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Fundamental-Thread

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38 Antworten zu diesem Thema

  #1
OFFLINE   DaBuschi

Tja, das wären im Maximum dann mal gut 250 Pips gewesen...


Ich halte heute die Füße still. Nach dem Gap gestern Abend hab ich nochmals Teilgewinne mitgenommen.

Ich habe immer noch eine offene Position Long EURUSD @ 1.40915 mit SL auf Einstand. Ich gehe davon aus, dass das Gap geschlossen wird (@ 1.4214) und danach eine Unterstützung in der Aufwärtsbewegung finden wird. Das wird sich im Bereich 1.4200 (Sweet Point) und 1.4180 (50% Fibo-Retracement) bewegen. Ein weiter erstarkender USD bei den aktuellen Nachrichten um die US-Finanzwirtschaft geht gegen jede menschliche Logik. Aber seit wann sind Kursbewegungen logisch.

Ich gehe von einem stark schwächer werdenden USD aus. Da der USD im Moment wieder stärker wird, ist es für mich nicht die Frage ob, sondern wann sie wieder drehen. Ein Szenario hab ich zuvor geschildert.

Deshalb halte ich im Moment erstmal die Füße still. Für mich gibts nur eine Richtung und in die laufen wir momentan noch nicht.
Ein erfolgreicher Trader weiß nicht, was passieren wird. Aber er weiß zu jeder Zeit, was er tun muss.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Trend fortsetzt ist größer, als das er bricht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Widerstand beim ersten Test hält, ist größer, als das er bricht.

  #2
OFFLINE   matsf

Damit stellst Du Dich halt gegen den momentan vorherrschenden Trend. Der ist nunmal Pro-USD.

Sich gegen den Markt zu stellen, ist immer gefährlicher, als mit ihm mitzuschwimmen.

Aber da der SL auf Einstand ist, ist zumindest schon mal nichts verloren...
Lebe nicht um zu arbeiten, sondern arbeite um zu leben.

  #3
OFFLINE   DaBuschi

Damit stellst Du Dich halt gegen den momentan vorherrschenden Trend. Der ist nunmal Pro-USD.


Und genau das sehe ich komplett anders. Wir hatten einen Pro-USD-Trend. Für mich ist er zu Ende. Ich denke nicht, dass wir die 1,39 noch mal sehen. Wo es hingeht, weiß aber nur der Markt und deshalb handle ich nicht, solange der Markt nicht entschieden hat, was die neue Richtung wird.

Unter 1,39 short, über 1.45 long. Das sind meine Marken. Ich geh von einem Sell-Off an den Börsen in Amerika heute nachmittag aus. Das heißt, USD wird verkauft, andere Währungen werden gekauft. Aber wir werden es sehen.

Wie Du schon sagst, ich habe kein Risiko mehr im Trade. Also heißt es zurücklehnen und abwarten ;)
Ein erfolgreicher Trader weiß nicht, was passieren wird. Aber er weiß zu jeder Zeit, was er tun muss.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Trend fortsetzt ist größer, als das er bricht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Widerstand beim ersten Test hält, ist größer, als das er bricht.

  #4
OFFLINE   matsf

Und genau das sehe ich komplett anders. Wir hatten einen Pro-USD-Trend. Für mich ist er zu Ende.


Aha. Interessante Sichtweise.
Woraus ziehst Du diese Schlüsse ?
Lebe nicht um zu arbeiten, sondern arbeite um zu leben.

  #5
OFFLINE   DaBuschi


Und genau das sehe ich komplett anders. Wir hatten einen Pro-USD-Trend. Für mich ist er zu Ende.


Aha. Interessante Sichtweise.
Woraus ziehst Du diese Schlüsse ?


Lehman ist pleite.

Fed sagt deutlich, dass nicht jedes Unternehmen gerettet werden kann. In der Wirtschaft gibt es Gewinner und Verlierer. Weiterhin stellt er in Aussicht, dass weitere große US-Finanzhäuser betroffen sein können. (nachzulesen hier:

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)

Das zeigt mir ganz deutlich, dass sich die Fed des Ausmaßes der Krise langsam bewußt wird und auch erkannt hat, dass man mit Freddy und Fannie seine eigenen finanziellen Grenzen erreicht hat und jede weitere Rettungsmaßnahme, den Kollaps nur noch verschnellern würde, weil die Leute das Vertrauen in die Fed und damit in den USD verlieren würden. Ein Szenario, welches ich im Chat letzte Woche Montag angesprochen habe.

