechter Börsenboom in Europa, wie zum Beispiel die Börse von Paris 1724 und St. Petersburg 1731. Die weltberühmte Börse von New York eröffnete erst im Jahr 1792, zu einer Zeit als es in den meißten Ländern Europas schon mindestens eine Börse gab. Die treibende Kraft hierbei war die kapitalintensive Erschließung des Landes mit der Eisenbahn.
    Die wichtigsten Gründungen der jüngsten Vergangenheit waren die Börsen von Tokio 1949 und Shanghai 1990.
    Revolutionär war die Entstehung der NASDAQ 1971, welche die erste vollautomatische Handelsplattform der Welt war und das Ende wild gestikulierender Pit- Trader auf dem "Parkett" einläutete.8 Ein großer Vorteil dieser Art des Handelns liegt in der Geschwindigkeit größere Wertpapiermengen abzuwickeln. Ebenfalls positiv hervorzuheben sind die gesunkenen Transaktionskosten, wie zum Beispiel die Ordergebühren. Die größte Errungenschaft liegt allerdings darin, dass die Börse einer breiten Masse (später via Internet) sehr leicht zugänglich gemacht wird.

    Die heute üblichen Börsenarten werden im Folgenden kurz vorgestellt.

    Börsenarten
    Warenbörsen: Handel von Waren (z.B. Edelmetalle, landwirtschaftl. Erzeugnisse) Später entstanden Produktbörsen die sich auf bestimmte Handelsgüter speziealisiert haben.
    Terminbörsen: Abwicklung von Termingeschäfte, Handel mit Derivaten
    Strombörse: spezielle Art einer Terminbörse
    Wertpapierbörsen (Aktienbörsen): Handel mit Aktien und festverzinslichen Wertpapieren
    Devisenbörsen: Handel von Fremdwährungen



    1[Joseph de la Vega: Verwirrung der Verwirrungen, Amsterdam 1688, S. 31-32.]
    2[http://www.boersen-lexikon.info]
    3[http://www.boerse.de...ndlagen/markt/]
    4[http://boerse.ard.de....enua-100.html]
    5[http://www.boersenbu....Leseprobe.pdf]
    6[http://www.charttec....kon_boerse.php]
    7[http://www.charttec....kon_boerse.php]
    8[http://www.charttec....kon_boerse.php]

    • 21.02.2014 - 22:56 Uhr
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