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Was hat die Bestands-AG vom Aktienkauf?

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4 Antworten zu diesem Thema

  #1
ONLINE   Netsrac

Guten Tag Forum,

 

eine schlichte Frage, die ich mir leider noch nicht zufriedenstellend beantworten konnte:

 

Was hat eine AG davon, dass ihre Aktien gehandelt werden und potentiell einer Wertsteigerung unterliegen? Ich meine explizit den Handel nach dem IPO, also nachdem das Geld "geschöpft" wurde.

 

Vielen Dank für eure Antworten!


Hilfreiche Tools für den diskretionären Handel findest Du auf meiner MQL5-Seite


  #2
OFFLINE   €urix

Habe den Artikel dazu gefunden.

 

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Es zeugt von gutem Stil, jemanden erst ausreden zu lassen, bevor man in irres Gelächter ausbricht.

 


  #3
OFFLINE   Scusi

Zufriedenstellend ist mein Beitrag dazu sicher auch nicht, da es mit einer Art der Buchhaltung zusammenhängt von der nur ein Teil überhaupt sichtbar ist. Auf jeden Fall kann Aktiengesellschaft den Wert des Aktienbestandes (Anzahl der Aktien x Kurs) in ihrer Buchhaltung (DOPPIK) zum Unternehmenswert routen, indem der positive Eintrag vor Nullierung verschoben und damit der Kreditwürdigkeit zugerechnet wird, die dadurch steigt. Das kann ein Vorteil sein da eine Aktiengesellschaft (wenn sie sehr fit ist in der Buchhaltung) öffentliche Kredite (je nach Zweck entweder Steuermittel oder eigengeneriert) erhalten kann, die zins- und tilgungsfrei sind, in letzter Zeit bei beiden Modellen sogar zunehmend positivzinslastig. Das trifft aber bei weitem nicht auf alle Aktiengesellschaften zu, die meisten wissen nicht wie das geht oder/und sind nicht "systemrelevant" für solche Kredite, oder/und die Bank hat aktuell keine Verwendungsmöglichkeit für die damit einhergehenden (Bilanz-)Gewinne. Das betrifft also nur einen kleinen Teil der Aktiengesellschaften.

 

Für alle anderen, also die Masse der AGs spielt das (steigender Kurs) weniger eine Rolle, da der Wert des Aktienbestandes im Rahmen ihrer Buchführung, wie alles andere auch, immer =null ist, beim Verkauf der AG könnte das allerdings trotzdem als Faktor einbezogen werden, weil auch dort Berechnungen gleichermaßen vor der buchhalterischen Nullierung "abgezweigt" werden können. Das ist eine gängige Prozedur, muss aber sein. Bilanzen der Unternehmen entstehen aus diesen Abzweigungen, was auch nicht anders geht da sonst der Unternehmenswert durch die DOPPIK immer Null wäre. (Die DOPPIK, die seit einigen Jahren auch im öffentlichen Bereich zum Beispiel bei Städten und Gemeinden vorgeschrieben ist, ist die einzig mögliche Buchhaltungsform in einem Konkurs, deswegen wird dort immer alles Nulliert. Banken zum Beispiel müssen das sogar täglich machen, richtige Unternehmen nur Quartalsweise, kleine Unternehmen die einfache Buchführungen anwenden sind davon aktuell noch ausgenommen)

 

Verkauf wäre also vielleicht ein Vorteil, obwohl auch da aus unterschiedlichen Gründen gelegentlich der Wert keine Rolle spielt und hier und dort immer wieder Unternehmen, welche einen Substanzwert von Millionen oder gar Milliarden (durch Immobilien, Maschinen, Land etc.) haben können, mittels einer 1-Euro Annahme über den Tisch gehen (das ist das, was in der Öffentlichkeit oft "symbolischer Euro" genannt wurde, ein buchhalterischer Vorgang innerhalb der DOPPIK)was meistens aber nur der Fall ist wenn der Käufer ein Subunternehmen einer Bank, der Regierung oder anderen politischen Organisationen ist oder in deren Klüngelkreis eine gute Stellung hat. Prägnantes Beispiel hier die Plünderung der Länder/Immobilien/Werte nach der Wiedervereinigung wo das in großem Stil raffgierig und plump durchgeführt wurde, heute sind diese Methoden etwas verfeinert.