Unter diesen Voraussetzungen kann ich nicht auf einen starken USD setzen. Ich spreche hier ausschließlich für mich. Der Markt kann mich eines besseren belehren. Deshalb bleibe ich an der Seitenlinie.

Just my 2cents
Ein erfolgreicher Trader weiß nicht, was passieren wird. Aber er weiß zu jeder Zeit, was er tun muss.

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  #6
OFFLINE   matsf

Sollen wir mal einen "Fundamental-Thread" eröffnen ?
Dieses Thema würde wunderbar rein passen...

Wenn´s um´s Thema Fundamentalanalyse geht, bin ich -sagen wir mal so- eher nicht zu gebrauchen.
Lebe nicht um zu arbeiten, sondern arbeite um zu leben.

  #7
OFFLINE   DaBuschi

Ich denke, es kann nicht schaden mal verschiedene Meinungen zusammen zu tragen. Wobei es wichtig wäre, dass jeder seine eigene Meinung postet, egal davon, was die anderen vorher geschrieben haben. Ich weiß, dass ich gelegentlich sehr überzeugend sein kann. Ich bin aber nur einer aus der großen Masse und deshalb bringt es nichts, wenn man meiner Argumentation folgen kann und dem dann zustimmt, denn die Millionen Leute da draußen, juckts überhaupt net, was ein DaBuschi so schreibt ;)
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  #8
OFFLINE   matsf

Da DaBu und ich heute auf fundamentale Themen gekommen sind, ist es an der Zeit, hier einen "Fundamental-Thread" zu eröffnen.

Worum´s hier gehen soll, hat DaBu im letzten Post sehr schön beschrieben.

Also, wo sind die "Fundies" ?
Ich gehöre sicher nicht dazu...
Lebe nicht um zu arbeiten, sondern arbeite um zu leben.

  #9
OFFLINE   DaBuschi

Gehört zwar nicht zu den fundamentalen Dingen der Weltwirtschaft, sehr wohl aber zu den fundamentalen Dingen, mit denen man als Trader zu kämpfen hat.

Man liest immer wieder von der eigenen Psyche. Teil dieser Psyche ist es, dass man manchen Situationen voreingenommen gegenüber steht und sich davon beeinflussen lässt. So geschehen bei mir diese Woche.

Aber der Reihe nach. Ich schrieb hier, dass ich das Ende der USD-Stärke sehe und der Meinung bin, dass wir keine neuen Hochs im USD mehr sehen. Ich war demnach sehr bullish für den EURUSD und konnte mir nicht vorstellen, dass irgendjemand das anders sieht. Ich bin auch immer noch derselben Meinung, aber genau diese Meinung hat mein Trading beeinflusst.

Ich habe keine Shortpositionen genommen und ich habe die Gewinne meiner Longs im EURUSD nicht mitgenommen, weil ich der Meinung war, Recht zu haben. Es geht aber im Markt nicht ums Recht haben.

Ich habe hier zwei Systeme vorgestellt und handle auch den "No Brainer" den @matsf hier reingestellt hat. Durch meine Voreingenommenheit habe ich aber in dem Konto, wo ich den "No Brainer" handle den "No Brainer" auch gehandelt - aber nur long im EURUSD. Ich habe meine langfristige Markteinschätzung in mein kurzfristiges Trading transferiert. Das kann nicht gut gehen. Dadurch habe ich diese Woche aufgelaufene Gewinne verloren und sogar teilweise Verlust gemacht, weil ich den Trades Raum zum Atmen geben wollte.

Ich bin wie gesagt immer noch der Meinung, dass ich mit meiner Einschätzung richtig liege, habe allerdings die Interventionen der Zentralbanken unterschätzt. Die EZB hat bis Dienstagabend 100 Mrd. EUR in den Markt gepumpt. Das ist sogar mehr als die Fed in den amerikanischen Kapitalmarkt gepumpt hat. Die Amis haben 120 Mrd. USD reingeschossen und somit 20 Mrd. USD weniger als die EZB in Europa. Dieser EUR-Überhang könnte ein Grund für die "Stabilität" des Dollars und die ausbleibende Stärke des EUR sein. Am Ende ist es egal, ob ich gegen die Zentralbanken oder jemand anderes verloren hab. Ich hab einen entscheidenden Fehler gemacht und dafür bezahlt.

Wie gehe ich jetzt weiter vor?

Ich habe mittlerweile 3 Konten bei meinem Broker.

Im ersten handle ich FASS und ONS. Im zweiten handle ich den "No Brainer" und im dritten handle ich langfristig mit sehr niedrigem Hebel. In dem dritten Konto habe ich aktuell den USD gegen verschiedenen Währungen geshortet. Ich bin long im EURUSD und GBPUSD und short im USDJPY und USDCHF. Die Stopps liegen über den letzten USD-Hochpunkten. Die Positionen sind klein und wenn ich Recht behalten sollte, werden wir uns z.B. im EUR zurück zur 1,6000 bewegen und die Positionen werden schöne Gewinne kumulieren.

Dadurch habe ich jetzt die Freiheit, vor allem auch im Kopf, in meinen anderen beiden Konten die Strategien zu handeln, die ich eigentlich handeln wollte.

Mein Fehler zeigt aber auch, wie sinnlos es eigentlich ist, kurzfristig Nachrichten zu verfolgen, da z.B. immer erst im nachhinein bekannt wurde, dass und in welcher Höhe die EZB Gelder in den Markt gepumpt hat. Das waren entscheidende Faktoren, die aber unbekannt waren. Dies kommt immer wieder vor. Warum also von Nachrichten beeinflussen lassen? Es gibt keinen logischen Grund dies zu tun, wenn man von langfristigen Einschätzungen mal absieht. Irgendwann wird der Markt sich vor der Wahrheit nicht mehr verstecken können. Die USA steht vor größeren Problemen, als sie selbst wahr haben wollen. Aber der Markt entscheidet selbst, wann er die entsprechende Richtung einschlägt.

Ich werde künftig also versuchen, mich von Nachrichten im Kurzfrist-Trading nicht mehr beeinflussen zu lassen. Sicherlich ist es wichtig, die Termine zu kennen, weil hier die Spread erweitert werden und die Vola einen schnell aus dem Markt spülen kann, aber der Inhalt kann uns egal sein, denn wir geben die Richtung nicht vor.

Ich hoffe, ich habe diesen Fehler verinnerlicht und kann ihn künftig abstellen.
Ein erfolgreicher Trader weiß nicht, was passieren wird. Aber er weiß zu jeder Zeit, was er tun muss.

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  #10
OFFLINE   matsf

Wieder mal so ein Beitrag, den Neulinge auswendig lernen sollten.
Meinen Respekt, David.
Sehr schöner, ehrlicher Beitrag.

Genau dieselben Fehler habe ich auch gemacht.

Ich will das hier noch etwas ausweiten, auch wenn´s nicht 100%-ig paßt.
Nicht nur die Nachrichten können jeden Trader beeinflussen, sondern auch sogenannte Guru´s. Oder allgemein gesprochen andere Trader.
Auch ich habe mich von diesen beeinflussen lassen.
Leider führte das zu einem kräftigen Minus auf meinem Konto.

Ein Beispiel:
In einem Forum schrieben im März sehr viele, dass das Öl bei 130 nicht mehr weiter steigen kann.
Von dem ließ ich mich anstecken.
Folglich ging ich short...
Tja, das Ergebnis kennt wohl jeder...

Das war das letzte mal, dass ich irgendwas auf anderer Leute Meinung gegeben hab.
Ich hör mir die Meinungen gerne an, aber das was für mich zählt, ist der Preis.
Er sagt alles, was ein Trader wissen muß.

Lebe nicht um zu arbeiten, sondern arbeite um zu leben.

  #11
OFFLINE   DaBuschi

Schöne Einschätzung der Lage

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  #12
OFFLINE   DaBuschi

Wie im anderen Thread schon angekündigt, wollt ich mal wieder was zur fundamentalen Lage schreiben.