 

Auf diese Weise sind bestimmt noch andere Spielereien möglich, dazu habe ich keine weitergehenden Informationen, da könnte auch nur ein Wirtschaftsprüfer mit Zulassung für Off-Ledger Konten Auskunft geben wenn er denn dürfte. Die Unternehmen selber haben gar keinen Zugriff auf diese Konten über die solche Spielchen vollzogen werden können. Die großen AGs haben zwar jemanden zur Verfügung der Kontenzugriff auf OL Konten hat, aber der steht nicht auf der Gehaltsliste des Unternehmens selber sondern hat immer seinen Arbeitsvertrag mit einer Bank und vertritt dementsprechend auch nur sekundär die Interessen des Unternehmens, wenn möglich wird sogar der Kontakt zur Geschäftsführung durch räumliche und zeitliche Trennung so gut es geht unterbunden.

 

Vielleicht hilft auch die historische Betrachtung im Vergleich, wo Unternehmen die zu AGs wurden noch sehr oft unabhängig von Banken waren und real mit dem Geld der Anleger gewirtschaftet haben um einen Mehrwert zu schaffen, der Kurs stieg dann wenn das Unternehmen erfolgreich war. Das hat sich radikal geändert. Unter diesem Blickwinkel ist der Aktienhandel heute im Vergleich vielleicht auch zu einem Teil gewissermaßen auch als Relikt dieser Zeit zu betrachten. Der Emissionswert ist der einzige reale Wert des Unternehmens, alles was danach kommt ist durch Bankenbeteiligung ein ziemliches gemurkse. Bei einer Kurssteigerung ist ein Teil der realwirtschaftliche Grundlagen hat, ein anderer Teil ist fiktional, was wozu und wieviel von was kann dann nicht mehr wirklich festgestellt werden wodurch eben der Klumpatsch entsteht den wir heute an den Märkten sehen.

 

Beispiel: Unternehmen schafft neue Halle mit Maschinen an. Um zu beurteilen ob das eine Wertsteigerung ist, muss betrachtet werden woher die Finanzmittel dazu kommen.

Von den Aktionären? Dann ist es eine Wertsteigerung, allerdings dürfte nur erfolgter Ertrag daraus gebucht werden, es wird aber auch der Wert der Halle und der Maschinen in den Unternehmenswert geroutet. Erstaunlicherweise ist das legal, aber die Gesetze für AGs sind halt eine Katastrophe.

Oder kommt das Kapital durch eines der beliebten "Geldgeschenke" einer Bank, also einen solchen zins- und tilgungsfreien Kredit? Dann ist der Wert Null, weil entweder der aus Steuermitteln finanzierte Kredit eine Vorbezahlung darstellt die nicht in die Bilanz aufgenommen werden darf, kann man sich wie das Gegenteil einer Doppelbesteuerung vorstellen (ist aber ebenfalls trotzdem durch Schieben von Buchungssätzen durch DOPPIK legalisiert), oder durch eigengeneriertem Kredit über dessen Struktur noch ausfürlicher gesprochen werden müsste, aber der auf jeden Fall ebenfalls wie beim Aktionärskapital nur in erfolgtem Ertag auf Jahresdurchschnitt in die Bilanz kommen darf, wobei hier der Unternehmer auch einen erweiterten Eigentumsvorbehalt geltend machen könnte, theoretisch zumindest, ist mir in der Praxis nicht bekannt aber kommt sicher auch hier und dort vor.

 

Es ist etwas schwierig da zu sortieren. Bei dem "neuen Markt" hatten wir in großer Anzahl etwas, was die Banken als "farming" bezeichnet haben. Hochziehen, abzocken, wegwerfen. Aber für ein echtes Unternehmen ist der Verkaufswert sicher einer der interessanten Aspekte.


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  #4
ONLINE   Netsrac

Habe den Artikel dazu gefunden.

 

...

 

Offensichtlich muss ich noch etwas suchen lernen.:welldone: Danke!


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  #5
OFFLINE   Scusi

Oh ja schau der Artikel von Eurix bringt ja noch mehr zutage. Also zumindest der Punkt der immateriellen Werte durch Reputation fällt mir grad auf, weil der nämlich ebenfalls in die Buchhaltung fließen darf und dort in die immateriellen Vermögensgüter fließen kann (was eigentlich so etwas ist wie Patente, Erfindungen etc. also Werte ohne physikalische Substanz) weil es ja alles Nullsummenspiele sind ist die Flexibilität sehr groß. Ob wie in dem Artikel beschrieben ein höherer Aktienwert ein besserer Schutz von feindlichen Übernahmen besteht...? Ok die feindliche Partei muss sich dann etwas mehr ins Zeug legen, mag schon sein.







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