Ich konnte mir bisher nicht erklären, warum der USD immer stärker wird, habe aber jetzt eine Theorie gefunden, die logisch ist.

Bevor ich dazu komme, muss ich dazu sagen, dass es genauso viele Gründe wie Marktteilnehmer gibt und man nur mit Sicherheit sagen kann, warum etwas passiert, wenn man diese Gründe alle kennt und zwar genau zu dem Zeitpunkt, wo die Order in den Markt kommt. Da dies unmöglich ist, der Mensch aber dahingehend gestrickt ist, Dinge verstehen zu wollen, werden wir immer irgendwelche Gründe finden, die unsere aktuelle Einschätzung stützen.

Gründe für einen schwächer werdenden Dollar waren vor allem die aktuelle wirtschaftliche Lage im Vergleich zu uns in Europa mit Deutschland als größter Wirtschaftsnation.

Dies aktuellen Bewegungen könnten aber ein schönes Beispiel dafür sein, dass die Börse der Entwicklung in der Wirtschaft ca. 6 Monate voraus ist.

Über die letzten Jahre wurden viele Carry-Trades in diversen Währungen gegen den JPY geöffnet. Was ist ein Carry-Trade? Ein Carry-Trade ist ein Trade, wo ich z.B. in einem Niedrigzinsland einen Kredit aufnehme. Hier könnte man Japan wählen, das seit über 10 Jahren Zinssätze um die 1% hat und sich in einer Deflation befindet. Die Sollzinsen sollten hier entsprechend gering ausfallen. Diese Gelder nehme ich und lege sie in Bundeswertpapiere eines Hochzinslandes an - wie z.B. vor einem Jahr noch die USA, aktuell GBP, EUR, AUD und NZD. Der Spread zwischen Sollzins und Guthabenzins ist mein Gewinn. In der Regel geht aus einem solchen Carry-Trade aber auch noch ein Kursgewinn hervor. Um den Carry-Trade machen zu können, muss ich die Währung des Hochzinslandes kaufen und verkaufe damit automatisch die Währung des Niedrigzinslandes, z.B. ich kaufe den GBP/JPY. Durch dieses Geschäft wird automatisch die Währung des Hochzinslandes gestärkt und die des Niedrigzinslandes geschwächt.

Dieser Effekt dreht sich natürlich komplett um, wenn diese Carry-Trade aufgelöst oder gehedged (abgesichert) werden. Wer sich mal den Chart des USD/JPY anschaut (ich hab mal den Chart zur Veranschaulichung angehängt) sieht, dass der JPY ab Mitte letzten Jahres gegen den Dollar stärker wurde. Das war auch ungefähr die Zeit, wo die ersten Zinssenkungen in den USA bevorstanden. Hier wurden also schon teilweise Carry-Trades geschlossen oder abgesichert.

Das gleiche passiert jetzt auch massiv bei Carry-Trades gegen EUR, GBP, AUD und NZD. Die Logik dahinter ist, dass mit den USA die größte Wirtschaftsnation der Welt ins Straucheln geraten ist, was eine Auswirkung auch auf alle anderen Wirtschaften in der Welt haben dürfte. Daraus resultiert die Annahme, dass die Zinsen in den Hochzinsländern sehr bald gesenkt werden, weil die Wirtschaft sich entsprechend abgeschwächt hat. Dadurch werden Carry-Trades entsprechend weniger attraktiv und dies würde mit fallenden Devisenkursen der Hochzinsländer einhergehen. Dagegen wollen sich viele Marktteilnehmer absicher und nehmen quasi die Entwicklung schon vorweg. Sie verkaufen also beispielsweise EUR im Gegenwert ihrer Anlagen in EURO-Land und kaufen entsprechend JPY oder mittlerweile auch USD zurück. Dadurch werden USD und JPY entsprechend stärker. Da in Japan durch die Depression und Deflation seit Jahren ein niedriges Zinsniveau herrscht (übrigens seit deren eigener Finanzkrise), sind gegen den JPY entsprechend mehr Carry-Trades geöffnet worden. Diese werden jetzt über einen kurzen Zeitraum geschlossen oder abgesichert und verursachen diese starken Kursverfälle im EUR und GBP in den letzten Wochen und Monaten. Dabei ist der JPY auch immer stärker gewesen als der USD. Sollte sich dieser Trend als fortsetzen, sollte man möglichst long im JPY und im USD sein, wobei wie gesagt der JPY die stärkere der beiden Währungen bleiben sollte.

Wenn Ihr Kommentare oder Verständnisfragen habt, immer raus damit ;)

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  #13
OFFLINE   DaBuschi

Wie die meisten von Euch mitbekommen haben, hat die Bundesregierung eine Garantie für die gesamten Spareinlagen in Deutschland ausgesprochen. Meiner Meinung nach plant die Bundesregierung nicht, dieses Versprechen zu halten, weil sie hoffen, durch dieses Versprechen das deutsche Finanzsystem entsprechend stabilisieren zu können, dass es nicht zu einer Banken-Pleite kommt.

Am Beispiel von Washington-Mutual hat sich schön gezeigt, was auch in Deutschland sehr schnell passieren kann. Washington Mutual stand auf der Liste gefährdeter Finanzinstitute in den USA unter den Top20. Die Kunde von WaMu bekamen Angst um ihr Geld und zogen es ab und brachten es zu anderen Banken. Es kam wie es kommen mußte. Da WaMu nicht alles ausgegebenen Kredite auf einmal fällig stellen konnte und selbst wenn, die Kreditnehmer wohl kaum in der Lage gewesen wären, ihre Kredit mit einem Mal vollständig zurückzuzahlen, hatte WaMu Liquiditätsengpässe, weil mehr Gelder abgezogen wurden, als durch Wertpapierverkäufe oder Tilgungszahlungen ihrer Kreditnehmer reinkamen. Die Befürchtungen wurden zur selbsterfüllenden Prophezeihung (self-fulfilling prophecy). Dies will die Bundesregierung verhindern.

Der Plan könnte aufgehen. Nehmen wir an eine große deutsche Privatbank kommt in Liquiditätsengpässe oder es sind Gerüchte darüber im Markt. Jeder normale Mensch würde überlegen, wie er sein Geld retten kann. Alles was über die Einlagensicherungsgrenze geht, könnte man theoretisch abziehen. Wenn alle Kunden dies tun würden, würde die Bank in genau die selbe Situation geraten, wie WaMu. Durch das Versprechen der Bundesregierung jedoch wird dies stark abgeschwächt. Warum soll ich mein Geld abziehen, wenn ich im Bankrottfall der Bank doch eh alles von der Regierung zurückbekomme.

So gesehen also kein so blöder Schachzug. Kritisch wird es aber, wenn deutsche Banken tiefer in den Kreditderivate- und Subprime-Markt in den USA verstrikt sind, als sie bisher zugeben wollten. Denn wenn es dann zu einigen Pleiten kommt, dann müßte die Regierung einspringen. Viele Menschen würden schnell realisieren, dass die Bundesregierung nur Steuergelder dafür verwenden kann, da dies die Haupteinnahmequelle der Regierung ist. Am Ende nimmt die Regierung als Geld vom Steuerzahler, um dem selben Steuerzahler Geld zu geben, weil dessen Bank Pleite gemacht hat. Das Vertrauen in die Regierung würde sehr wahrscheinlich sinken und was dann passiert, kann nicht gut sein.

Hoffen wir, dass der Plan der Regierung aufgeht und es nicht zu einer Pleite kommt.
Ein erfolgreicher Trader weiß nicht, was passieren wird. Aber er weiß zu jeder Zeit, was er tun muss.

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  #14
OFFLINE   DaBuschi

10 Tage sind rum und die Welt ist gerettet!!!!! 




DENKSTE!!!!!!!


Während einige von meinen Kollegen sich schon heimlich ins Fäustchen lachten, dass sie mit ihrem Einstieg letzte Woche Freitag den Boden erwischt haben, lehnte ich mich entspannt zurück und sagte: "Das geht noch tiefer!!" und hab das auch damit begründet, dass wir nur eine kleine Zwischenrallye sehen, die vielleicht bis zum Ende des Jahres anhalten wird und dann gehen die Aktienmärkte wieder runter und machen neue Tiefs, weil dann die Auswirkungen für die Realwirtschaft auch in Zahlen spürbar und lesbar werden.

Wenn die USA zu Sinnen kommen, werden sie versuchen relativ schnell Basel II einzuführen, wie das die G7 auch vereinbart hatten. Die USA hat aber dann als einziger gesagt, dass sie es nicht rechtzeitig schaffen und erst zu Basel III 2012 mit dabei sind. Das Resultat haben wir grad gesehen. Jeder Depp kriegt nen Kredit und kauft sich nen Haus, weil die Zinsen immer weiter fallen und die Häuserpreise immer weiter steigen werden (so die Argumentation der Häusleverkäufer und Baufinanzierer in den USA), denn dann kann man nen Jahr später ne Umschuldung auf den neuen Verkehrswert des Hauses machen, löst seinen alten Kredit ab, zahlt wegen der niedrigeren Zinsen weniger mtl. Rate und hat sogar noch was über, wenn der Preis des Hauses enorm gestiegen ist, sodaß man sich das schicke Auto passend dazu gleich noch in die Auffahrt stellen kann.

DENKSTE!!!!!!!

Eine sehr kurzsichtige Sicht der Dinge, die viele Geringverdiener mit meinem hinterteil voller Schulden und ohne das grad gekaufte Haus zurück lassen, während sich die Herren Banker (Banker hier im Board bitte nicht persönlich nehmen, ich bin selbst Banker :D) auf ihrer Jacht in der Sonne braun brennen lassen, da sie ja jetzt viel Zeit und nach all den Boni der letzten Jahre noch viel mehr Geld haben.

So zurück zum Thema. Wenn die Amis Basel II einführen und das werden sie fast müssen, um ihre Bilanzen unter Kontrolle zu bekommen und auf sinnvolle Art und Weise Kredite zu vergeben. Dies wird zu einer Verknappung der Geldmenge führen und dies führt zu Deflation. Da Rohstoffe weltweit in USD notiert werden, wird dies sicher auch zu fallenden Rohstoffpreisen führen. Ist auch egal, kann auch sein, dass die Rohstoff-Preise stabil bleiben oder steigen, wer weiß. Auf jeden Fall wird durch die restriktivere Kreditvergabe die Wirtschaft entsprechend abkühlen. Erträge sinken, Lohnsteigerungen fallen aus oder Löhne sinken sogar, Menschen werden arbeitslos, die Nachfrage sinkt usw. Dies wird sich auch in den Quartalsergebnissen niederschlagen und die Börsen werden weiter fallen. Es wird auch hier Unternehmen geben, die evtl. sogar Aufwärtstrends zeigen. Dies liegt daran, dass die verbliebenen Investoren sehr genau auf die Ertragssituation der Unternehmen schauen werden und sich die Rosinen rauspicken. McDonalds ist hier ein Kandidat, denn gegessen wird immer und da wir alle nicht mehr kochen können, bietet sich Fast Food vom goldenen M doch an.

Für uns in Deutschland bedeutet das, dass der EUR wahrscheinlich wieder stärker wird, wir uns aber nicht der Rezession entziehen können. Allerdings wird sie mit Zeitverzögerung eintreten und auch länger andauern als in den USA. Dies liegt einfach daran, dass unser Finanzsystem etwas stabiler ist und sehr viel stärker reguliert. Hier ist es also schwerer sich das benötigte Kapital für Investitionen zu besorgen. Wir können nur hoffen, dass auch die USA sich dem europäischen System angleicht. Das wird Blasenbildung nicht verhindern, aber zumindest werden sie nicht mehr so groß ausfallen. Blasen oder Übertreibungen wird es geben, solange der Mensch lebt und es freie Märkte gibt - getrieben von Gier und Angst.

Was bedeutet das charttechnisch für den DAX? Ich hab mal 3 Screenshots angehängt. Der erste zeigt den DAX mit einem linearen Fibo-Retracment, der zweite mit einem logarithmischen Fibo und beim letzten habe ich linear und logarithmisch übereinandergelegt. Das wichtigste ist für mich das letzte Bild. Hier sieht man, dass das 38,2%-Fibo-logarithmisch mit dem 23,6%-Fibo-linear zusammenfällt. Das ist meine persönliche Zielmarke und die liegt so um die 3.600 Punkte. Dort werde ich anfangen mir ETFs auf den DAX ins Depot zu legen oder evtl. auch schon früher, aber nur wenn sich abzeichnet, dass die fundamentalen Aussichten sich wieder deutlich besser werden.

Ich denke wir haben ca. ein bis zwei Jahre Zeit bis wir die Tiefpunkte sehen. Bis dahin werde ich fleißig sparen und natürlich weiter Forex handeln ;)

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Ein erfolgreicher Trader weiß nicht, was passieren wird. Aber er weiß zu jeder Zeit, was er tun muss.

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  #15
OFFLINE   matsf

Dieser Meinung kann ich mich nur voll und ganz anschließen.
Leider kann ich das nie so schön formulieren wie Du, DaBu...:welldone:

Auch ich bin ja Banker, und als am Montag und gestern einige bereits wieder Aktien gekauft haben, hatte ich dafür nur ein Kopfschütteln übrig.
Man will ja nicht schadenfroh sein, aber über diese Blauäugikeit kann ich mich nur wundern.
Und heute geht´s ja bereits wieder wunderbar weiter runter. Uiiiii, wer wird denn da genau am Zwischenhoch (oder Erholungshoch) gekauft haben ???:-X
Wie war das mit Psychologie und Börse ???
Lebe nicht um zu arbeiten, sondern arbeite um zu leben.

  #16
OFFLINE   DaBuschi

6 Seiten zum Lesen, aber sehr interessant und Augen öffnend ;). Ich hab mir die Seite mal in die Favoriten aufgenommen. Das Schöne ist, es ist alles in Deutsch.

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Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Trend fortsetzt ist größer, als das er bricht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Widerstand beim ersten Test hält, ist größer, als das er bricht.

  #17
OFFLINE   matsf

Zitat daraus:

Das klingt unerträglich, indiskutabel. So kann Börse nicht laufen, denn so darf sie nicht laufen. Basta. Zumal dann diejenigen, die stumpf ihr Daytrading nach dem Trend durchziehen die Gewinner sind und die, die nachdenken, die Verlierer. Das wäre unerträglich.

DABUSCHI IST SCHULD !!!!!

:-X :-X
Lebe nicht um zu arbeiten, sondern arbeite um zu leben.

  #18
OFFLINE   Divecall

DABUSCHI IST SCHULD !!!!!


Hmmm, ich habe mir schon so etwas gedacht. Kannst Du auch den Verdacht bestätigen, das er Schuld hat am Vietnam-Krieg, wie ich vermute ?

???

Du möchtest Dich in der Forexfabrik verewigen? Evtl. sogar als ...

gastautor
Zuletzt aktualisiert Datum: 27.02.2015 - 23:49 Uhr

 


  #19
OFFLINE   DaBuschi

DABUSCHI IST SCHULD !!!!!


Hmmm, ich habe mir schon so etwas gedacht. Kannst Du auch den Verdacht bestätigen, das er Schuld hat am Vietnam-Krieg, wie ich vermute ?

???


Muss er gar nicht - ich geb´s ja zu ;D
Ein erfolgreicher Trader weiß nicht, was passieren wird. Aber er weiß zu jeder Zeit, was er tun muss.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Trend fortsetzt ist größer, als das er bricht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Widerstand beim ersten Test hält, ist größer, als das er bricht.

  #20
OFFLINE   matsf


Das klingt unerträglich, indiskutabel. So kann Börse nicht laufen, denn so darf sie nicht laufen. Basta. Zumal dann diejenigen, die stumpf ihr Daytrading nach dem Trend durchziehen die Gewinner sind und die, die nachdenken, die Verlierer. Das wäre unerträglich.


Zurück zu diesem Statement.
Ist schon interessant.
Immer sind die bösen Daytrader und Spekulanten schuld.
Genau so wie sie an den ganzen Verwerfungen rund um VW schuld sein sollen.

Kann ich persönlich nicht ganz nachvollziehen.

Lebe nicht um zu arbeiten, sondern arbeite um zu leben.



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